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Angelika Kirchschlager

»Ich erfinde mich jeden Tag neu«

Angelika Kirchschlager

»Ich erfinde mich jeden Tag neu«

Meine Lebenswege
aufgezeichnet von Achim Schneyder

Mit 41 Abbildungen,
einem Rollenverzeichnis und einem Verzeichnis
der CD- und DVD-Veröffentlichungen

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Bildnachweis

Privatarchiv Angelika Kirchschlager: S. 22, 23, 24, 25, 31, 33, 37, 46, 59, 63, 65 (Catherine Ashmore), 68, 74 (Nikolaus Karlinsky), 76 (Foto Terry/Theresia Linke), 96, 99, 104 (Claudia Prieler), 107, 151 (Catherine Ashmore), 152 (Rob Moore), 155, 163 (Rob Moore), 165, 189, 198 (Wolfgang Schüssel), 231, 232, 235, 236. – Didi Sattmann/Imagno: 34. – Wiener Staatsoper/Österreichischer Bundestheaterverband/Axel Zeininger: 53, 88, 95. – Gila Sonnwald: 115. – Bernd Uhlig: 137. – Franz Neumayr/APA/picturedesk.com: 141. – Theater an der Wien/Rolf Bock: 170, 172. – Mark Ellidge/TopFoto/picturedesk.com: 189. – Alexander Ströck: 209. – Sabine Hoffmann: 238.

Der Verlag hat alle Rechte abgeklärt. Konnten in einzelnen Fällen die Rechteinhaber der reproduzierten Bilder nicht ausfindig gemacht werden, bitten wir Sie, dem Verlag bestehende Ansprüche zu melden.

© 2013 by Amalthea Signum Verlag, Wien
Alle Rechte vorbehalten
Umschlaggestaltung: Silvia Wahrstätter, vielseitig.co.at
Umschlagfoto: © Jeff Mangione
Satz: VerlagsService Dr. Helmut Neuberger
& Karl Schaumann GmbH, Heimstetten
Gesetzt aus der 11,5/15 Chaparral Pro
Printed in the EU
ISBN 978-3-85002-847-9
eISBN: 978-3-902862-70-9

Inhalt

Konstantin Wecker:

