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Felix Dvorak

SO LACHT DIE WELT

Eine humorvolle Reise
um den Globus

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© 2020 by Amalthea Signum Verlag, Wien

Alle Rechte vorbehalten

Umschlaggestaltung: Valence, www.valencestudio.com

Umschlagabbildungen und Illustrationen im Buch: © Valence

Lektorat: Martin Bruny

Herstellung und Satz: VerlagsService Dietmar Schmitz GmbH, Heimstetten

Gesetzt aus der 11,5/15,5 pt Cambria

Designed in Austria, printed in the EU

ISBN 978-3-99050-187-0

eISBN 978-3-903217-63-8

Meiner geliebten Frau Elisabeth gewidmet.

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Inhalt

Was ist Humor?

Von alten und neuen Witzen

Afrika

Arabien

Australien

Belgien

Bulgarien

China

Dänemark

Deutschland

Finnland

Frankreich

Griechenland

Großbritannien

Indien

Indonesien

Iran

Israel

Italien

Japan

Kanada

Korea

Kroatien

Lateinamerika

Malaysia

Niederlande

Norwegen

Österreich

Polen

Portugal

Rumänien

Russland

Schottland

Schweden

Schweiz

Serbien

Slowakei

Slowenien

Spanien

Thailand

Tschechien

Türkei

Ungarn

USA

Vatikan

Zypern

Resümee

Kleines satirisches Alphabet

Der Autor

Was ist Humor?

Der einzige Unterschied zwischen Menschen und Tieren ist die Fähigkeit zu lachen. Die Möglichkeit, Witze zu erzählen, unterscheidet den Menschen von allen anderen Lebewesen. Und die Gabe, damit andere zu unterhalten, trennt einen guten Spaßmacher von all den geist- und humorlosen Troglodyten dieser Welt.

Diktatoren leben, ohne es selbst zu wissen, ohne einen Funken Humor. Und ihre Anhänger und Gefolgsleute ähneln ihnen wie ein faules Ei dem anderen. Denn Humor sitzt im Kopf und nicht im Herzen. Dummköpfe haben keinen Humor.

Von alten und neuen Witzen

Ich bin weit herumgekommen in der Welt und habe da und dort mein Publikum unterhalten. Dabei interessierte mich immer, was die Menschen zum Lachen bringt. Ich habe versucht, fremden Humor zu verstehen. Ich habe neue Witze gesammelt und sie in meiner fünfzehn Jahre laufenden überregionalen Radiosendung »Humor kennt keine Grenzen« wieder vors Publikum gebracht.

Im Grunde habe ich dabei keine neuen Witze vorgetragen, denn es gibt keine neuen Witze. Es heißt ja, mit dem ersten Witz hat Kain den Abel erschlagen. Die neuen Witze sind nur alte, die durch Umfeld und Lokalkolorit umgefärbt wurden.

In diesem Buch finden Sie unter der Prämisse der vorher von mir angeführten Wahrheiten Witze von Afrika bis Zypern. Ich hoffe, Sie haben Freude damit.

Afrika

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Humor ist in Afrika angesichts der widrigen Umstände, unter denen die Schwarzafrikaner existieren müssen, eine Überlebensstrategie.

In Mogadischu trifft Nuruddin einen anderen Somalier und fragt ihn: »Wie geht es dir heute?«

Und bekommt die Antwort: »Es geht mir ausgezeichnet! Auf alle Fälle wesentlich besser als morgen!«

Am Tanganjikasee im Kongo sitzt Guylan Mavulo und flickt sein Fischernetz. Da sieht er im Wasser einen Mann wild gestikulieren. Er achtet nicht auf ihn. Doch dann hört er den Mann schreien: »Hilfe! Hilfe! Ich kann nicht schwimmen!«

Mavulo schreit unwillig zurück: »Na und?! Ich kann auch nicht schwimmen. Schrei ich deshalb?!«

Ein Massai-Dorf in der kenianischen Masai Mara. Ein Bauer kommt klagend zum Dorfältesten: »Meine Kuh ist krank!«

