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FAST

Ben & Daniela
Segenreich

GANZ

UNSER LEBEN IN ISRAEL

NORMAL

Mit 31 Abbildungen

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Bildnachweis

Alle Abbildungen stammen aus dem Archiv der Autoren mit Ausnahme von: Archiv Shoshana Hasson (29, 32), Votava/Imagno/picturedesk.com (53), UN Photo/Teddy Chen (109), akg-images/picturedesk.com (115), IDF-Spokesman (141)

Der Verlag hat alle Rechte abgeklärt. Konnten in einzelnen Fällen die Rechteinhaber der reproduzierten Bilder nicht ausfindig gemacht werden, bitten wir, dem Verlag bestehende Ansprüche zu melden.

Besuchen Sie uns im Internet unter: amalthea.at

© 2018 by Amalthea Signum Verlag, Wien

Alle Rechte vorbehalten

Umschlaggestaltung: ts.design (Timna Segenreich)

Umschlagfotos: Archiv Segenreich; © Oskar Goldberger (Cover rechts oben)

Lektorat: Arnold Klaffenböck

Herstellung und Satz: VerlagsService Dietmar Schmitz GmbH, Heimstetten

Gesetzt aus der 11,75/14,6 pt Minion Pro

Designed in Austria, printed in the EU

ISBN 978-3-99050-126-9

eISBN 978-3-903217-09-6

Inhalt

Vorwort –
Unaufgeregt in einem fast gewöhnlichen Land

1Am Anfang …

2Wie eröffnet man einen Museumsshop?

3Israel und Österreich – kein Vergleich

4Von Sprotzen, Schnugristen und Eisernen Tanten

5Reflexionen über die Donau-Jeckes

6Herzl und das Schnitzel – zwei verflochtene israelische Erfolgsgeschichten

7Zeitzeugen

1936-38: »Weil mir das mein Gewissen verbietet« – statt nach Berlin nach Palästina (1989)

1938: Die Israelin, die mit einem Nazi verheiratet war (1997)

1947: Israel wird »der Geburtsschein ausgestellt« (1997)

1948: Die »Ausrufung der Unabhängigkeit« (2008)

1948: Der Kibbuz, der zwei Mal gegründet wurde (1998)

1967: Der Sechstagekrieg (2007)

8Das Land der Sirenen oder Wie die Gedenktage in Israel begangen werden

9Töchter in der Armee

10»Die Araber«

11Macht und Ohnmacht der Religiösen

12Verrückt nach Kommunikation

13Ein Opernhaus, keine Armee – Theodor Herzls Bericht aus der Zukunft

14Legenden, Reflexe, Obsessionen

15Nachwort

Zeittafel

Glossar

Personenregister

Hinweis zur Transliteration hebräischer
Namen und Worte

»Richtig« schreibt man hebräische Worte mit hebräischen Buchstaben. Es gibt daher keine »richtige« Transliteration. Wir haben uns für eine Transliteration entschieden, die einer deutschen Phonetik folgt und optisch möglichst ruhig bleibt. So soll deutschsprachigen Leserinnen und Lesern geholfen werden, der richtigen Aussprache nahezukommen. Bewusst vermeiden wir anglizistische Schreibweisen, wie sie auch in manche deutschsprachige Publikationen eindringen. Wir schreiben also etwa »Schimon« und nicht »Shimon«, »Gasa« und nicht »Gaza«, »Jad Waschem« und nicht »Yad Vashem«, »Herzlia« und nicht »Herzliya«.

Hebräische und andere Begriffe, die außerhalb Israels vielleicht nicht geläufig sind, werden im Glossar erklärt.

Vorwort

Unaufgeregt in einem fast gewöhnlichen Land

Ben Segenreich

»Wird Israel im Jahr 2048 noch existieren?«, »Warum es Israel in 50 Jahren vielleicht nicht mehr geben wird« oder schlicht »Wird Israel überleben?« – so und ähnlich lauten Titel von regelmäßig auftauchenden Artikeln, Aufsätzen oder Blogs, die teils in echter Sorge um den jüdischen Staat geschrieben werden und teils durchklingen lassen, dass die Verfasser ihn eigentlich für überflüssig halten. Israel scheint der einzige Staat zu sein, dessen Überlebensfähigkeit infrage gestellt wird und, was noch gravierender ist, dessen Überlebensberechtigung zur Debatte steht. Das geht so weit, dass das deutschsprachige Wikipedia sogar einen eigenen Eintrag zum Begriff »Existenzrecht Israels« aufweist. Einen Eintrag »Existenzrecht der Schweiz« oder »Existenzrecht Südsudans« wird man dort natürlich vergeblich suchen. Wenn ein ausländischer Politiker den Israelis Freundschaft und Verbundenheit bekunden will, dann erklärt er feierlich, dass ihr Staat das Recht habe, zu existieren. Würde der Politiker so etwas in Bezug auf irgendeinen anderen befreundeten Staat sagen, dann hielte man ihn für verrückt, aber bei Israel fällt das nicht weiter auf. Und es mag zwar gut gemeint sein, hat aber eine verunsichernde Wirkung, denn der Drang, den Israelis zu bescheinigen, dass sie existieren dürfen, bestätigt ja bloß, dass ihre Existenz eben doch irgendwie fraglich ist.