Diese Frau ist Melodie

Eine Fahrt ins Blaue

Die Zeit in Salzburg

Der richtige Moment

und andere Gedanken

Mein erstes Trauma

und was ich alles nicht wurde

Die modrige »Carmen«

und der Kasperl an der Busstation

Die Tante, die Tante hieß,

Texas und das Dirndl aus Seide

Andrea, Ursel, Anthering, Bier

und schwarze Fingernägel

Der Papst, das Handtuch, Riccardo Muti,

die Besenkammer und ich

Die Studienjahre in Wien

Ein grüner Pullover

in Moll

Der Glykol-Jahrgang

und das schlechte Timing

Die Geschichte

mit dem Exhibitionisten

Meine Liebe zu Japan

und die Angst vor den Beben

Eine Zugfahrt stellt die Weichen

und ein Fax mit Folgen

Von einer geplatzten Hochzeit

und einer, die stattfand

Die Karriere nimmt Fahrt auf

Das Debakel, das ein Glücksfall war,

und eine Bedingung in Graz

Ein Treffen in Schönbrunn, Rasierwasser

und Recherchen im Schwimmbad

Zwei Dosen Red Bull, eine Absage,

ein paar Preise und warum ich nicht in die Oper gehe

»Puppi, willst an die Staatsoper?«,

Slapstick in Tokio und das verschmitzte Grinsen des Placido Domingo

Cherubinos Hose, die Sicherheitsnadel,

das alte Bett und die Herren Direktoren Holender und Meyer

Ein neues Leben beginnt

Der Felix mit dem K

und das zahnlose New York

Eine Trennung,

aber keine Scheidung

Ein Zwischenspiel: Das Wagnis Wecker

und die Lizenz zum Sein

Blutrote und verbrannte Briefe,

eine Begegnung mit Folgen, »Weibs-Bilder« und andere Mädels

Keine Arie

auf dem Gipfel

Mélisande, Sophie und Lucretia – die großen drei

Meine liebsten Dirigenten

und der geistige Kostümwechsel

Die neue Wirklichkeit

und die erfundene Lautschrift

Der Höllenritt auf der Musikmesse

im anderen Salzburg

Ein Ende mit Schrecken

und ein fliegender Wechsel

Der Schrei,

der mein Leben veränderte

Aller schlechten Dinge

waren drei

Als ich am seidenen Faden hing

und Unterricht bei Maria nahm

Lucretias langer Gang

und mein langer Weg

Die Lieder, die Reisen und ich

Eine Tour d’Autriche

mit einem Koffer voller Lieder

Der Hans vom Wurzerhof und das »Ave Maria«

oder: »Für die Musik sind wir flexibel.«

Gesungene Miniaturen

und »Das Sandmännchen« an der Scala

Die Frau Professor

und die Tränen der Erkenntnis

Das Wienerlied, das Wiener Mädel

und seine Liebe zum Fiaker

Ein Stadtbummel

auf Abwegen

Nacktbaden in Dänemark

oder: Meine Begleiter und Weggefährten

Pannen auf der Bühne

und: In Tokio in der Zelle

»Are you well

in Spain?«

Willkommen im Niemandsland

oder: Bombenalarm und ein Polster, der ein Flugzeug am Fliegen hindert

Ein Fahnenmast im Kamptal

und ein Fall für das »Buch der Rekorde«

Wir haben zu danken – Eine Art Nachwort

Anhang

Rollenverzeichnis

CDs

DVDs

Namenregister

Diese Frau ist Melodie

Es war Liebe auf den ersten Blick! Als ich Angelika zum ersten Mal gegenüberstand, wusste ich, dass wir Freunde sein werden. Alles an ihr verzauberte mich. Ihre Lebendigkeit, ihre Offenheit, ihr ansteckendes Lachen – da saß mir ein Weltstar gegenüber, eine Diva, die so gar nicht prätentiös war, so gar nicht divenhaft, so stinknormal, dass es uns allen den Atem verschlug. Wir, das waren meine Freunde des »Spring String Quartetts« und mein musikalischer Wegbegleiter Jo Barnikel. Julian, der Bratschist des Quartetts, flüsterte uns vor der Begegnung noch zu: »Ihr wisst schon, dass wir jetzt eine Göttin treffen.« Und dementsprechend nervös waren wir natürlich. Wir alle. Jo bat sie später, schüchtern wie ich ihn noch nie erlebt hatte, um eine Signatur auf ein paar CDs, die er mitgebracht hatte. Und ich war erst mal sprachlos.

Dann quatschten wir aber schon nach ein paar Minuten wie alte Freunde, und zu meiner großen Freude outete sich Angelika als Weckerfan. Wir musizierten an diesem ersten Abend im Restaurant »Holy Moly« auf dem Badeschiff in Wien, wir tranken, wir lachten viel, und wir wussten wieder einmal, was für ein großes Glück es ist, ein Musikant zu sein.

Ja, auch Angelika ist in erster Linie Musikantin. Ein Musikant ist für mich jemand, der nicht Musik macht, sondern Musik lebt, der keine Melodien schreibt oder spielt oder singt, sondern Melodie ist. Die Seele des Musikanten besteht aus Tönen.

An diesem verzauberten Abend sagte ich den Satz zu Angelika, den man unter Kollegen so oft sagt, ohne ernsthaft daran zu denken, ihn in die Tat umzusetzen: »Lass uns doch mal was zusammen machen.«

Es sollte in diesem Fall anders kommen. Wir dachten daran, diesen flüchtigen Vorsatz wieder einzufangen und ihn zu verwirklichen.

Dann trafen wir uns, Monate später, alle wieder. In der Toskana. Wir wollten herausfinden, wie wir musikalisch zusammenpassen. Ob wir ein gemeinsames Programm auf die Beine stellen können, bei dem sich keiner verbiegen muss.

Ich kannte ihre Stimme, natürlich, ich hatte CDs von ihr zu Hause, ich wusste um ihren warmen, weichen Ton, ihre einzigartige Fähigkeit, Lieder zu interpretieren, Texte verständlich zu machen.

Aber dann sang sie nach ein paar Tagen des gemeinsamen Geplänkels, des Andeutens, des Sich-warm-Singens, dann sang sie die »Mondnacht«. Vielleicht eines der schönsten Lieder deutscher Sprache, das jemals geschrieben wurde, und ich musste weinen. Mir liefen dicke Tränen über die Wangen, denn diese Stimme nur zwei Meter entfernt in einem nicht sehr geräumigen Zimmer mitten in einem Olivenhain zu erleben, ist einfach nur ein Geschenk.

Julian hatte recht. Sie ist eine Göttin.

Und nun schreibt einer meiner besten Freunde auch noch ein Buch über sie und darf viele Tage mit ihr zusammen sein. Was ich ihm und ihr von Herzen gönne.

Manchmal meint es das Leben schon sehr, sehr gut mit uns.

Konstantin Wecker

Eine Fahrt ins Blaue

Das Buch, das Sie in Händen halten und offenbar gerade zu lesen beginnen, ist also meine Autobiografie. Und dass ich eine solche schreiben würde, hätte ich noch vor wenigen Monaten nicht gedacht. Aber ich war eben schon immer ein Spielball meines Lebens, einer, der sich mitunter gern treiben ließ und – aus Überzeugung – noch immer gerne treiben lässt. Natürlich hatte und habe ich Ziele. Große Ziele, kleine Ziele, realistische und dann und wann abwegige. Aber manche Ziele stehen plötzlich vor einem, ohne dass man zuvor von ihnen weiß.