»Mhm.«

»Deine Kuh war doch auch vor Kurzem krank.«

»Ja, ja.«

»Und was hast du dagegen gemacht?«

»Ich hab ihr Petroleum ins Wasser gegeben.«

Der Bauer bedankt sich und geht. Zwei Tage später kommt er wieder: »Was hast du gesagt? Meine Kuh ist an deinem verfluchten Petroleum eingegangen!«

»Meine auch!«

Der Reiseführer geleitet die Fotosafarigruppe durch den unwegsamen Urwald. Plötzlich beginnen ringsum die Trommeln zu dröhnen. Erkundigt sich ein Expeditionsteilnehmer: »Was ist das? Sind wir in Gefahr?!«

»Aber wo! Das ist das Signal für die Frauen der Buschmänner: »Kleider runter, Preise rauf! Touristen kommen!«

Ein junger europäischer Pater macht als Entwicklungshelfer in einem primitiven Zulu-Kraal seine Runde. Er bleibt am Bett eines jungen Schwarzen stehen und sagt freundlich: »Du sein nicht traurig … Du müssen wissen … die weiße Medizinmann dir wird helfen … Du nur warten, bis er kommt.«

Der Kranke antwortet: »Danke. Das ist sehr nett von Ihnen. Das wird schon. Nächste Woche muss ich wieder meinen Dienst machen als Dozent an der Charité in Berlin!«

Eine Chartermaschine stürzt südlich der Sahara ab. Der einzige Überlebende ist der berühmte Violinvirtuose Todor Mandelbaum. Durstig und verzweifelt schleppt er sich, seine Amati fest umklammernd, durch die Savanne. Plötzlich umringen ihn einige Löwen. Da nimmt er seine Geige und beginnt zu spielen. Während er sein Standardprogramm von Pablo de Sarasate bis Max Bruch abzieht, setzen sich die Löwen im Kreis um ihn und lauschen friedlich schnurrend den berühmten Weisen. Plötzlich taucht ein räudiger alter Löwe auf, fällt sofort über den Virtuosen her und frisst ihn auf.

Sagt der eine Löwe zum andern: »Ich habe gewusst, wenn der terrische alte Trottel kommt, ist es aus mit dem Konzert!«

Mitten im Busch steht dem Missionar plötzlich ein riesiger Löwe gegenüber. Der Geistliche fällt auf die Knie und betet: »Lieber Gott, gib dieser Bestie christliche Gefühle!«

Da sieht der Löwe gegen Himmel und brummt: »Herr, segne die Nahrung, die ich jetzt zu mir nehmen werde!«

Arabien

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Es heißt allgemein, dass Muslime keinen Humor besitzen. Das ist völlig falsch. Die arabische Satire versucht sich in letzter Zeit in lustiger Islamkritik. Der mittlerweile in vielen Ländern des Nahen Ostens und Nordafrika bestens ausgebaute Internetzugang bietet die Möglichkeit, im Netz seine Spuren zu verwischen. Dies wird zur Verbreitung der besten Allah-Witze weidlich ausgenützt – bis hin zur Verhöhnung der islamischen Geistlichkeit. Aber auch der Witz über das Alltagsleben hat eine große Anhängerschaft.

Ein Landarbeiter fiel beim Dattelpflücken von einer Palme und tötete dadurch einen unter der Palme Stehenden. Die Witwe des Opfers ging zum Kadi und forderte, auf muslimisches Recht pochend, das Leben des Landarbeiters. Einen finanziellen Ausgleich lehnte sie ab. Der Kadi sagte: »Das Gesetz sieht dafür keine Todesstrafe vor. Aber ich verfüge, er soll sterben wie dein Mann. Du steigst auf die Palme und lässt dich so oft auf ihn fallen, bis er tot ist!«

Da willigte die Witwe in einen finanziellen Ausgleich ein.