Allerdings kommt dieser Zweifel an Israel nicht nur von außen. Die Israelis selbst scheinen ihr Land immer noch nicht als etwas Selbstverständliches hinzunehmen. »Das kann nicht mehr lange so weitergehen« und »Wenn uns unsere Feinde nicht zerstören werden, dann werden wir uns selbst zerstören« sind Sätze, die ich ständig höre, seit ich als Einwanderer auf dem Ben-Gurion-Flughafen gelandet bin, und das ist jetzt auch schon bald 35 Jahre her. Israelis gegen Palästinenser, Juden gegen Muslime, Rechte gegen Linke, Religiöse gegen Nichtreligiöse, aschkenasische Juden gegen orientalische Juden, Arme gegen Reiche, Russen gegen Äthiopier – wie kann ein Land so viele Konflikte aushalten?

Ich maße mir nicht an, in die Zukunft sehen zu können, begnüge mich daher mit dem Blick auf die Vergangenheit und die Gegenwart und stelle dabei fest, dass Israel jetzt offensichtlich stabiler ist als jemals seit seiner Gründung vor 70 Jahren. In der Zeitstrecke, die ich selbst hier miterlebt habe, hat sich vieles verbessert, zum Beispiel die Restaurants, die Eisenbahn und die Inflationsrate. Durch die Erdgasfunde vor der israelischen Küste ist die Energieunabhängigkeit auf Jahrzehnte hinaus gesichert, der rechtzeitige Bau von Entsalzungsanlagen hat das Land, das zu 60 Prozent aus Wüste besteht, von der drückenden Sorge um die Wasserversorgung befreit, und heute gibt es vielversprechende Beziehungen mit Giganten wie China und Indien, die Israel früher gleichgültig bis feindselig gegenüberstanden. Israelische Sicherheitsexperten sind sich ziemlich einig darin, dass die militärische Bedrohung noch nie so gering war wie jetzt, was unter anderem daran liegt, dass die arabischen Staaten mit sich selbst beschäftigt sind. Der israelisch-palästinensische Konflikt bleibt natürlich ungelöst, was viel Leid mit sich bringt, vor allem für die Palästinenser, aber auch für die Israelis. Trotzdem ist es ein Faktum, dass ausgerechnet Israel, das von Anbeginn immer als die geopolitische Krisenzone gegolten hatte, nun seit Jahren, bis auf kurze Ausreißer, eine Insel relativer Ruhe ist. Die Betonung liegt dabei auf dem Wort relativ – die Lage ist ruhig im Vergleich mit dem, was in diesen Zeiten in Syrien, im Irak oder in Ägypten geschieht, und im Vergleich mit dem, was in früheren Zeiten zwischen Israelis und Arabern geschehen ist.

In den ersten Jahrzehnten nach der Staatsgründung 1948 war die Frage, ob Israel überleben würde, ja wirklich berechtigt gewesen. Um 1960 herum lebten hier erst zwei Millionen Juden auf einem winzigen, isolierten Landstrich ohne Ressourcen, umgeben von Hunderten Millionen näheren und ferneren Nachbarn, für die Israel ein Fremdkörper war, den es zu entfernen galt. Doch spätestens nach dem Jom-Kippur-Krieg von 1973 mussten zumindest die rationalen Geister in der arabischen Welt begriffen haben, dass Israel militärisch nicht zu besiegen ist. Auch von dem immer wieder angesagten Bürgerkrieg in dem Multikulti-Gemenge, wo Juden aus Dutzenden verschiedenen Herkunftsländern neben muslimischen und christlichen Palästinensern, Beduinen, Drusen, Tscherkessen, Samaritanern, Karäern, Maroniten, Armeniern und Black Hebrews leben, ist nichts zu sehen. Und wenn Israel also – allen Befürchtungen oder, je nach Standpunkt, Hoffnungen zum Trotz – vorläufig nicht auseinanderbricht, dann ist der 70. Geburtstag ein guter Anlass für einen Versuch, das Land ein bisschen besser zu verstehen.

Damit keine falschen Erwartungen entstehen, sind zwei Vorbemerkungen angebracht. Erstens: Da Israel so klein ist, sollte es überschaubar und vielleicht sogar durchschaubar sein, tatsächlich ist es aber sehr kompliziert und eigentlich unerklärbar. Zweitens: Trotz all dieser Komplikationen und entgegen herkömmlichen Vorstellungen gibt es in Israel einfach einen banalen Alltag. Wenn man hier lebt, denkt man nicht dauernd über Ideologie und Politik nach, sondern darüber, wo man das Gemüse billiger einkaufen kann und wann man losfahren soll, um trotz der Staus rechtzeitig zur Arbeit oder zu einer Verabredung zu kommen.