Man erreicht ein Ziel nicht, ein Ziel erreicht einen.

So ist auch dieses Buch zu mir gekommen, nicht ich zu ihm. Achim Schneyder hatte die Idee, dem Verlag hat sie gefallen, und mich brauchte Achim dann nicht mehr lange zu überreden.

Dass im Wort »Autobiografie« übrigens ausgerechnet das Wort »Auto« steckt, hat Charme. Insofern, als Sie sich mit der eingefleischten Cabriofahrerin Angelika Kirchschlager auf eine Reise begeben. Auf eine Reise durch mein Leben mit freier Sicht auf einen Himmel, von dem häufig die Sonne strahlt, der mitunter aber auch verhangen ist mit dunklen Wolken. Und es ist eine Reise, die nicht von A nach B führt. Jedenfalls nicht auf direktem Weg.

Im Grunde ist es eine Fahrt ins Blaue. Über Landstraßen und Autobahnen, in Sackgassen, über Brücken, oft auf der Überholspur und hin und wieder auch gegen die Einbahn. Bisweilen auch gegen die Wand. Umwege sind ganz bewusst gewählt, und mitunter verfahre ich mich. Da schweife ich ab, da greife ich vor, vereinzelt viele Jahre, um schließlich wieder umzudrehen und abermals einen anderen Weg zu wählen. Aber schließlich führen alle Wege zu mir.

In diesem Sinn wünsche ich eine vergnügliche Reise.

Angelika Kirchschlager im Sommer 2013

PS: Ich gehe übrigens kaum in die Oper. In erster Linie dann, wenn ich arbeiten muss. Doch dazu später.

Die Zeit in Salzburg

Der richtige Moment

und andere Gedanken

Ich hatte glatte Haare. Ja, wirklich, als kleines Kind hatte ich nahezu ganz glatte Haare. Später dann, als ich in die Schule kam, bildeten sich die ersten kräftigeren Wellen, und in der Pubertät sind meine Haare schließlich regelrecht explodiert. Und ich würde lügen, wenn ich sagte, ich hätte meinen Lockenkopf nicht zu bändigen versucht. Über Jahre, über Jahrzehnte in Wahrheit, habe ich nahezu alles ausprobiert, diesem wilden Treiben auf meinem Haupt ein Ende zu setzen. Heute jedoch lasse ich meiner Mähne mehr oder weniger freien Lauf, heute lasse ich ihr ihren Willen. Und es ist tatsächlich nicht sehr lange her, dass ich mich endgültig zu diesem Schritt durchringen konnte.

Es war ein Akt der Befreiung. Nicht der einzige in der jüngsten Vergangenheit, denn ich verändere mich seit ein paar Jahren zunehmend auch künstlerisch. Und ich verändere mich zunehmend als Mensch.

Insofern ist nach meinem Gefühl gerade derzeit der richtige Moment, all das niederzuschreiben, was bisher geschah. Was mich bewegt und geprägt hat im Positiven wie im Negativen. Weil ich ausmiste in der jetzigen Phase meines Lebens, und im Ausmisten bin ich ein wahrer Meister. Ich kann mich ganz ohne Wehmut von Dingen trennen. Ich kann mich von einem endlos oft getragenen und geliebten und mit Geschichten bekleckerten Kleid in aller Freundschaft verabschieden, ich kann akzeptieren, wenn etwas vorbei ist, wenn etwas seine Zeit und meist auch seine Berechtigung hatte.

Und das gilt auch für Lebensabschnitte. Ich kann Regale ausräumen, weil ich zu wissen glaube und spüre, dass sie sich sogleich wieder füllen werden mit Menschen und Materien, die in mein Jetzt passen. Und bevor ich neugierig aufbreche zu neuen Ufern, weil ich nicht müde werden will, meinen Horizont zu erweitern, werde ich von alten Stränden erzählen.

Aber nicht sofort. Denn auch wenn die ersten Kapitel dieses Buches unter dem Sammeltitel »Die Zeit in Salzburg« vor Ihnen liegen, möchte ich an dieser Stelle bereits ein erstes Mal abschweifen und vorgreifen und eingangs ein wenig vom Heute und nicht vom Gestern erzählen. Vom heißen Sommer 2013, in dem ich mich an bald schon 48 Jahre meines Lebens erinnere und diese Erinnerungen notiere. Ich erzähle vom Status quo.

47 Jahre und ein paar Monate. Das ist ein Alter, mit dem ich kein Problem habe. Ganz im Gegenteil. Ich habe das Gefühl, im besten Alter zu sein und würde auch keine Sekunde meiner gesammelten Erfahrungen tauschen wollen gegen eine körperliche und vermeintlich Glück verheißende Jugend. Natürlich wäre es optimal, steckte ich mit meinem Schatz an Erkenntnissen und sogenannten Weisheiten im Körper einer 30- oder 35-Jährigen, aber würde das auch zusammenpassen? Würde das stimmen? Ich denke nicht. Außerdem verheißen auch meine bald 48 Jahre Glück.