Abdallah steht vor dem Kadi. Dieser ist erzürnt: »Abdallah, ich sage dir, ich habe hier zwei Zeugen, die gesehen haben, wie du das Lamm aus dem Stall entführt hast!«

»Hoher Herr, das heißt gar nichts. Ich kann Ihnen hundert Zeugen bringen, die es nicht gesehen haben!«

Badr ist zu Geld gekommen und sucht nun eine Frau. So wendet er sich an das Heiratsvermittlungsinstitut Saeada in Kairo. Der Heiratsvermittler macht bald einen Termin im Haus von Kamal, der seine Tochter unter die Haube bringen möchte. Kamal hat seine nicht sehr attraktive Tochter schminken und schmücken lassen. So sitzt nun die Familie Kamal um den festlich gedeckten Tisch, der sich unter außergewöhnlichen Köstlichkeiten biegt. Badr isst und isst und isst, bis der Vermittler leise zu ihm sagt: »Iss nicht so viel. Wie sieht denn das aus?«

»Ist mir doch egal. Ich nehm sie ja nicht.«

Faisal ist ein gläubiger Moslem. So zeigt er auf den Spruch »Allah segne, die sich früh erheben« und spricht zum Mullah: »Der Spruch ist ein Unsinn! Ich bin vor Tagesanbruch aufgestanden, um hier zu beten. Aber Wegelagerer überfielen mich und raubten mir mein ganzes Geld!«

Da spricht der Gelehrte: »Die Räuber waren offenbar noch früher auf den Beinen!«

Im Wartezimmer des berühmten Arztes Ahmad al-Hakim sitzen zwei Patienten. Fragt der eine: »Na, Mohammad, geht es dir wieder gut?«

»Gut nicht, aber etwas besser.«

»Na, das ist doch gut, dass es dir schon besser geht.«

»Ja, das ist schon gut. Aber besser wäre es, wenn es mir gut ginge!«

Der Emir möchte Golfspielen lernen. Nach einer Woche Üben sagt der Trainer ganz unterwürfig und liebevoll: »Hoheit, Sie machen alles glänzend! Sie sind ein richtiges Naturtalent! Nur, wenn ich das sagen darf – einen kleinen Fehler begehen Sie noch: Sie stehen nach dem Abschlag zu nahe am Golfball!«

Im Ägyptischen Museum in Kairo befindet sich eine Tafel aus dem Mittleren Reich des Königs Mentuhotep II. (2061 bis 2010 vor Christus). Wenn man sich die Hieroglyphen übersetzen lässt, erfährt man: »Wir leben in einem lügenhaften, sehr heruntergekommenen Zeitalter. Die heutige Jugend zeigt kaum noch Respekt vor den Eltern. Sie ist von Grund auf verdorben, voller Ungeduld und ohne jede Selbstbeherrschung.«

Der fromme Muslim El Hadji liegt im Sterben. Seine Familie steht an seinem Bett, da schlägt El Hadji die Augen auf und sagt: »Holt mir einen Rabbiner. Ich möchte zum Judentum konvertieren!«

Seine Familie ist entsetzt: »Vater, wie kannst du dir so etwas wünschen?! Du bist doch dein ganzes Leben ein gläubiger Moslem gewesen!«

»Da sagt El Hadji ganz ruhig: »Ich habe mir gedacht: Wenn schon einer sterben muss, dann soll es ein Jude sein!«

Der berühmte IT-Spezialist Dave Morrissen darf als persönlicher Gast des Emirs ausnahmsweise den Harem besichtigen. Um einen riesigen marmornen Pool liegen etwa zwanzig nackte Mädchen. Ein Eunuch geht herum und begießt die Frauen mit einer goldenen Gießkanne. Fragt der IT-Mann:

»Weshalb macht er das?«

Der Emir antwortet: »Wo es zischt, die ist dran!«

Der Emir betritt das Serail, versammelt alle seine Frauen um sich und sagt: »Ich muss euch eine unangenehme Mitteilung machen. Ich verlasse euch. Ich habe mich leider in einen anderen Harem verliebt!«

Australien

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Lieblingsobjekte des australischen Humors sind Frauen, Asiaten, Neuseeländer, ja eigentlich alle Nichtaustralier. Aber es ist auch durchaus üblich, sich selbst als Spottobjekt ins Zentrum zu stellen.

