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Sigrid-Maria Größing

Kaiser Maximilian I. & die Frauen

Sigrid-Maria Größing

KAISER
MAXIMILIAN I.
& DIE FRAUEN

AMALTHEA

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© 2016 by Amalthea Signum Verlag, Wien
Alle Rechte vorbehalten
Umschlaggestaltung: Elisabeth Pirker/OFFBEAT
Umschlagabbildungen: © Bridgeman Images (von links nach rechts: Kaiser Maximilian I., Maria von Burgund, Bianca Maria Sforza, Anne de Bretagne)
Herstellung und Satz: VerlagsService Dietmar Schmitz GmbH, Heimstetten
Gesetzt aus der 11,75/14,7 pt Minion Pro
ISBN 978-3-99050-046-0
eISBN 978-3-903083-29-5

Meinen Enkeln Peter, Eva, Sophie und Isabel

Inhalt

Vorwort

Der letzte Ritter: Kaiser Maximilian I.

Die portugiesische Mutter: Eleonore

Die Schwester: Kunigunde

Maximilians große Liebe: Maria von Burgund

Die begehrteste Braut Europas: Anne de Bretagne

Die arme reiche Braut: Bianca Maria Sforza

Das flandrische Mädchen: Margarete

Die reiche Schwiegertochter: Juana la Loca

Die Enkelinnen

Maximilians Schlafweiber

Anhang

Kurzbiografien

Zeittafel

Stammbaum

Quellen- und Literaturverzeichnis

Bildnachweis

Personenregister

Vorwort

Als eine der eindrucksvollsten Persönlichkeiten in der Geschichte der Habsburger ist Kaiser Maximilian I. (1459– 1519) zu nennen, ein Mann mit umfassendem Geist, ungewöhnlicher Energie und nicht nachlassendem Tatendrang. Als »letzter Ritter«, wie er genannt wurde, wandte er den Blick nicht zurück, sondern versuchte die Zeichen der Zukunft zu verstehen, indem er Wissenschaft und Kunst wie kaum einer seiner Zeitgenossen förderte. Da er sich selbst mit der Dichtkunst beschäftigte und sein Leben in Wort und Bild darstellen wollte, waren ihm sowohl Schriftsteller als auch Maler und Bildhauer stets willkommene Gäste, genauso wie die Musiker, die ihn selbst auf seinen Kriegszügen begleiteten. Für sie nahm er sich Zeit und bezahlte sie trotz seines chronischen Geldmangels fürstlich.

Durch seine Heirat mit Maria von Burgund geriet er in langjährige Kriege gegen Frankreich, die ihn viel Kraft und vor allem Geld kosteten. Allein drei französische Könige waren seine Kontrahenten, wobei in die einzelnen kriegerischen Auseinandersetzungen auch andere Staaten hineingezogen wurden. Es war die Zeit der europäischen Bündnisse, die von einem Tag auf den anderen wechselten, genauso wie Freund und Feind. Maximilian hätte seine Kraft auf den Schlachtfeldern vergeudet, hätte er es nicht verstanden, das Reich durch geschickte Heiraten zu vergrößern. »Tu felix Austria nube« trifft auf ihn voll und ganz zu, wenngleich er nicht nur die anderen Kriege führen ließ, sondern auch selbst heldenhaft auf den Schlachtfeldern kämpfte.

Durch die Heirat seines Sohnes Philipp mit der Erbin Spaniens, Juana la Loca (Johanna der Wahnsinnigen), wurde aus dem Heiligen Römischen Reich ein Weltreich, das nach der Doppelhochzeit von Wien 1515 auch noch Böhmen und Ungarn umfassen sollte.

Der Kaiser war ein Familienmensch, aber auch ein Liebling der Frauen. Er selbst behauptete von sich, dass er sich Damen immer respektvoll näherte, wobei er eine Ausnahme zu erwähnen vergaß: seine zweite Gemahlin, Bianca Maria Sforza von Mailand, die, nachdem sie ihm viel Geld eingebracht hatte, an seiner Seite ein Schattendasein führte.