Und weil ich erwähnte, ich sei im besten Alter, so trifft das auch auf meinen Beruf, auf das Singen zu. Meine Stimme ist in den vergangenen drei, vier Jahren auf- und mehr und mehr aus sich herausgegangen. Und zwar deshalb, weil ich seit einiger Zeit mit größter Konsequenz nur noch das singe, was mir als Mensch guttut, weil ich nur noch das singe, womit ich mich wohlfühle, was ich vor mir verantworten kann und womit ich mit mir im Reinen bin.

Mein Geist ist entspannt, meine Stimme dankt es ihm. Sie muss, wie der Mensch Angelika Kirchschlager ebenfalls, nichts mehr sein, was sie vielleicht nicht immer sein wollte. Meine Stimme ist mein Stimmungsbarometer, und so gut es ihr momentan geht, so gut geht es mir. Und umgekehrt.

Früher habe ich so manches in meinem Beruf mit Kraft kompensiert. Heute natürlich auch noch mitunter, aber heute kommt das Wissen um mein gelebtes Leben hinzu, und diese Erfahrungen machen es um ein Vielfaches leichter.

Natürlich wird es dereinst so sein, dass ich noch mehr gelebt und erlebt haben werde und gleichzeitig die Kraft für das Singen sukzessive weniger wird. Stimme, Klang und Körper verändern sich – ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr unbedingt zum Vorteil. Aber auch damit werde ich mich nicht nur anfreunden müssen, ich werde mich damit anfreunden können. Ich werde mich ganz allgemein mit allen scheinbar unerfreulichen Zuständen zu arrangieren versuchen und werde sie akzeptieren, weil mit jedem Tag, den ich lebe, mein Leben reicher wird. Noch reicher. Selbst wenn man körperlich nicht mehr ganz so auf der Höhe ist, heißt das hoffentlich noch lange nicht, dass die Lebenslust verloren geht. Vielleicht braucht man beim Heurigen dereinst ein weiches Kissen, damit man nicht ganz so hart sitzt, aber immerhin sitzt man noch beim Heurigen. Es ist einfach so, dass die Dinge, die mir wichtig sind, nur wenig mit dem Alter zu tun haben. In zehn Jahren bin ich 57. Und auch das wird nur eine Zahl sein und, da bin ich zuversichtlich und klopfe auf Holz, kein bedauernswerter Zustand.

Ich bin zufrieden mit mir und finde es schmeichelhaft, wenn Menschen mir Komplimente machen. Auch wenn ich gerade beginne, mich von gängigen Schönheitsidealen zu befreien. Wenn ich einmal das eine oder andere Kilo zu viel habe, dann habe ich eben das eine oder andere Kilo zu viel. Wird schon wieder weggehen, denke und sage ich mir, kein Grund, hysterisch zu werden. Und meine Falten erzählen Geschichten, die ich nicht leugnen will. Wobei die meisten Falten ohnehin Lachfalten sind.

Und noch etwas ist passiert mit mir in den vergangenen Jahren: Ich habe gelernt, mein Licht nicht mehr unter den Scheffel zu stellen. Auch das war ein Akt der Befreiung, dieses Eingeständnis, irgendetwas möglicherweise doch besser zu können als andere. Heute spreche ich das auch voller Überzeugung aus, aber ich musste es mir tatsächlich erst Schritt für Schritt aneignen, statt hauptsächlich von meinen weniger guten auch von meinen guten Eigenschaften sprechen zu können. Und seit ich es kann, und zwar ohne überheblich oder hochmütig zu sein, habe ich an Stärke gewonnen. Seit ich es kann, bin ich aber auch wählerischer geworden. Nicht zuletzt was die Menschen betrifft, mit denen ich mich umgebe und näher auseinandersetze.

Ich bin süchtig nach Menschen. Süchtig danach, immer neue kennenzulernen. In allen Variationen. Ich tendiere dabei zu solchen, die – nennen wir es so – eine Herausforderung darstellen. Das liegt, und ein bisschen glaube ich daran, an meinem Sternzeichen. Ich bin Schütze. Und ich bin dabei tolerant in einem Ausmaß, das manchmal schon an Einfalt grenzt. Meine Philosophie ist es aber, mich zu öffnen und von jedem vorweg nur das Beste anzunehmen. Je mehr ich selbst erlebe, umso weniger möchte ich über andere urteilen. Ich bemerke immer wieder, dass Menschen ehrliche, positive Erwartungen wirklich gerne erfüllen und dabei selbst viel glücklicher werden. Das funktioniert an der Kassa im Supermarkt genauso wie in den Büros der Intendanten. Und mit jedem Menschen, der mir begegnet, werden andere Eigenschaften ans Tageslicht gebracht. Das gilt für Stärken und Schwächen gleichermaßen.