Auf einer australischen Forschungsstation in der Antarktis. Die Wissenschaftler sind seit einem Jahr beisammen. Einer sagt: »Achtunddreißig!«

Alle zerkugeln sich vor Lachen.

Ein anderer sagt: »Fünfundvierzig!«

Die Männer liegen wiehernd in der Ecke.

Ein vor Kurzem zum Team Gestoßener versteht nicht. Man sagt ihm, da man ja jeden Witz der anderen kenne, habe man die Witze nummeriert. Einige Wochen später hat der Neue das Repertoire intus und sagt eines Abends: »Hundertdreiundzwanzig!«

Alle schauen gelangweilt.

Da fragt der Neue ärgerlich: »Weshalb lacht ihr nicht? Ich habe doch einen der besten Witze vorgebracht!«

Und bekommt die Antwort: »Das ist richtig. Nur man muss ihn auch richtig erzählen können!«

Das Canberra Hospital ist berühmt für seine sensationellen Operationsmethoden. Kaum hat sich der hundemüde Chirurg nach dem Nachtdienst in seinem Dienstzimmer aufs Bett gelegt, huscht schon die neue OP-Schwester herein und legt sich zu ihm: »All right, Professor, spielen wir heute wieder Organverpflanzen?«

An der Bar des Peppers Gallery Hotel treffen einander zwei Gentlemen. Fragt der eine: »Du hast mir doch das letzte Mal erzählt, du würdest eine reiche Witwe heiraten. Hast du schon?«

»Nein, ich warte noch.«

»Auf was?«

»Ihr Mann ist noch am Leben!«

Susy Williams will sich scheiden lassen, es kommt zu einer sehr lautstarken Verhandlung. Am Ende verkündet der Richter den Wahrspruch: »Trennung von Tisch und Bett!«

Das schreit Susy: »Das hilft mir gar nichts! Denn der schnarcht auf der Couch und frisst aus dem Kühlschrank!«

Im Royal Melbourne Golf Club kleiden sich zwei honorige Clubmitglieder um. Da fällt dem einen Herrn auf, dass sich der andere einen Damenhüftgürtel umbindet. Erstaunt fragt er: »William, seit wann trägst du einen Damenhüftgürtel?«

Und bekommt die lapidare Antwort: »Den trage ich, seit ihn meine Frau im Handschuhfach von meinem Auto gefunden hat.«

Der Pferdehändler Brown sitzt im Heiratsvermittlungsbüro und erklärt seine Ansprüche an eine neue Partnerin: »Also vermögend muss sie nicht sein. Das bin ich selber. Intelligent muss sie auch nicht sein, das bin ich selber. Geschäftstüchtig muss sie auch nicht sein. Das bin ich selber. Aber bitte, anständig soll sie sein!«

In einer Bar in Sydney treffen zwei alte Bekannte aufeinander. Fragt der eine: »Oh, mein alter Freund, wie gehts?«

»Danke der Nachfrage. Es geht schon noch – monatlich so zwei, drei Mal!«

»Aber Liam, so habe ich das nicht gemeint. Ich wollte eigentlich nur wissen: Wie geht es bei dir zu Hause?«

»Ach so, zu Hause. Ja zu Hause geht es überhaupt nicht mehr!«

In Alice Springs, der wichtigsten Stadt in Australiens Northern Territory, läuft alles in ruhigen Bahnen. Im Zentrum der City steht ein Polizist und fadisiert sich. Da kommt ein kleiner dürrer Mann daher, auf dessen rechter Schulter ein riesiger Papagei sitzt. Der Mann bleibt stehen und sieht sich eine Geschäftsauslage an. Der Papagei wendet sich dem Polizisten zu und fixiert ihn. Als der Mann das merkt, streichelt er dem Vogel beruhigend über die Federn. Da fragt der Polizist den Mann: »Kann der reden?«

Der Papagei antwortet: »Das weiß ich nicht. Ich habe ihn erst vierzehn Tage!«

Der Känguru-Vater fragt seine Frau: »Sag, wo ist denn unser Kind?«

Die Mutter neigt sich vor und erschrickt: »Um Gottes willen, ich hab ein Loch in der Tasche!«

Belgien

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Der Humor der Belgier ist vielfältig. Da die genaue Identität Belgiens nie wirklich geklärt wurde, kann man eigentlich nicht von belgischem Humor sprechen. Denn Wallonien und Flandern sind sehr unterschiedlich. Der wallonische, also der Französisch sprechende Teil Belgiens ist deftig, kirchen- und monarchiekritisch. Die Flamen sind staatskonform und liebenswürdig.