Vor vielen Jahren hat der Wiener Komponist und Kabarettist Gerhard Bronner über Israel ein Lied geschrieben, dessen Refrain mir im Ohr geblieben ist: »Es ist ein ganz normales Land, aber nur fast.« Ähnlich hat es einmal der amerikanischisraelische Publizist Zeev Chafets formuliert: Israel ist »eine Gesellschaft ganz gewöhnlicher Menschen in einer ungewöhnlichen Lage«. Das ungefähr definiert die Perspektive, aus der wir mit diesem Buch an Israel herangehen wollen. Es soll sicher kein Buch über Israels politische und kriegerische Konflikte sein, obwohl diese natürlich immer wieder berührt werden. Es soll auch kein systematischer, umfassender Reiseführer oder Geschichtsband sein, und auch keine Chronik von 28 Jahren Korrespondententätigkeit. Unsystematisch und nichtchronologisch, kontrastierend im Stoff und im Ton, bieten wir unzusammenhängende Kapitel an, von denen hoffentlich jedes eine interessante Überlegung, einen wenig bekannten Aspekt oder die Entdeckung einer bemerkenswerten Persönlichkeit vermittelt. Manche dieser Texte sind schon vor längerer Zeit geschrieben und jetzt für dieses Buch überarbeitet worden. Ihre Einbindung scheint uns angebracht, weil wir ja auch Rückschau auf eine 70-jährige Entwicklung halten wollen.

Dem Wunsch des Verlags, dass die Autoren auch ein bisschen über sich selbst erzählen sollen, kommt das Kapitel »Am Anfang …« nach (und nein, das ist keine Anspielung auf die Bibel). Da die beiden Autoren aus Österreich stammen und als Journalisten hauptsächlich für österreichische Medien gearbeitet haben, hat es sich aufgedrängt, Abschnitte im wechselvollen Verhältnis zwischen Israel und Österreich nachzuzeichnen und dabei zu analysieren, warum es Israelis und Österreichern manchmal schwerfällt, einander zu verstehen. Indirekt damit zu tun hat auch die Frage, ob die österreichischen Juden in die Kategorie der »Jeckes« fallen – eine definitive Klärung gelingt uns leider nicht, aber falls Sie nicht wissen, was ein »Jecke« ist, dann können Sie es in diesem Buch erfahren. Identität, ob israelische oder österreichische, hat auch mit dem Essen zu tun, und es wird Sie vielleicht überraschen, wenn Sie hier lesen werden, dass das Schnitzel – bei allem Respekt für Hummus und Falafel – die eigentliche israelische Nationalspeise ist. Außerdem hat Identität natürlich mit Sprache zu tun. In Israel ist ja so manches Wunder wahr geworden, und das wohl größte davon ist, dass hier acht Millionen Menschen im Alltag eine Sprache sprechen, die 2000 Jahre lang tot war. Für unzählige Begriffe, die es im Altertum nicht gab, mussten neuhebräische Wörter konstruiert werden – zum Beispiel das Wort »zalam«, das »Fotograf« bedeutet und von dem Wort »zelem« (»Ebenbild«) in der Schöpfungsgeschichte abgeleitet ist. Solch schweres linguistisches Gepäck können wir deutschsprachigen Lesern natürlich nicht aufbürden. Aber wir hoffen, Sie zu interessieren und vielleicht zu belustigen, wenn wir Sie darüber unterrichten, dass die Israelis, ohne sich dessen wirklich bewusst zu sein, miteinander auch deutsch sprechen, weil nämlich viele deutsche Wörter Bestandteile des hebräischen Slangs geworden sind.

Immer nur lustig ist es in Israel natürlich keineswegs. Israel ist auch das »Land der Sirenen«, wie eines der Kapitel heißt. Das schauerliche Heulen ertönt ja zum Glück nicht oft, es erinnert an die von den Nazis ermordeten Millionen und an die Opfer der Kriege und des Terrors, und es warnt vor Raketen, die die Zahl der Opfer noch vergrößern können. Es verbindet die Menschen, die es hören, miteinander und verbindet die Katastrophen der Vergangenheit mit den Ängsten der Gegenwart. Der Frage, wie man mit diesem Ballast umgehen soll, muss man sich in Israel immer wieder stellen, genau wie den Sirenentönen. All das klingt auch in den Zeitzeugen-Stimmen an, die wir über die Jahre aufgezeichnet haben und hier noch einmal zu Gehör bringen – sie erzählen von Erlebnissen in kritischen Phasen der jüdischen und israelischen Geschichte.