Mitunter aber muss ich regelrecht »zumachen«, um mich nicht zu sehr in Fremden zu verlieren. Ich sehe sie, ich sehe sie in der U-Bahn oder auf der Straße, im Gasthaus oder an der Tankstelle und durchlebe ihre Leben und ihr Dasein in meiner Fantasie. In Paris in der Metro ist es mir einmal passiert, dass ich es fast nicht mehr ausgehalten habe, all diese Massen, all diese Schicksale, also habe ich den Blick zu Boden gesenkt – quasi aus Selbstschutz – und auf eine einfache Schraube im Boden gestarrt.

Minuten später habe ich mich allerdings dabei ertappt, dass ich völlig versunken war in diese Schraube, dass ich mich gefragt habe, wann sie wohl hineingedreht wurde, wie viele Menschen schon auf sie draufgetreten sind, wie lange sie wohl noch halten wird und wie der Mensch ausgesehen haben mag, der sie eingesetzt hat. Und prompt habe ich die Station, bei der ich hätte raus müssen, verpasst.

Die Salzburger Journalistin Caroline Kleibel hat mich vor einigen Jahren zu einem Gespräch gebeten, an das ich mich sehr gerne erinnere und dem schließlich sogar ein kleines Büchlein entsprang. Was damals an Gedanken und Überlegungen zu ausgewählten Stichworten aus mir herausgesprudelt ist, möchte ich an dieser Stelle noch einmal sinngemäß wiedergeben, weil es viel über mich und meine Einstellungen sagt. Und weil es in weiterer Folge vielleicht so manches verständlicher oder nachvollziehbarer macht, was ich in diesem Buch von mir und von meinem Leben erzählen werde.

Ehrlichkeit. Ich glaube, wenn wir auf unser Innerstes hören und ganz ehrlich zu uns sind, können wir spüren, was gut für uns ist. Das zu erkennen ist schon schwierig genug, aber die Umsetzung scheint dann oft völlig unmöglich. Aus Angst vor den Konsequenzen. Vielleicht geht es darum, im Wesentlichen zu erkennen, was du tun musst, um bei dir selbst zu bleiben und nicht vor dir selbst zurückzuschrecken. Das ist bereits ein sehr großer Schritt, der viele Lösungen nach sich zieht.

Verantwortung. Manche Menschen schaffen es ihr Leben lang nicht, ihrem eigenen Wesen zu folgen. Je mehr Freiheit man für sich in Anspruch nimmt, umso größere Verantwortung trägt man. Ich will frei sein und trage dafür eine hohe Verantwortung. Das ist nicht leicht, aber ich bin so und kann anders nicht leben. Freiheit und Verantwortung sind ein Paar, das man nicht trennen darf.

Bühne und Leben. Die Rollen, die ich vor allem in der Oper verkörpere, verändern sich mit dem Leben. Sie sind Spiegel für alles. Wenn ich offen bin für die Persönlichkeit, die der Regisseur meiner Rolle zudenkt, habe ich die Chance, auch neue Seiten an mir kennenzulernen. Das ist spannend. Auf der Bühne wie im Leben.

Selbstbewusstsein. Der Weg zu sich bedeutet harte Arbeit. Sowohl im Kopf als auch im Herzen. Und man erleidet immer wieder Rückschläge. Es ist notwendig, sich unabhängig zu machen, Dinge und Menschen hinter sich zu lassen, sich abzunabeln. Das ist nicht einfach. Einfacher ist es meist, allem zuzustimmen, anstatt etwas abzulehnen. Aber Nein sagen muss gelernt sein.

Überwindung. Manche Bühnenrollen sind eine ungeheure Herausforderung, fast wie eine Therapie. Es sind Dinge zu tun, die einen nicht schöner oder besser erscheinen lassen, sondern die Abgründe aufzeigen – Verzweiflung, Lüge, Wut, Erniedrigung. So etwas darzustellen kann sehr unangenehm sein. Man will es nicht fühlen und auch nicht zeigen. Die Überwindung dieser inneren Grenzen hat mich sehr verändert. Und vielleicht ist gerade das ein Geschenk des Lebens, wenn es sich verdichtet und dich in eine Situation bringt, in der du dich entscheiden musst »zu springen«.

Gegen den Strom. Du kannst gegen viele Strömungen ankämpfen, aber dem großen Strom des Lebens kannst du ohne Verletzungen nicht entkommen. Es ist spannend zu sehen, wohin er einen trägt. Das Ruder heißt Verantwortung, für sich und für andere. Auch wenn wir all unsere Kraft aufwenden, werden wir im Kampf gegen die Strömung nicht einen einzigen Zentimeter gewinnen. Eigentlich kann man nur erschöpft untergehen. Wenn du dich aber der Strömung ergibst und deine Energie dorthin wendest, kannst du unglaublich weite Strecken zurücklegen. Auch wenn du diese Richtung nie erhofft oder erwartet hast.