Zwei Jungakademiker haben einen Job bei der Europäischen Union bekommen und besuchen am Abend das typische Brüsseler Restaurant Chez Léon in der Rue des Bouchers. Sie essen natürlich die Spezialität Moules et frites. Dabei kommen sie über die Muscheln auf Austern zu sprechen. Meint François: »Übrigens, das mit den Austern ist ein großer Blödsinn. Was da so dumm geredet wird – Austern steigern die Potenz und so …«

Fragt André: »Ah, ist das nicht wahr?«

»Natürlich nicht. Ich hab einmal zwölf Stück Fine de Claire gegessen – und nur fünf haben gewirkt!«

Alice Claes hat das Gefühl, dicker geworden zu sein. So steigt sie in der Apotheke auf die Computerwaage: Da ertönt eine blecherne Stimme und sagt: »Immer – nur – eine – Person – auf – die – Waage!«

Im Congress Centre Hotel in Brüssel sitzen der Oberrabbiner und ein Kardinal nebeneinander. Das Menü wird aufgetragen, der Rabbi verweigert die Speisen mit Schweinefleisch. Da meint der Kardinal: »Lieber Rabbi, Sie sind viel zu altmodisch. Auch Sie sollten mit der Zeit gehen und den Schinken probieren. Der ist doch eine wundervolle Gabe Gottes!«

Der Oberrabbiner lächelt und meint: »Auf Ihrer Hochzeit werde ich ihn kosten!«

Vor drei Wochen hat Charles Mounier im Café Blanchard seinen 75. Geburtstag gefeiert. Damals ist ihm die hübsche Serviererin ins Auge gestochen, seither kommt er täglich und macht ihr heftige Avancen. Heute stellt sie sich ihm ganz gegenüber und sagt: »Monsieur Mounier, wenn Sie jetzt nicht endlich Ruhe geben, sage ich ja! Und dann?!«

Der Pfarrer und ein Busfahrer kommen vor die Himmelstür. Petrus sagt: »Der Busfahrer darf herein. Der Pfarrer muss warten!«

Der Geistliche regt sich auf: »Ja wieso denn das?! Wieso darf der Busfahrer vor mir in den Himmel?! Ich bin doch ein Diener Gottes!«

Petrus antwortet: »Es kommt immer darauf an, was man mit seiner Tätigkeit erreicht.« Er zeigt auf den Pfarrer. »Wenn du gebetet hast, haben alle Leute geschlafen.« Und zum Busfahrer sagt er: »Und wenn du mit deinem Bus gefahren bist, haben alle Leute gebetet!«

Yves Verhofstad kommt zum Staranwalt und erklärt ihm seinen komplizierten Fall. Meint der Anwalt: »Also, wenn Sie meine ehrliche Meinung wissen möchten …«

»Nein«, unterbricht Verhofstad. »Ich möchte nur Ihren juristischen Rat!«

Toine klagt: »Meine Schwiegermutter ist wie eine Tageszeitung.«

»Warum? Redet sie so viel?«

»Nein, sie erscheint täglich!«

Ein Haus an der Schnellstraße. Plötzlich kracht ein Auto durch die Wand und bleibt vor dem Frühstückstisch stehen. Der Hausherr fragt ungerührt: »Wo soll es denn hingehen?«

»Nach Antwerpen.«

»Gut, dann fahren Sie gleich rechts durch das Kinderzimmer, aber hupen Sie nicht. Meine Tochter schläft noch.«

Wouter Goossens kommt auf das Arbeitsamt von Antwerpen. Der Sachbearbeiter fragt: »Beruf?«