Nachdem Maximilian seine geliebte erste Gemahlin nach nur fünfjähriger Ehe verloren hatte, vergnügte er sich mit zahllosen anderen Frauen, denen die Fugger aus Augsburg die Bezeichnung »Schlafweiber« gaben. Nur einige wenige von ihnen sind bekannt. Da Maximilian ein Leben lang umherzog und keine feste Residenz besaß, kehrte er oft und gern bei seinen Schlafweibern ein. In deren Familien war er ein stets willkommener Gast, was in den Städten nicht überall der Fall war. Denn nicht nur einmal kam es vor, dass der Kaiser, nachdem er kostspielige Feste und Turniere veranstalten hatte lassen, von einer Stunde auf die andere spurlos verschwand, da er nicht zahlen konnte und man sich deshalb gezwungen sah, die Stadttore vor ihm zu verschließen.

Aus des Kaisers Liaisonen gingen zahlreiche Nachkommen hervor, um die er sich ebenso kümmerte wie um seine legitimen Enkel, die am Hof seiner zweimal verwitweten Tochter Margarete in Mechelen aufwuchsen. Im Rahmen seiner Heiratspolitik versuchte er auch die Enkelinnen gewinnbringend zu vermählen, allerdings oft zum Leidwesen der verschacherten Bräute.

Dieses Buch ist keine Biografie des Kaisers, sondern ist den Frauen gewidmet, zu denen er in enger Beziehung stand, ob es nun seine Mutter, seine Ehefrauen oder Enkelinnen waren. Maximilians politische Karriere sowie seine künstlerischen Ambitionen werden bewusst nur gestreift. Lediglich das erste Kapitel »Der letzte Ritter: Kaiser Maximilian I.« sowie die Zeittafel im Anhang bieten eine kurze Übersicht über sein Leben.

Die Kurzbiografien am Ende des Buches sollen den Leserinnen und Lesern Einblick in die oftmals komplizierten Verwandtschaftsverhältnisse geben sowie Klarheit über Personen mit gleichen und ähnlichen Namen schaffen.

Großgmain, im August 2016 Sigrid-Maria Größing

Der letzte Ritter

Kaiser Maximilian I.

Viele Beinamen schmückten schon zu Lebzeiten den Mann, der am 22. März 1459 als Sohn Kaiser Friedrichs III. und seiner portugiesischen Gemahlin Eleonore in Wiener Neustadt das Licht der Welt erblickte. Seine Zeitgenossen nannten ihn den Kaiser mit den fliehenden Sohlen, denn allzu lang hielt sich Maximilian nirgendwo auf. Viel zu viel hatte er in halb Europa zu tun, viel zu viele Interessen verlangten, dass er ununterbrochen umherzog, wobei er überall gern gesehen wurde, auch wenn er oftmals seine Zeche nicht zahlen konnte. Ein Leben lang stand er bei den Fuggern in der Kreide, die mit ihren Krediten kein Risiko eingingen. Denn Jakob Fugger war ein kluger Geschäftsmann, der sich seine Vorteile ausrechnen konnte, wenn auch nicht in barer Münze, so doch durch bedeutende Privilegien, die der König und spätere Kaiser ihm einzuräumen bereit war.

Die Kindheit Maximilians hätte glücklich sein können, hätten nicht zwei Ereignisse stattgefunden, die den Knaben ein Leben lang prägen sollten. Aufgrund der Differenzen zwischen seinem Vater Friedrich und dessen Bruder Albrecht VI. erlebte das Kind die Belagerung der Familie in Wien, da der Oheim den Vater vom Thron stoßen wollte. Die Kaiserfamilie litt in der Wiener Burg bitterste Not und es war nur der jungen Kaiserin zu verdanken, dass es nicht zur Katastrophe kam, denn der ewig zögernde und misstrauische Friedrich III. hatte sich nicht zur Aussöhnung mit seinem Bruder entschließen können. Der Tod Albrechts beendete den unheilvollen Bruderzwist.

Die Mutter war es auch, die Maximilian und seine Schwester Kunigunde über alles liebten. Ihr Tod war für Maximilian eine Tragödie, nicht zuletzt, da die neuen Erzieher, die sein Vater bestellte, dem Knaben die Welt nicht zu erklären versuchten, sondern ihm einbläuten. Sie erkannten nicht den freien Geist ihres Zöglings und wandten Methoden an, die nicht nur bedenklich, sondern aufgrund ihrer Brutalität regelrecht verwerflich waren.