Eine zentrale Rolle in dieser Geschichte und in der heutigen Gesellschaft Israels spielt die Armee, womit gespaltene Emotionen verbunden sind: Man ist unendlich stolz auf sie und sehnt zugleich den Tag herbei, an dem man sie nicht mehr brauchen wird. In gewisser Weise Randfiguren sind hingegen die Araber und die Strengreligiösen, in dem Sinne nämlich, dass sie nicht zum Mainstream gehören. Aber sie gehören zu Israel und daher auch in dieses Buch, wobei es eine unzulässige Vereinfachung ist, pauschal über »die Araber« oder »die Strengreligiösen« zu sprechen, denn innerhalb dieser Gruppen gibt es viele Nuancen. Die beiden großen Minderheiten haben fast keine Berührung miteinander, ihnen ist aber gemein, dass sie die konservativsten, ärmsten und problematischsten Sektoren der Gesellschaft bilden. Und gemein ist ihnen auch, dass sie jeweils Phänomene darstellen, wie man sie anderswo in der Welt kaum finden wird. Die arabischen Bürger Israels (die sich jetzt auch als Palästinenser in Israel bezeichnen) müssen damit zurechtkommen, dass ihr Land im Krieg mit ihrem Volk steht – spiegelverkehrt muss Israel damit zurechtkommen, dass im eigenen Parlament Abgeordnete sitzen, die sich in diesem Krieg mit den Feinden solidarisieren. Das wäre wohl in jedem anderen demokratischen Staat (und schon gar in jedem nichtdemokratischen Staat) undenkbar, aber in Israel ist das halt einfach so und kann auch nicht anders sein, weil die arabischen Bürger natürlich das aktive und passive Wahlrecht haben. Die strengreligiösen Juden wiederum stehen aus theologischen Gründen dem aus ihrer Sicht gottlosen zionistischen Projekt skeptisch bis ablehnend gegenüber. Sie leben in einer anderen Zeit und einem anderen Kosmos und zugleich in einem modernen Sozialstaat, der sie nicht sich selbst überlassen, umerziehen oder hinausschmeißen kann.

Den Gegenpol zu den Strengreligiösen, denen jede Veränderung ein Gräuel ist, bildet die Hitech-Gemeinde, die Israel zu einem Weltklasse-Innovationszentrum gemacht hat. Der gleiche Improvisationsgeist, mit dem die zionistischen Pioniere gegen alle Widrigkeiten einen Staat aus dem sandigen Boden gestampft haben, beseelt heute deren Enkel und Urenkel in der »Start-up-Nation« – nachzulesen im Kapitel »Verrückt nach Kommunikation«. Ins Heilige Land pilgert man jetzt nicht nur, um zu beten, sondern auch, um Cyber-Unternehmen zu bestaunen und sich von ihnen etwas abzuschauen. Da mussten wir unbedingt auch der Frage nachgehen, ob der »Prophet des Judenstaates«, der technikgläubige Utopist Theodor Herzl, Israel so vorausgesehen hat, wie es geworden ist. Von Internet-Chats und selbstfahrenden Autos konnte er natürlich nichts ahnen, aber in manchen Punkten kommen Herzls Visionen der heutigen Realität verblüffend nahe.

Herzl hat 1897 präzise prophezeit, dass der Judenstaat »vielleicht in fünf Jahren, jedenfalls in 50« entstehen würde. 1947 hat die UNO-Vollversammlung tatsächlich die Schaffung eines jüdischen Staates beschlossen. Was der naiv-optimistische Herzl sich nicht vorstellen konnte oder wollte, war, dass dieser Staat von Anfang an angefeindet und 70 Jahre nach seinem Entstehen noch immer in Unfrieden leben würde. Wem immer welcher Teil der Schuld an diesem unglücklichen Zustand zufällt, es ist offensichtlich, dass Politik, Medien und Organisationen weltweit von einer ungesunden, unausgewogenen und rational nicht erklärbaren Israel-Obsession befallen sind, wie wir in einem Kapitel darlegen. Mit dieser Obsession ist etwa auch der eingangs besprochene Untergangsdiskurs verknüpft. Vielleicht kann dieses Buch zu einer unaufgeregten Betrachtung Israels beitragen.