Gelassenheit. Es ist ein schmaler Grat zwischen Gleichgültigkeit und Gelassenheit. Gelassenheit zu besitzen ist ein großes Geschenk, das Freiheit und Ruhe bringen kann. Vielleicht kommt die Gelassenheit gerade mit der Freiheit.

Lampenfieber. Übertriebenes Lampenfieber resultiert aus Eitelkeit und aus der Angst, Vorstellungen anderer eventuell nicht zu entsprechen. Seit ich zu mir stehe, so wie ich bin, und nicht mehr gefallen muss, habe ich keine Angst mehr. So wie im Leben.

Kunst. Kunst ist nie dafür da, einfach nur schön zu sein. Kunst zu verstehen bedeutet Konfrontation. Kunst ist, wenn sie entsteht, ihrer Zeit meist voraus, sie hat viele Gesichter und ist nie gefällig. Und Kunst und Publikum sind wie Sender und Empfänger. Sie bedürfen einander und beide tragen eine große Verantwortung.

Allein. Alleinsein ist wunderbar, wenn man nicht einsam ist. Allein in der U-Bahn in Tokio, allein in der hintersten Ecke einer Bar in New York. Es ist leicht, fortzugehen, im Wissen darum, wo du hingehörst. Es ist schön, allein zu sein, im Wissen darum, dass es Menschen gibt, die immer für dich da sind.

Zu zweit. Fast alle Menschen streben danach, zu zweit zu sein. Und glücklich. Das hält unser Leben ordentlich in Schwung. Echte Partnerschaft kann für mich aber nur dann stattfinden, wenn sie freiwillig und ohne Abhängigkeit geschieht.

Zeit für dich. Die Zeit ist ein sonderbares Ding. Die Zeit heilt Wunden, heißt es. Auf die Zeit kannst du vertrauen. Ich habe oft auf die Zeit vertraut, wenn ich nicht wusste, wohin ich mich wenden sollte. Dann bin ich ganz still gestanden und habe mich nicht mehr bewegt. Denn selbst wenn man gar nichts tut, verändert die Zeit die Dinge rundum, und vieles steht plötzlich in einem anderen Winkel, in einer anderen Perspektive. Die Zeit schiebt Türen auf und gibt Blicke frei, die zuvor verstellt waren. Du musst warten können und im richtigen Moment handeln. Denn so wie die Zeit Türen öffnet, wird sie diese auch irgendwann wieder schließen.

Und ein letzter Gedanke noch, ehe es dann wirklich losgeht in einer längst vergangenen Zeit: Unsere Erziehung und auch die Kirche lehren uns, immer auf andere zu schauen. Das sei unser höchstes Ziel. Den Menschen um dich herum soll es gut gehen, nur dann kannst du auch selbst dein Glück finden. Ich meine, dass es genau umgekehrt sein müsste: Nur wenn du mit dir selbst und deinem Leben zufrieden bist, kannst du positiv auf andere wirken.

Ich bin nicht zur Opernsängerin erzogen worden. Ich bin erzogen worden, bescheiden zu sein, in erster Linie aber bin ich liebevoll erzogen worden und dazu, ein tauglicher Mensch zu werden. Damals, in Salzburg, wo alles begann.

Mein erstes Trauma

und was ich alles nicht wurde

Ich hatte in Wahrheit keine Ahnung. Keine Ahnung, was ich mit meinem späteren Leben anfangen sollte. Die Matura stand relativ kurz bevor, und eine eher vage Idee hatte sich festgesetzt in mir, wonach ich danach eventuell Restauratorin werden wollte. Die Vision, in einer Kirche hoch oben auf einem Gerüst zu stehen und Gold auf Kunstwerke aufzutragen, hatte etwas durchaus Verlockendes für das damals 18-jährige, noch ziemlich naive und unverfälschte Mädchen Angelika. Stille rund um mich und sehr viel Eleganz und diese kühle, klare Luft, die einen in diesen alten Gotteshäusern so oft umspielt. Und ich hab’s gern kühl.

Oder Buchbinderin? Das erschien mir kreativ, man hat mit schönen Dingen zu tun, und es ist ein Beruf mit einer aufregenden Tradition. Oder doch Archäologin? Dagegen sprachen wiederum die extrem heißen Gegenden, die man als Archäologin vermutlich immer wieder zu bereisen hätte. Ich war also uneins mit mir und habe mich schon damals recht häufig neu erfunden.