Maximilians Vater Friedrich III., die »Erzschlafmütze des Reiches«, wie er spöttisch genannt wurde, beschäftigte sich schon bald mit dem Gedanken, den in allen ritterlichen Tugenden gewandten Sohn möglichst gewinnbringend zu verheiraten. Das Angebot des Burgunderherzogs Karl des Kühnen, Maximilian mit seiner Tochter Maria zu verheiraten, kam ihm daher gerade recht. Karl der Kühne, einer der reichsten Fürsten Europas, bot seine Tochter allerdings nicht ohne Hintergedanken an, er wollte als Dank eine Königskrone. Es kam zu einem glanzvollen Treffen in Trier, an dem auch Maximilian teilnahm und bei dem die Hochzeit der jungen Leute beschlossen wurde. Der Plan mit der Königskrone zerschlug sich aber sehr rasch.

Nachdem Herzog Karl der Kühne in der Schlacht bei Nancy gefallen war und der französische König Ludwig XI. seine Absicht kundgetan hatte, Maria als Braut für seinen Sohn Karl zu erwählen, schlug für Maximilian die Abschiedsstunde in Wiener Neustadt. Seine Brautfahrt führte ihn über Augsburg bis Köln, wo sich ein Ende abzeichnete. Denn seine finanziellen Mittel waren erschöpft, er war nicht mehr in der Lage, weiterzuziehen. Nur mit der Hilfe seiner zukünftigen Stiefschwiegermutter Margarete von York war es ihm möglich, seinen Weg nach Gent fortzusetzen, wo im Jahre 1477 die Hochzeit mit Maria stattfand.

Die politische Situation in den Niederlanden war keineswegs klar durchschaubar, denn Karl der Kühne hatte rigoros seine Rechte als Herzog von Burgund durchgesetzt. Nach seinem Tod folgte ihm seine Tochter Maria nach, der die niederländischen Stände größte Schwierigkeiten machten und sie zwangen, das »Große Privileg«, durch das deren Rechte erweitert wurden, zu unterzeichnen.

Schon in den ersten Ehejahren verwickelte der französische König Ludwig XI. Maximilian immer wieder in neue Kämpfe, da Frankreich nach wie vor am Erwerb einzelner burgundischer Provinzen interessiert war. Der junge Habsburger kam dabei in arge Bedrängnis, wie durch ein Wunder siegte er aber in der Schlacht bei Guinegate.

Maximilian hätte trotz der Wirren und der Bedrohung durch den französischen König ein halbwegs geregeltes Familienleben mit den beiden Kindern Philipp und Margarete führen können, hätte nicht der Tod Regie geführt. Seine geliebte Gemahlin Maria von Burgund kam bei einem Jagdunfall im Jahre 1482 ums Leben, nachdem ihr kleiner Sohn Karl kurz nach der Geburt gestorben war.

Mit dem Tod Marias veränderte sich das Leben Maximilians von Grund auf. Obwohl er in den Niederlanden zum Ritter geschlagen und zunächst allseits akzeptiert worden war, begannen Aufstände gegen den jungen Habsburger, der 1486 in Frankfurt zum erwählten römischen König und in Aachen gekrönt worden war. Die Revolten bewirkten, dass man Maximilians Gefolgsleute entweder umbrachte oder vertrieb. Ihn selbst steckte man 1488 in Brügge ins Gefängnis, und wäre nicht sein Vater aus seiner Lethargie erwacht und hätte sich mit einem Heer in Richtung Flandern begeben, wäre die Sache für Maximilian äußerst prekär geworden. Seine Kinder wurden ihm weggenommen und unter die Vormundschaft der niederländischen Stände gestellt, wobei man Margarete mit dem minderjährigen Dauphin von Frankreich verlobte und das dreijährige Kind nach Amboise an den französischen Königshof schickte.

Maximilian, der ahnte, dass seine Zukunft nicht in den Niederlanden liegen würde, verließ das Land, in dem er seine große Liebe gefunden, aber nach kurzer Zeit wieder verloren hatte.