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Im Schneideraum, 1993

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Am Anfang …

Daniela Segenreich

Als ich 1988 beschloss, aus dem damals noch sehr sicheren und stabilen Europa nach Israel auszuwandern, war mir die Tragweite dieser Entscheidung wohl gar nicht bewusst. Nonchalant verließ ich meinen gut bezahlten Job, meine Familie und Freunde, meinen Sprachraum und die europäische Ordnung und zog in den Nahen Osten, gerade als die erste Intifada zu brodeln begann. Ich kam 40 Jahre nach der Staatsgründung nach Israel, und im Vergleich zu den Geschichten der Immigranten von damals war meine Einwanderung ein Luxusunternehmen und Israel bereits ein mehr oder weniger funktionierender Staat. Dennoch fiel mir das Leben hier zu Anfang nicht immer leicht. Auslösend für meine Entscheidung, nach Israel zu gehen, war letztendlich Ben, den ich nur flüchtig aus Wien gekannt und viele Jahre lang nicht gesehen hatte. Wir trafen einander 1987 bei Kaffee und Apfelstrudel im Haus einer gemeinsamen Wiener Bekannten in Ramat Gan, einer Nachbarstadt von Tel Aviv, wieder. Ich war mittlerweile Journalistin beim Wirtschaftsmagazin »Trend« und auf Urlaub in Israel. Ben lebte damals schon seit fünf Jahren hier, arbeitete als Informatiker bei einer großen Firma und träumte davon, sich beruflich zu verändern und zu einer kreativeren Tätigkeit zu wechseln.

Nach einigem Pendeln zwischen Wien und Tel Aviv lehnte ich knapp fünf Monate später das Angebot einer fixen Anstellung beim »Trend« ab und zog zu Ben in seine kleine Wohnung in Ramat Gan. Frisch verliebt und mit unendlicher Energie kämpfte ich mich durch die damals noch sehr altmodischen Büros der Einwanderungsbehörden und litt unter dem heißen Klima. Mein erster Chamssin, so nennt man hier den heißen Wüstenwind, bedeutete fünf Tage und Nächte bei fast 40 Grad, wobei dann meist der Strom ausfiel und somit auch die Klimaanlage. Das Duschwasser war an solchen Tagen lauwarm und bot somit auch keine Abkühlung, und nicht einmal eine Tüte Früchteeis brachte Trost, denn das Speiseeis schmeckte zu der Zeit in Israel noch grottenschlecht. Ich schrieb mich in einen Ulpan, einen Hebräischkurs, ein und begann im Wesentlichen noch immer ohne Hebräischkenntnisse als Designerin beim israelischen Kinderfernsehen zu arbeiten. Es gelang mir, mich mithilfe eines Wörterbuchs und improvisierter Zeichen verständlich zu machen. Englisch wollte ich ganz bewusst nicht verwenden, um die Landessprache möglichst schnell zu erlernen.

Ben hatte Kontakte zu einer Wochenzeitung der jüdischen Gemeinde in der Schweiz, für die wir beide als Freelancer Beiträge schrieben. So hatte ich wenigstens ab und zu das Gefühl, mich adäquat ausdrücken zu können. Manchmal zeigte ich meinen Kollegen in der Fernsehredaktion stolz meine soeben in Zürich erschienenen Beiträge. Ich wollte ihnen damit wohl verständlich machen, dass ich mehr zustande brachte als mein mühseliges hebräisches Gestammel. Aber damit erntete ich bestenfalls ein höfliches Nicken, denn sie konnten mit dem deutschen Geschreibe natürlich nicht viel anfangen.

Etwa um diese Zeit, im Jahr 1988, gründete Oscar Bronner, ein guter Freund, in Wien die Tageszeitung »Der Standard«, für deren Nullnummern ich noch in meiner Wiener Zeit Beiträge verfasst hatte. Ben war eine naheliegende Wahl als Israel-Korrespondent der neuen Tageszeitung, hatte er doch nebenberuflich noch von Wien aus – damals noch auf Englisch – Artikel für die israelische Tageszeitung »Maariv« geschrieben. Es ging um Geschehnisse in Österreich, die Israel in irgendeiner Form betrafen, meist um den damaligen Kanzler Bruno Kreisky und seine Israel-Politik. Ben kannte also die Arbeit eines Korrespondenten und war zudem versiert in israelischer Politik und Geschichte. Kurze Zeit später schloss er den Vertrag mit dem »Standard« ab, arbeitete in der ersten Zeit aber noch weiter in seinem vorigen Job, weil wir nicht sicher waren, wie viel Arbeit es geben und ob das Einkommen von der Zeitung ausreichen würde.

Wir beschlossen also, dass jeweils derjenige von uns beiden schreiben sollte, der gerade mehr Zeit hatte, wobei die erste Verantwortung bei Ben lag, und legten uns das Pseudonym »Dani Scheinebergen« zu, ein Anagramm unserer beiden Namen: Dani und Ben Segenreich. Anfangs hatten wir noch nicht einmal einen Computer, schrieben auf einer alten elektrischen Schreibmaschine und mussten dann zur Post laufen, um die Texte in die Redaktion nach Wien zu faxen. Schließlich fand sich eine Freundin, die in unserer Nähe wohnte und ein – damals noch beinahe unerschwingliches – Fax-Gerät besaß. So konnten wir ihr die Texte auf dem Weg zur Arbeit oder noch am Vorabend vorbeibringen und mussten uns nicht an die Öffnungszeiten des Postamts halten. Das ging allerdings nur so lange gut, bis sie einmal vergaß, einen Artikel zu faxen, und der Beitrag deswegen beinahe nicht erschienen wäre. Das nahmen wir als Zeichen dafür, dass es an der Zeit war, in unsere eigene Ausrüstung zu investieren.