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Im »Zaubergarten« der Tante in Morzg: Die Eltern Walter und Inge, Angelika und ihre kleine Schwester Lissi. »Wir waren«, erinnert sich Angelika, »sehr lange meist gleich angezogen, obwohl wir – wie man sieht – keine Zwillinge sind.«

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Mitte der 1980er-Jahre fanden sich die Kirchschlagers das erste und gleichzeitig letzte Mal gemeinsam in einem Fotostudio ein. »Das Bild haben wir dann der Texas-Omi anlässlich ihres Geburtstages in die Staaten geschickt.«

Also vielleicht Musiktherapeutin? Mit Musik hatte ich ja bereits seit meiner sehr frühen Kindheit zu tun. Ich war sechs Jahre alt, als ich mit dem Klavierspiel begonnen habe. Nicht, weil mich meine Eltern dazu gezwungen hätten, sie haben es mir einfach ans Herz gelegt, weil sie selbst sehr musische Menschen sind, meine Eltern Inge und Walter. Meine Mami hat über 30 Jahre im Salzburger A-Cappella-Chor gesungen und als Kind ebenfalls Klavier gespielt, und mein Vater, der im Alter von fünfzehn beim Meinl als Lehrling begonnen, dann die Abendschule besucht hat, schließlich einen Posten bei der Länderbank hatte und später als für Marketing zuständiger Abteilungsleiter bei Mannesmann in Pension ging, hat auf der Volkshochschule einen Malkurs belegt und wirklich ganz, ganz tolle Bilder auf die Leinwände und auf Papier gezaubert. Irgendwann hat er auch alle Salzburger Stadttore für ein eigenes Buch gezeichnet und ist im Zuge seiner diversen Recherchen draufgekommen, dass eines dieser Tore den falschen Namen trägt. Und flugs wurde es auch schon wieder umbenannt.

Wie er überhaupt auf so manches draufgekommen ist. Beispielsweise, dass die Taxis auf dem Salzburger Flughafen falsch standen. Auf der falschen Seite nämlich. So, dass man, wenn man ankam und ein Taxi brauchte und es regnete, durch den Regen gehen musste. Also hat er Eingaben bei der zuständigen Behörde gemacht. So lange, bis ein neuer Taxistandplatz errichtet wurde. Unter dem Vordach.

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Sandspielen an der Adria: Lissi und Angelika in sehr, sehr jungen Jahren während ihres Badeurlaubs in Rimini. »In den darauffolgenden Sommern waren wir dann allerdings meist in Österreich und da speziell beim Opa im Kamptal.«

Und wenn ich schon abschweife, erzähle ich auch noch ganz rasch die Geschichte mit der Telefonzelle. Papis Meinung nach war unsere Telefonrechnung zu hoch, was angeblich an meinem und dem angeblich nicht minder ausufernden Telefonierverhalten meiner 22 Monate jüngeren Schwester Elisabeth lag. Er hat daraufhin eine Telefonzelle für unseren Garten beantragt. Diesen Wunsch hat man ihm zwar nicht erfüllt, aber keine zwanzig Meter von unserem Reihenhaus in Taxham entfernt hat man dann eine hingestellt. Auf sein Betreiben hin. Und fortan brauchte ich ziemlich viel Kleingeld.

Ich habe also Klavier gespielt. Ida Hochleitner hieß meine allererste Lehrerin, und an drei Dinge erinnere ich mich noch sehr, sehr gut. Daran, wie sehr ich das Üben gehasst habe und an den Geruch in der Hauptschule, in der Frau Hochleitner am Nachmittag ihre Stunden gab, wenn das Gebäude schon wie leergefegt war. Es war der beißende Geruch, den die Putzmittel verströmten. Und das Dritte, was ich nie vergessen werde, war der erste Klassenabend in der Schule, an dem ich vorspielen sollte. Da saß ich also im hübschen Kleidchen und mit der adretten Frisur, die Beine haben nicht annähernd bis zum Boden gereicht, und ich bin gleich einmal stecken geblieben nach den ersten paar Takten. Also zurück zum Start, und wieder hat es mich an derselben Stelle erwischt. Fünf, sechs Mal ging das so, bis ich endlich durchkam. Mit Hängen und Würgen und zahlreichen weiteren Stolperern. Von da an hatte ich ein regelrechtes Trauma, denn dieses böse Spiel hat sich zur guten Miene der vielen zuhörenden Eltern auch in den darauffolgenden Jahren an den Klassenabenden immer wiederholt.

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Als von der kaum zu bändigenden Lockenpracht noch keine Rede war: Angelika an ihrem ersten Schultag. Die Volksschule besuchte die junge Dame mit der riesenhaften Schultüte in Lehen.

Die Aufnahmeprüfung auf das Mozarteum bei Professor Anton Czjzek habe ich trotzdem geschafft. Mit acht. Und bis ich achtzehn war, blieb ich bei ihm. Er war ein unendlich geduldiger und liebenswerter Mann, hat viel verlangt, aber nicht zu viel, und so blieb der Spaß nie auf der Strecke. Er war streng, das auch, aber er war ausgesprochen gütig.

Konzertpianistin wäre dennoch nie infrage gekommen für mich. Nur der Flügel und ich, das wäre mir zu einsam gewesen, außerdem hätte ich gefürchtet, dem Ganzen nervlich nicht gewachsen zu sein.