Sein zukünftiges Leben war facettenreich, denn die Kämpfe gegen die französischen Könige ebbten nicht ab, nach Ludwig XI. kamen Karl VIII. und dessen Nachfolger Ludwig XII. Alle drei waren keine Freunde des deutschen Königs. Karl VIII. nahm ihm gar seine neue Braut Anne de Bretagne weg, mit der Maximilian zwar die Ehe »per procurationem« eingegangen war, sie aber noch nicht vollzogen hatte, da er zu dieser Zeit gezwungen war, im Osten gegen die Türken zu kämpfen. Karl VIII. ließ seine Ehe mit Margarete vom Papst annullieren und heiratete in aller Eile Anne. Auch sein Nachfolger Ludwig XII. machte Maximilian immer wieder Schwierigkeiten. Dieser schloss daher Bündnisse mit wechselnden Partnern, wobei die Vereinbarungen das Papier nicht wert waren, auf denen sie standen. Die Konstellationen wechselten je nach Bedarf, mit Venedig, gegen Venedig, mit Frankreich, gegen Frankreich, mit dem Papst, gegen den Papst … schließlich wusste niemand mehr, wer mit wem verbündet war.

Auch innenpolitisch war die Lage instabil, da die Kurfürsten schon unter Kaiser Friedrich III., der 1493 in Linz starb, versuchten, ihr eigenes Süppchen zu kochen. Maximilian musste dies akzeptieren, da er ständig auswärts in Kämpfe verwickelt war. Nur selten erwarb er Gebiete friedlich, wie Tirol, die Vorlande oder Teile der Schweiz, indem Herzog Sigmund von Tirol auf die Regentschaft in diesen Ländern verzichtete. Die Schweizer Gebiete stellten sich jedoch als Danaer-Geschenk heraus.

Die größten Landgewinne erzielte Maximilian allerdings durch wohldurchdachte Heiraten. Sein einziger Sohn Philipp der Schöne vermählte sich mit Juana, der Tochter der Katholischen Könige von Spanien, wobei es das Schicksal nach dem Tod von deren Bruder und Schwestern wollte, dass ausgerechnet sie zusätzlich zum vereinigten Königreich Spanien die neu eroberten Gebiete in allen Teilen der neuen Welt erbte. Unter Karl V., dem Enkel Maximilians, kam die Universalmonarchie schließlich unter habsburgische Herrschaft, die sich wenig später in die Casa de Austria im Westen und das Haus Habsburg im Osten aufspaltete.

Eine zweite Erfolgsgeschichte spielte sich im Osten ab. Durch die Doppelhochzeit von Wien im Jahre 1515 zwischen Maximilians Enkelkindern und den Kindern des ungarischen Königs fielen Ungarn und Böhmen kampflos an die Familie, wobei auch hier der Tod als Königsmacher fungierte.

Mit den dazugewonnenen Gebieten kamen schwierige Aufgaben auf die Habsburger zu, denn die Türken pochten schon 1480 an die Tore des Reiches, sie fielen in Kärnten und der Steiermark ein. Maximilian befand sich in einer schwierigen Lage, denn die deutschen Fürsten weigerten sich, ihm ein Reichsheer zu Hilfe zu schicken. Es sollte noch Jahrhunderte dauern, bis man in weiten Teilen Europas erkannte, welche Gefahr die Osmanen darstellten.

Maximilian begann unendlich vieles, seine Pläne waren weitreichend und ungewöhnlich modern. So berief er 1495 einen Reichstag nach Worms ein, wo er im Rahmen einer Reichsreform eine Steuer, den »gemeinen Pfennig«, einführte und auf Druck der Reichsstände den »ewigen Landfrieden« propagierte, was in Zusammenhang mit dem Fehdeverbot stand. Das Reich sollte in Reichskreise eingeteilt werden, und um die einfachen Menschen vor der Willkür der Gerichte zu schützen, gründete Maximilian das Reichskammergericht. Da aber die Richter denkbar schlecht bezahlt wurden, fällten sie nach wie vor Urteile, die ihnen von den jeweiligen Brötchengebern vorgeschlagen wurden, sie waren Handlanger der »Suppenessergerichte«, wie man die parteiischen Gerichte bezeichnete.