Etwa ein Jahr später – wir waren bereits stolze Besitzer von Fax und Computer – bewarb sich Ben, der inzwischen bei der Elektronikfirma gekündigt hatte, auch beim Hörfunk des ORF und begann, ab und zu Beiträge für die Nachrichten im Radio zu sprechen. Damals berichtete noch Mosche Meisels aus Israel, meist für das Radio und in ganz seltenen Fällen auch für das Fernsehen, wobei man dann nur seine Stimme hörte und ein Foto, das Meisels am Telefon zeigte, eingeblendet wurde. Der gebürtige Wiener war zu der Zeit schon über 70 Jahre alt, und somit war gelegentliche Verstärkung willkommen.

Gasmasken und Atropin-Spritzen

Wir hatten inzwischen ein Cottage in einer Kleinstadt nördlich von Tel Aviv erworben und bereiteten die Übersiedlung vor, als Saddam Husseins Drohungen, Israel anzugreifen, immer konkreter wurden. Der Irak hatte Kuwait besetzt und annektiert, woraufhin der damalige US-Präsident George Bush eine Militärkoalition von 34 Staaten bildete, um den Irak zum Abzug zu bewegen. Saddam Hussein drohte im Gegenzug, Israel, das sich offiziell aus diesem Konflikt heraushielt, mit Giftgasraketen zu attackieren. Kurz nachdem wir im Dezember 1990 umgezogen waren, stellten die USA dem irakischen Diktator ein Ultimatum. Stichtag war der 15. Jänner, genau ein Monat nach unserer Übersiedelung. Ich war mir sicher, dass Saddam Hussein Israel angreifen würde, und richtete unser Haus nicht mehr fertig ein. Wir hatten inzwischen braune Kartons mit Gasmasken und Atropin-Spritzen ausgeteilt bekommen, die man sich in den Oberschenkel spritzen sollte, wenn man glaubte, Giftgas eingeatmet zu haben.

Nach Anleitungen des Pikud HaOref, der für die Zivilbevölkerung zuständigen Kommandantur, dichteten wir einen Raum – in unserem Fall das Bad neben dem Schlafzimmer – mit Klebeband und Plastikfolien für den Fall eines Giftgasangriffs ab und versahen die Fensterscheiben in unserem neuen Wohnzimmer mit zwei großen X aus braunem Klebeband, damit bei einer eventuellen Detonation nicht zu große Glasscherben ins Zimmer geschleudert werden konnten. Außerdem versorgten wir uns mit in speziellen gasdichten Behältern abgefülltem Trinkwasser und Nahrungsmittelkonserven.

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Im Garten des neuen Hauses, 1990

Am 17. Jänner, zwei Tage nach Ablauf des Ultimatums und einen Tag nachdem die USA und ihre Koalitionspartner die Luftangriffe gegen den Irak gestartet hatten, gingen wir wie so oft erst gegen zwei Uhr früh zu Bett. Ich konnte nicht einschlafen und starrte auf die dunkle Zimmerdecke, als ich plötzlich so etwas wie eine weit entfernte Explosion hörte. Und dann gleich noch eine und noch eine, diesmal lauter und offenbar gar nicht mehr so weit entfernt … Ich weckte Ben, und wir schalteten das Radio ein. Die etwas überraschten Sprecher witzelten unsicher und wussten selbst nicht, was sie sagen sollten, bis schließlich Anweisungen an die Bevölkerung gegeben wurden, sich in die versiegelten Räume zu begeben. Mit zitternden Knien saß ich am Bettrand und spürte eine Welle von Panik über mich hereinbrechen, Panik, wie ich sie in dieser Intensität nie zuvor auch nur annähernd erlebt hatte. Bis dahin hatte ich als verwöhnte, mehr als ein Jahrzehnt nach dem Zweiten Weltkrieg geborene Österreicherin nie verstanden, weshalb Leuten die Knie zittern sollten, ebenso wenig, wie ich jemals zuvor selbst erfahren hatte, dass Angst Harndrang verursachen konnte. Immer weitere Einschläge waren zu hören, ich hatte die Vision, dass draußen alles in Flammen stand. Ben holte die Gasmasken, schnappte ein Radiogerät, drängte mich ins Badezimmer und dichtete die Tür mit braunen Klebestreifen ab. Paletti, unser schwarzer Spaniel-Mischling, hatte sich nicht dazu überreden lassen, hinauf in den ersten Stock zu kommen, dessen Betreten ihm unter normalen Umständen strengstens verboten war.