Goossens antwortet: »Großwildjäger!«

»Und wo sind Sie zu Hause?«

»In Gent!«

»Aber bitte, Herr Goossens, in Gent gibt es doch kein Großwild!«

»Deswegen bin ich ja zu Ihnen gekommen!«

Im Golf- und Countryclub Oudenaarde in den flämischen Ardennen spielen drei Damen der Gesellschaft Golf. Eine von ihnen schlägt den Ball so schlecht, dass er weit außerhalb hinter einem Gebüsch landet. Die drei Damen gehen zum Ball und entdecken hinter einem Rhododendron einen Mann, der dort langgestreckt und völlig nackt ein Sonnenbad nimmt. Sein Gesicht hat er mit einer Tageszeitung bedeckt. Sagt die erste Dame: »Also mein Mann ist das nicht.«

Sagt die zweite Dame: »Mein Mann ist das auch nicht.«

Meint die dritte Dame: »Also, das ist überhaupt kein Mann aus unserem Club!«

Bulgarien

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Für die Bulgaren ist der Humor Ablassventil und Lebensphilosophie, die ihnen hilft, die Realität besser zu verkraften. Sie suchen immer etwas, das ihnen die Laune bessert. Dazu dienen ihnen Witze sowie die hervorragenden satirischen Karikaturen in den Zeitungen.

Kratschimir ist ein armes Dorf im ärmlichen Nordwesten Bulgariens. An die Haustür von Petrov Nikolov wird geklopft. Nikolov öffnet. Vor ihm steht ein Sanitäter und fragt: »Lebt hier Petrov Nikolov?«

»Nein.«

»Wer sind Sie dann?«

»Ich bin Petrov Nikolov.«

»Wieso haben Sie gesagt, Sie leben nicht hier?«

»Na bitte, nennen Sie das Leben?!

Bei Familie Konstantinov wird der fünfundzwanzigste Hochzeitstag gefeiert. Nur die Silberbraut ist nicht zu sehen. Sie wird gesucht. Eine Freundin findet sie traurig in einer Ecke des Gartens. »Was ist los mit dir?«

Die Jubilarin seufzt: »Als wir fünf Jahre verheiratet waren, wollte ich ihn umbringen. Mein Anwalt, dem ich meine Absicht mitteilte, versprach mir, dass ich durch ihn im Falle eines eventuellen Mordprozesses höchstens zwanzig Jahre bekommen würde. Ich habs nicht getan.«

»Und?«

»Heute wäre ich schon fünf Jahre eine freie Frau.«

Die wohlhabende Familie Javorov hat ein altes Holzhaus in Sosopol am Schwarzen Meer, wo sie zur Sommerzeit ihre Ferien verbringt. Um fünf Uhr früh läutet bei Javorov das Telefon. Der Hausherr meldet sich verschlafen: »Hier Javorov! Was gibt es?«

Eine Stimme sagt: »Hier spricht Ihr Nachbar!«

»Was gibt es?«

»Nichts Besonderes. Ihr Haus brennt.«

Grigorov ist Vertreter und kommt früher als vorgesehen nach Hause. Sein Sohn begrüßt ihn: »Vater! Vater! Gut, dass du kommst! In unserem Haus ist ein Gespenst!«

»Blödsinn!«, sagt da Grigorov. »Du hast zu oft Gruselfilme im Fernsehen geschaut!« Lässt sich aber doch von dem Knaben ins Schlafzimmer führen. Unter dem Bett findet er seinen Freund Nikola, nur mit einem Nachthemd bekleidet. Da wird Grigorov zornig und schimpft: »Nikola! Du gehst bei uns ein und aus wie ein Familienmitglied, isst mit uns zu Abend, und ich habe dir in meiner Firma eine Stelle verschafft! Du leihst dir immer wieder Geld von mir! Und zum Dank erschrickst du meinen Sohn!«

China

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»Das Land des Lächelns«. So nannten die Librettisten Ludwig Herzer und Fritz Löhner-Beda die 1929 in Berlin uraufgeführte berühmte Operette, zu der Franz Lehár seine kongeniale Musik schuf. Lächelt der Chinese wirklich so viel? Es kommt uns so vor. Dieses irritierende Lächeln ist berüchtigt und gefürchtet von allen, die mit Chinesen geschäftliche oder politische Gespräche führen. Was aber steckt hinter dem Lachen?