Es war kein Wunder, dass Maximilian keine eigentliche Residenz besaß, war er doch sein Leben lang unterwegs. Man kannte den König und späteren Kaiser überall im Reich, wobei er in einzelnen Städten besonders gern zu Gast war: in Augsburg, wo man ihn schon als »Bürgermeister« bezeichnete, und Memmingen, das er seine »Ruh und Schlafzell« nannte. Auch in Innsbruck fühlte er sich wohl, hier feierte er prunkvoll seine zweite Hochzeit mit Bianca Maria Sforza von Mailand, ein Fest ohne Herz, wie sich später herausstellen sollte.

Der Kaiser war ein Meister der Propaganda, die er selbst in Auftrag gab. Er verfolgte die Absicht, dass jedermann ihn kennen sollte. Daher ließ er sein Konterfei überall vervielfältigen und verteilen, wodurch er ungewöhnlich populär wurde. Seine Freundschaft und enge Verbundenheit mit den Künstlern seiner Zeit trug ein Übriges dazu bei, dass die Maler und Bildhauer seine Person verewigten. Denn sie waren es, die Maximilian über alles schätzte. 1512 lernte er Albrecht Dürer kennen, dem er sämtliche Steuern erließ und ihm eine Leibrente von 100 Gulden pro Jahr aussetzte, obwohl er nicht wusste, woher er das Geld dafür nehmen sollte.

Als Dank dafür konzipierte der Meister für den Kaiser die »Ehrenpforte« oder den »Triumphzug«, wobei Dürer die Verherrlichung des Hauses Habsburg, das durch Maximilian zu europäischer Bedeutung aufgestiegen war, im Auge hatte.

Maximilian scheiterte letztlich in den meisten seiner Vorhaben, da er nicht imstande war, das Geld, das ihm durch seine zweite Heirat reichlich zugeflossen war, zu halten. Es zerrann ihm zwischen den Fingern. Freilich unterstützte er Gelehrte wie Conrad Celtis, der ein »Collegium poetarum et mathematicorum« gründete, das der Wiener Universität angeschlossen werden sollte, er feuerte die Dichter der Zeit an, an seiner Biografie Theuerdank und dem Weiskunig mitzuschreiben, an der er selber arbeitete. Heute weiß man, dass Marx Treitzsaurwein von Ehrentreitz Teile des Weiskunig verfasste, während der Kaiser weitgehend Autor des Theuerdank war. Illustriert wurden die Werke von Hans Burgkmair. Da in dem Fragment Freydal hauptsächlich Ritterszenen vorkommen, in denen der Hauptheld Maximilian gleicht, tauchte der Verdacht auf, dass Maximilian den Auftrag zu diesem Werk gegeben hatte, um als heldenhafter Ritter in die Geschichte einzugehen.

Der Kaiser reiste natürlich nicht allein. Wo immer es ging, begleiteten seine Musiker Maximilian, manchmal unter schwierigen Bedingungen, denn am Ende war der Kaiser aufgrund seiner Schulden nicht überall willkommen. Auf seiner letzten Reise versperrten die Stadtväter von Innsbruck die Tore, sodass der todkranke Kaiser weiterziehen musste.

Obwohl Maximilian ab und zu gute Kontakte zu den Päpsten der Zeit unterhielt, musste er seinen Plan, sich in Rom zum Kaiser krönen zu lassen, im Laufe der Jahre fallen lassen. Immer wieder kam etwas dazwischen, wenn er einen Romzug ins Auge gefasst hatte. Zuletzt verweigerten ihm die Venezianer den Durchzug, sodass er auf die Idee kam, sich 1508 in Trient von seinem Freund, dem Bischof von Gurk und später Salzburg, Matthäus Lang, zum erwählten römischen Kaiser krönen zu lassen.

Zum Zeitpunkt der Kaiserkrönung war Maximilian kein junger Mann mehr. Waren seine Gedanken, Ideen, Wünsche und Vorstellungen bisher ausschließlich im Diesseits verankert, so beschäftigte er sich immer mehr mit philosophischen Interpretationen des Lebens, um sich aufs Jenseits vorzubereiten. Und wie hätte er dies besser tun können als als Papst? Als dieser Plan publik wurde, stieß er auf helle Empörung der Kirchenfürsten, denn eine Verbindung von weltlicher und geistlicher Macht war geradezu ein Frevel! Auch Papst Julius II. sparte nicht mit gehässigen Anwürfen, ja er bezeichnete den Kaiser gar als »Barbaren«.