Wir legten die Gasmasken an und warteten, auf dem kalten Kachelboden kauernd, auf Entwarnung, während wir bei jedem Atemzug die Luft laut durch die Filter unserer Gasmasken rauschen hörten. Es schien völliges Chaos zu herrschen. Die Alarm-Sirenen, die am Anfang gar nicht funktioniert zu haben schienen, gingen an und aus, und es war völlig unklar, was draußen passierte. Laut Anweisungen aus dem Radio hatte die Bevölkerung in den versiegelten Räumen zu bleiben, weil erst überprüft werden musste, wo die Raketen aus dem Irak eingeschlagen und ob sie Giftgas transportiert hatten. Es war Winter, und unser Badezimmer war nicht geheizt. Die Situation schien mir mittlerweile völlig surreal, jetzt zitterte ich eher vor Kälte als vor Angst, und ich sehnte mich nach meinem warmen Bett. Es dauerte jedoch Stunden, bis Entwarnung gegeben wurde und alle die Gasmasken ablegen und die abgedichteten Räume verlassen durften.

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Die beiden Töchter mit Gasmasken, 2001

Am nächsten Tag stand ich im Supermarkt mit den übrigen Kunden Schlange, um unsere Vorräte aufzustocken und frisches Brot zu kaufen. Wir waren alle etwas unausgeschlafen und warteten mit den um die Schulter gehängten braunen Kartonschachteln, in denen die Gasmasken lagen. Sie sollten für die nächsten Wochen unsere ständigen Begleiter sein. Die gemeinsamen Erlebnisse der vergangenen Nacht schienen ein starkes Gefühl der Zusammengehörigkeit zu schaffen, und ich fühlte mich den eigentlich völlig fremden Menschen um mich herum nahe, einfach nur, weil wir wohl alle eine sehr ähnliche Nacht verbracht hatten. Der Schock war allen anzusehen, schließlich war der Raum Tel Aviv noch nie unter Raketenbeschuss gestanden. Während der zahlreichen Kriege gab es manchmal Luftangriffe, aber bis dahin hatten noch nie Raketen in Tel Aviv eingeschlagen, und schon gar nicht Raketen mit chemischen Gefechtsköpfen. Dass es bei konventionellen Raketen bleiben sollte, wussten wir damals noch nicht, und ich bin mir auch nicht sicher, ob uns das sehr beruhigt hätte.

Die Giftviper

In der Folge gab es jede Nacht, manchmal auch am Abend, selten auch untertags, Raketenalarm, und die Bevölkerung wurde aufgerufen, sich in die abgedichteten Räume oder Bunker zu begeben. Inzwischen war alles viel besser organisiert und verlief geordneter. Nachman Schai, der damalige Armeesprecher, war in diesen Minuten für viele oft der einzige Kontakt zur Außenwelt. Er wurde der Held der Israelis, weil er der Bevölkerung bei jedem Raketenalarm über Radio und Fernsehen mit ruhiger Stimme seine Anweisungen erteilte. Dabei empfahl er auch jedes Mal, zur Beruhigung ein Glas Wasser zu trinken … Für all jene, die fürchteten, sie würden die Sirenen nachts im Tiefschlaf nicht hören, wurde ein »stiller Radiosender« eingerichtet, den man die ganze Nacht laufen lassen konnte und über den man nur im Ernstfall die Sirenen hörte und Informationen bekam. Fernsehprogramme wurden bei Alarm durch eine rote Einblendung und das von einer aufgeregten Stimme mehrmals wiederholte Codewort »Nachasch Zeffa« unterbrochen, was auf Hebräisch »Giftviper« bedeutet. Wir hatten noch Monate später manchmal Schrecksekunden, wenn wir einen während des Golfkrieges aufgezeichneten Film ansahen, in den dann plötzlich die Warnung »Giftviper« hineinplatzte.

Jeweils am Morgen danach sprach sich dann langsam herum, was wirklich geschehen war, ob es Tote oder Verletzte gab und wie viele Häuser zerstört worden waren. Aus Sicherheitsgründen wurden die Einschlagsorte nicht offiziell bekannt gegeben, sonst hätten die Iraker vielleicht beim nächsten Mal genauer zielen können, doch wusste man meistens über Freunde und Bekannte oder einfach, weil man die Detonation gehört hatte, wo es in etwa gewesen war. Wie durch ein Wunder gab es bei den insgesamt rund 40 schweren Scud-Raketen, die der Irak auf Israel abgefeuert und die zahlreiche Häuser zerstört hatten, nur zwei Tote. Vier weitere Personen erstickten durch falsches Anlegen der Gasmasken und einige ältere Personen starben während eines Alarms an Herzinfarkt.