Mit sechzehn hatte ich dann zwischendurch noch die Idee, es zusätzlich mit Querflöte zu versuchen. Ich bin sogar zu einem Professor gegangen, um testen zu lassen, ob ich von den Lippen und der Zahnstellung her die Voraussetzungen haben würde. Das hätte zwar gepasst, aber dann wollte ich doch nicht. Ich war sprunghaft

Ach ja, gesungen habe ich auch. Aber Opernsängerin werden? Nein, wirklich nicht. Bis eines Tages …

Die modrige »Carmen«

und der Kasperl an der Busstation

Anfangs habe ich im Schulchor gesungen, später auch im Kirchenchor der Franziskanerkirche mitten in der zauberhaften Salzburger Altstadt rund um den bunten Markt mit dem frischen Obst und Gemüse, den Würstel- und all den anderen Ständen. Die amerikanische Sopranistin Barbara Bonney hat zu dieser Zeit in Salzburg am Mozarteum studiert und wurde immer wieder als Solistin engagiert. Ich habe sie bewundert, damals, als ich hinter ihr im Kreis der anderen begeisterten Choristen stand. Aber dass ich viel später, 1994 nämlich, gemeinsam mit ihr im Rahmen einer Japan-Tournee der Wiener Staatsoper unter Claudio Abbado in »Die Hochzeit des Figaro« auf der Bühne stehen sollte, ich als Cherubino, sie als Susanna, hätte ich mir natürlich nicht im Entferntesten träumen lassen. Weil ich, wie schon erwähnt, keine Ahnung hatte, was später einmal aus mir werden sollte. Dass wir Jahre nach unserem Kennenlernen in der Kirche und inzwischen eng befreundet eine gemeinsame CD aufnehmen würden, hätte ich daher auch ins Reich der Fantasie verwiesen. Duette von Brahms, Mendelssohn und Dvořák waren drauf, und in Wahrheit haben wir diesen Tonträger nur deshalb produziert, weil wir zusammen eine Woche in Berlin verbringen und dort der Lebenslust frönen, die Stadt erkunden und unseren Horizont erweitern wollten.

Mein Musiklehrer am Musischen Gymnasium an der Lehener Brücke hieß Albin Reiter. Bis zur Matura hat er mich begleitet und mir auch mein allererstes Bühnenerlebnis verschafft. In der ersten Klasse war’s, da durfte ich im Kleinen Festspielhaus bei einer »Carmen«-Produktion des Landestheaters im Kinderchor singen. »Mit der Wa-che an-zu-tre-ten sind wir Kin-der immer da …« – einfach herrlich.

Hatten wir Probe, hatten wir schulfrei. Was natürlich einen zusätzlichen Reiz bedeutete. Und mein Weg ins Festspielhaus führte mich dann immer durch die recht schwach beleuchteten Tunnel in der Mönchsberggarage. Wenn ich heute durch diese Tunnel gehe, habe ich den gleichen Geruch wie anno dazumal in der Nase, diesen feuchten, regelrecht modrigen Geruch. Und so ist »Carmen« für mich seit jeher untrennbar mit Moder verbunden. Sosehr ich diese Oper auch mag.

Ich hatte damals allerdings – verzeihen Sie mir diese nicht sehr damenhafte Formulierung – die Arschkarte gezogen. Der Chor war nämlich zweigeteilt, wobei der eine Teil immer auf der Bühne stand, der andere sich hinter den Kulissen klein machen musste und nur dann aufstehen und sich zeigen durfte, wenn er zum Singen dran war. Und ich gehörte zum zweiten Teil. Daraufhin hat die kleine Angelika während einer Probe all ihren Mut zusammengenommen, ist zum Regisseur gestapft und hat sich beschwert, weil sie ja spielen wollte. Und da bin ich offensichtlich derart überzeugend – oder bemitleidenswert oder einfach nur süß – gewesen, dass ich am Ende des ersten Aktes, wenn Carmen sich losreißt, auf dem Balkon erscheinen und laut lachen durfte. Geschafft! Und eine Gage bekamen wir auch. Von der habe ich mir dann meinen ersten Fernseher gekauft. Wenn ich heute darüber nachdenke, erstaunt es mich ungemein, dass meine Eltern mir einen Fernseher in meinem Kinderzimmer erlaubt haben.

Der Dirigent bei dieser Produktion hieß Leopold Hager. Jener Leopold Hager, mit dem ich – ähnlich wie mit Barbara Bonney – auch noch häufig zu tun haben sollte. Viele »Rosenkavaliere« haben wir gemeinsam an der Staatsoper gemacht und auch ein paar Orchestertourneen unternommen. Seltsam und gleichermaßen Wärme spendend, schöne Erinnerungen weckend, wie manche Kreise sich in meinem Leben schlossen.