Maximilian wurde im Vergleich zu seinen Zeitgenossen uralt. Wahrscheinlich hatte er selbst nicht geglaubt, dass er das 60. Lebensjahr erreichen würde, denn er führte schon vier Jahre vor seinem Tod eine Sargkiste mit sich. Er hatte genaue Anweisungen niedergeschrieben, wie man nach seinem Tod mit ihm verfahren sollte. Die Pläne für sein Grabmal hatten Künstler schon gestaltet, allerdings dauerte die Ausführung in der Klosterkirche von Innsbruck, wo sich die »Schwarzen Manda« und sein Kenotaph heute befinden, so lange, dass der Kaiser die Fertigstellung nicht mehr erlebte.

Maximilian starb am 12. Januar 1519 in Wels, vermutlich an Darmkrebs. Er hatte verfügt, dass sein Leichnam gegeißelt werden sollte, außerdem sollte man ihm die Zähne ausbrechen. Im Ornat des St.-Georgs-Ordens wurde er unter den Altarstufen der St. Georgskapelle in Wiener Neustadt beigesetzt. Sein Herz brachte man in einer goldenen Kapsel nach Brügge. Im Sarkophag Marias von Burgund fand es die letzte Ruhe.

Die portugiesische Mutter

Eleonore

Für den achtjährigen Maximilian bedeutete es einen der schwersten Schicksalsschläge seiner Kindheit, als seine geliebte Mutter auf dem Totenbett lag. Mit ihrem Tod schien die Sonne in seinem jungen Leben untergegangen zu sein, denn die Mutter war sein Ein und Alles gewesen, sie war es, die schützend ihre Hand über das Kind hielt, wenn der allzu strenge Vater von seinem kleinen Sohn mehr Disziplin und Lerneifer forderte. Rundherum hatte sie Freude und Frohsinn verbreitet, obwohl sie an der Seite ihres einsilbigen, meist missmutigen Ehemanns nichts zu lachen hatte.

Noch am Ende seines langen Lebens gedachte Maximilian der Frau, die ihm das Leben geschenkt hatte und die ihm, obwohl ihr vom Schicksal nicht vergönnt gewesen war, alt zu werden, ihr gewinnend umgängliches Wesen und ihre Lust am Leben vererbt hatte.

Eleonore von Portugal war ein bildhübsches junges Mädchen gewesen, verwöhnt, bewundert und geliebt – ein Mädchen, von dem die europäischen Prinzen träumten, obwohl Eleonore noch kaum den Kinderschuhen entwachsen war. Sie war im Luxus aufgewachsen, der portugiesische Königshof galt als einer der reichsten Europas. Der Gewürzhandel, den die Portugiesen in aller Welt betrieben, hatte über das Königshaus einen Goldregen niedergehen lassen, auf den man in ganz Europa begierig schaute.

Eleonore war nach dem frühen Verlust ihrer Eltern zunächst unter der Obhut ihres Oheims aufgewachsen, der sich rührend und liebevoll um die Nichte kümmerte. Ihr Vater, Eduard der Bekenner, war im Kampf gefallen, wonach die Mutter, die sich in Portugal nie wohlgefühlt hatte, eines Tages spurlos verschwand, ohne sich um das Wohl und Wehe ihrer kleinen Tochter zu kümmern.

Nachdem ihr Bruder Alphons 1449 die Herrschaft in Portugal angetreten hatte, übersiedelte Eleonore an seinen Hof, wo das halbe Kind schon bald umschwärmter Mittelpunkt war. Zahllose Kavaliere machten ihr verliebte Augen, waren charmant und ritterlich und erwiesen ihr jede nur mögliche Aufmerksamkeit. Sie konnte haben, was ihr Herz begehrte. Zu ihrem Lebensglück fehlte nur noch der entsprechende Ehemann. Diesen durfte sie selbst auswählen – ein für die Zeit ungewöhnliches Zugeständnis. Denn das Los adeliger Mädchen war keineswegs beneidenswert, meist wurden sie noch als Kind mit dem meistbietenden, im Alter oft völlig unpassenden Prinzen verlobt, dem sie schließlich nach einigen Jahren ins Brautbett folgen mussten: tragische Schicksale, die häufig mit einem frühen Tod der Bräute im Kindbett endeten.