Im Februar 1991 begannen die USA, Israel mit den ersten Patriot-Abwehrraketen zu versorgen, und so konnte der durch die irakischen Angriffe verursachte Schaden eingedämmt werden. Allerdings war zu dem Zeitpunkt noch immer nicht klar, ob der Irak die Technologie besaß, seine Scud-Raketen mit chemischen Gefechtsköpfen auszustatten. Jetzt hörten wir bei dem nächtlichen Feuerwerk anstatt der Detonationen auf dem Boden oft ein Zischen über unseren Köpfen und den Knall, wenn eine Scud- von einer Patriot-Rakete abgefangen wurde.

All das ist heute angesichts der schrecklichen Kriege in der Region, in Syrien, im Irak, in Libyen und im Jemen, keine Besonderheit mehr. Damals war es schockierend und unerhört, und die Medien in aller Welt berichteten nonstop darüber. Einmal – ganz zu Beginn des ersten Golfkrieges – gab Ben seinen Bericht noch mit Gasmaske durch, direkt aus unserem »Miklat«, dem kleinen Betonbunkerraum neben der Küche, den wir inzwischen anstatt des Badezimmers abgedichtet hatten. Noch während er sprach, gingen die Sirenen ein zweites Mal los. In der Live-Sendung konnte man meine Stimme im Hintergrund hören und bekam mit, wie wir uns organisierten. Es muss sehr dramatisch geklungen haben, denn wir wurden noch lange Zeit danach immer wieder von Österreichern auf diese Übertragung angesprochen.

Ben arbeitete Tag und Nacht, und ich tat mein Bestes, um ihn, so gut es ging, zu unterstützen, indem ich, wenn er versuchte ein paar Stunden Schlaf zu ergattern, Informationen sammelte oder manchmal, wenn er schon völlig ausgelaugt und erschöpft war, kurze Texte für das Radio schrieb. Für die Fernsehberichterstattung wurde, da es damals gerade keinen Israel-Korrespondenten gab, Danielle Spera, die kurz zuvor vom ORF-Büro in Washington nach Wien zurückgekehrt war, für einige Wochen nach Tel Aviv geschickt. Wir verbrachten viele Stunden zusammen und begründeten in dieser Zeit unsere Freundschaft.

Langsam gewöhnten wir uns an die Kriegssituation, und das Prozedere, wenn die Sirenen losheulten, wurde beinahe zur Routine, wobei ich bei jeder Tätigkeit daran dachte, was ich bei Alarm als Erstes tun müsste und wo ich Schutz suchen konnte. Eines Abends hatten wir einen Freund aus Frankfurt am Main zu Besuch. Er war angereist, um sich mit Israel solidarisch zu zeigen, hatte aber schreckliche Angst und brachte deswegen einen speziellen, strahlensicheren Anzug mit Helm, Stiefeln und Handschuhen mit, den er immer im Kofferraum seines Wagens dabeihatte. Natürlich gab es wieder Alarm, und wir verbrachten einen Teil dieses Abends im »Miklat«. Danach beendeten wir das Nachtmahl, und unser Freund verabschiedete sich. Weil er aber fürchtete, die Sirenen könnten noch einmal losgehen, während er im Auto auf dem Weg in sein Hotel war, legte er vorsorglich seinen tollen weißen Anzug mit allen Accessoires an und fuhr in diesem Aufzug los. So ernst die Lage auch war, es war ein urkomischer Anblick, und wir stellten uns noch jahrelang amüsiert die Verwunderung der Anwesenden vor, als er damals wie ein Marsmensch gekleidet in die Hotel-Lobby marschiert ist.

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Bei einer Reportage in Ramallah, 2012

Besonders stressvoll war der Krieg natürlich für Familien mit Babys und Kleinkindern, die dann jedes Mal aus dem Schlaf gerissen und in die speziell abgedichteten Vorrichtungen mit Luftfilter gelegt werden mussten. So manches Neugeborene machte zu dieser Zeit seine ersten Atemzüge in so einem vor Gas geschützten »Zeltbett«. Für die etwas Älteren gab es kindgerechte Gasmasken, eine Art von überzustülpenden Kapuzen mit Filtern. Eine kleine Kostprobe der Ängste, die Kinder in so einer Situation empfinden können, sollte ich einige Jahre später bekommen, als Saddam Hussein Israel anlässlich des zweiten Irakkrieges noch einmal bedrohte. Inzwischen hatten wir zwei Töchter im Alter von sechs und acht Jahren. Gemeinsam entrümpelten wir ein weiteres Mal unseren »Miklat« und richteten gefasst alles für einen Ernstfall ein. Doch Noa, unsere Jüngere, hatte schlaflose Nächte, weil sie fürchtete, wir könnten sie bei Alarm im Bett vergessen oder sie würde ihr heiß geliebtes Schlaftier in der Eile nicht finden. Zum Glück konnte Saddam Hussein seine Drohungen damals nicht mehr wahrmachen.