Im Laufe der Geschichte kamen in China viele Witzesammlungen heraus. Der Witz wird auf Chinesisch Xiaohua genannt, das heißt Lachgespräch. Besonders lustig findet der Chinese das Missgeschick des anderen. Da kann man sehen, wie die Chinesen prustend im gleichen Takt lachen.

Der bettelarme Chang Li kommt zum Ortsvorsteher und bittet ihn um Rat: »Ich halte diese Enge nicht mehr aus! Ich lebe mit meinem Weib, meinen drei Kindern und meiner Schwiegermutter in einem einzigen Zimmer.«

Der Vorsteher fragt: »Hast du Hühner?«

»Ja, acht Stück.«

»Nimm sie mit in dein Zimmer!«

Chang Li ist mit der Antwort unzufrieden, folgt aber dem Rat. Nach einer Woche kommt er wieder und jammert: »Die Hühner scheißen überall hin, und es stinkt erbärmlich.«

Der Vorsteher fragt: »Hast du sonst noch Haustiere?«

»Ja, zwei Ziegen habe ich.«

»Nimm sie auch auf dein Zimmer!«

Nach drei Tagen kommt Chang Li wieder: »Das war kein guter Rat. Wir haben keinen Platz, und alles ist total verdreckt. Ich halte das nicht mehr aus! Ich nehme mir das Leben!«

Da sagt der Vorsteher: »Ich rate dir, nimm die Hühner und die Ziegen und sperre sie in ein Gatter!«

Chang Li tut, wie ihm geraten, und kommt am nächsten Tag freudestrahlend zum Vorsteher: »Ich danke dir für den Ratschlag! Es ist wunderbar! Jetzt haben wir Platz, es ist sauber und jeder kann sich frei bewegen!«

Wu ist glücklich, dass er am Hong Kong International Airport ein Restaurant übernehmen konnte. Doch die ersten Tage nach der Neueröffnung funktioniert es noch nicht so, wie es sollte. Seine Frau kommt in die Küche und sagt: »Ich habe jetzt vier Gäste, und alle vier möchten Knusprige Ente.«

Wu sagt: »Ich hab dir doch gesagt, die Ente ist aus. Pute ist noch da.«

Meint seine Frau: »Ich weiß. Aber die Leute wollen nur Ente!«

»Na gut«, sagt da Wu, »dann schneide ich vier Mal Ente von der Pute ab!«

In Shanghai kauft eine Touristin nach langem lästigen Gustieren und Verhandeln einen schönen Fächer. Am nächsten Tag kommt sie wieder und zeigt den Fächer. Er ist in der Mitte zerrissen. »Sehen Sie sich das an! Das ist Betrug! Ich verlange mein Geld zurück!«

»Wie viel haben Sie dafür bezahlt?«

»Fünf Dollar!«

»Und was haben Sie mit dem Fächer gemacht?«

»Was soll ich schon gemacht haben? Ich habe ihn vor meinem Gesicht hin und her gewedelt!«

»Ja, dann ist das leider Ihre Schuld. So etwas kann man nur mit einem Fächer um zwanzig Dollar machen. Mit einem Fächer um fünf Dollar muss man den Fächer stillhalten und dafür den Kopf hin und her bewegen!«

Ein führendes europäisches Unternehmen der Gummiwarenindustrie hat in Hangzhou eine Fabrik eröffnet. Am ersten Tag werden europäische Journalisten durch den Betrieb geführt: »In dieser Halle stellen wir Präservative her, in der zweiten Halle werden die Schnuller für die Babys gemacht!«

Fragt ein Journalist: »Und was wird in der dritten, größeren Halle hergestellt?«

»In der dritten Halle werden Präservative mit kleinen Löchern fabriziert, um den Schnullerumsatz zu steigern!«