Eleonore sollte nicht das gleiche Schicksal teilen, sie war in der glücklichen Lage, selbst entscheiden zu können. Und sie traf eine Wahl, die sie viele Jahre hindurch bereuen sollte. Als sie nämlich erfuhr, dass der Habsburger Friedrich III. drauf und dran war, um ihre Hand anzuhalten, hörte sie aus der Werbung nur den verlockenden Klang seines künftigen Titels »deutscher Kaiser« heraus und fragte nicht weiter nach, wer der zukünftige Bräutigam war, wie er aussah, wie alt er war … Begeistert soll sie ausgerufen haben, dass sie »den« wollte und sonst keinen! Die junge Eleonore hatte in ihrer spontanen Art ihr Schicksal festgelegt, wohl aus einer augenblicklichen Laune heraus, denn hätte sie gewusst, was eine Ehe mit einem eingefleischten Junggesellen bedeutete, hätte sie sich nie und nimmer für Friedrich entschieden. Aber eine große Karriere war ihr an der Seite dieses Mannes sicher, Friedrich war bereits römisch-deutscher König und konnte, da er sehr gute Beziehungen zum Papst in Rom hatte, aller Voraussicht nach deutscher Kaiser werden. Und sie, Eleonore, würde an seiner Seite als Kaiserin die bedeutendste Frau Europas sein. Was für eine Zukunft!

Aus den Unterrichtsstunden, die ihr zuteil geworden waren, kannte sie die Größe und Bedeutung des Gebietes, über die der römisch-deutsche König herrschte. Sie musste zwar in die Ferne ziehen und ihr Vaterland aufgeben, aber für das erst zwölfjährige Mädchen hatte all dies einen besonders abenteuerlichen Reiz. Was war dagegen der französische Dauphin, der ebenfalls durch einen Boten seinen Wunsch hatte übermitteln lassen, die Prinzessin zu ehelichen? Was hätte er ihr, wenn er später zum König von Frankreich gekrönt würde, bieten können? Luxus? Den war sie gewöhnt, er umgab sie auf Schritt und Tritt, der von kostbaren Teppichen gedämpft wurde. Seidentapisserien bedeckten die Wände, wohlig konnte man sich in weichen Kissen räkeln und köstliche Süßigkeiten genießen. Auch in Frankreich, so hatte man ihr berichtet, sollte es dies alles geben, denn auch die französischen Adeligen verstanden zu leben und sorgten mit Turnieren und anderen Lustbarkeiten für Abwechslung. All das war der Prinzessin bekannt, kein Geheimnis würde das Leben am französischen Königshof bereithalten.

Wie oft mag Eleonore später, als sie in dem düsteren, kalten Palast in Wiener Neustadt ihre Tage verrinnen sah, an der Seite ihres langweiligen, eigenbrötlerischen Mannes, an die Entscheidung gedacht haben, die sie als halbes Kind so leichtfertig getroffen hatte? Wie oft hatte sie wohl unter bitteren Tränen bereut, den fröhlichen französischen Hof abgelehnt zu haben, wenn sie in einsamen Nächten wach lag und die Stunden zählte?

Was hatte sie von Friedrich gewusst, als sie seinen Brautwerbern ihr Jawort gab? Man hatte sie weder darüber aufgeklärt, dass ihrem zukünftigen Bräutigam Charme und Humor völlig fehlten, noch über dessen Alter; Friedrich war immerhin schon 32, als er sich gezwungen sah, Ausschau nach einer Ehefrau zu halten. Denn seine Position als deutscher König war keineswegs so gefestigt, dass er noch lange zuwarten konnte. Sein Bruder Albrecht, der als Zweitgeborener keinen Anspruch auf den Thron stellen konnte, versuchte bei jeder Gelegenheit, ihm durch List und Tücke das Leben schwer zu machen.

Mit Anfang dreißig war Friedrich ein alter Mann, als er auf Freiersfüßen ging. In seiner ewig misstrauischen Art hatte er bis dahin wenig Erfahrung mit dem schönen Geschlecht gesammelt, obwohl ihm aufgrund seiner Position einige attraktive Mädchen schöne Augen gemacht hatten. Aber er ließ keine nahe an sich heran, keiner gelang es, den Hagestolz aus der Reserve zu locken. Im Gegenteil: Er verurteilte alles, was mit lockerem Spiel und charmanter Werbung verbunden war, er missbilligte jedweden Annäherungsversuch und wandte sich entsetzt ab, wenn eine Frau mehr von ihrem Körper zeigte, als es die Schicklichkeit erlaubte. Schon als junger Mann galt Friedrich als äußerst prüde, und man munkelte, dass er gar nicht wissen wollte, was man mit einem jungen Mädchen alles machen konnte.

Sein Bruder Albrecht war aus anderem Holz geschnitzt! Er war ein Kerl aus Fleisch und Blut, der die Frauen nahm, wo er sie fand, der sich mit Essen vollstopfte und mit Wein volllaufen ließ, der das Geld mit vollen Händen unters Volk warf, um es sich mit brutalen Mitteln wieder zurückzuholen. Die Leute nahmen ihm sein ausschweifendes Leben nicht übel, im Gegenteil: Albrecht war immer greifbar, im Gegensatz zu seinem ältlichen Bruder, er mischte sich unters Volk, er war ein Herrscher zum Anfassen. Er hätte regieren sollen, nicht der verschlossene Spintisierer Friedrich – so dachten nicht nur die Anhänger Albrechts, so empfand er auch selbst und unternahm alles, um seinem Bruder das Leben schwer zu machen. Was für ein Glück bedeutete es für Friedrich, als den ungeliebten Bruder aus heiterem Himmel der Tod holte.

Friedrich war kein Kämpfertyp. Ihn interessierte nicht, was die Leute über ihn flüsterten; er vergrub sich in alchimistische Versuche, ließ sich die Sterne deuten und war überzeugt, eines Tages selbst Gold herstellen zu können. So zurückgezogen, wie er lebte, konnte er natürlich keine Frau finden, und allmählich regte sich der Verdacht, der König würde niemals heiraten. Dass dies aber im Interesse der Dynastie geradezu unmöglich war, wusste Friedrich nur allzu gut. Daher ließ er sich nach langem Hin und Her dazu überreden, auf Brautschau zu gehen. Es war Sigismund (Siegmund), der Herzog von Tirol, gewesen, der ihn auf die kleine Portugiesin aufmerksam gemacht hatte, da er beste Beziehungen zu Philipp dem Guten von Burgund unterhielt, der mit dem portugiesischen Königshaus verwandt war. Was lag also näher, als die Fühler in diese Richtung auszustrecken, noch dazu, wo in Portugal angeblich Milch und Honig flössen. Geld war in dem Land am Atlantik in Hülle und Fülle vorhanden, und das war es, was König Friedrich, der ständig von einem Heer von Schuldnern umgeben war, besonders lockte.

Natürlich bahnten der Herzog von Tirol und sein burgundischer Kollege die Heiratsverhandlungen nicht ohne Hintergedanken an. Denn sollte es mit der Heirat klappen und Friedrich würde dereinst zum Kaiser gekrönt werden, so würde man entsprechend auf die ehemaligen Verdienste hinweisen.

Friedrich war mit seinen 32 Jahren keineswegs das, was man als schönen Mann bezeichnen konnte. Er war hager, sein dünnes Haar hing schlaff herunter und war auch in seiner Jugendzeit nicht üppiger gewesen. Man sah ihm den Asketen schon von Weitem an, das schmale Gesicht zeigte stets einen leidenden Ausdruck, von Weltoffenheit oder gar Temperament war nicht die Spur zu bemerken. Im Gegensatz zu seinen lebensfrohen Zeitgenossen verabscheute er üppiges Essen. Völlerei war ihm in tiefster Seele zuwider, und an den üblichen Fress- und Saufgelagen nahm er niemals teil, ja er verurteilte sie aufs Schärfste.

Auch der Sache mit Portugal stand er zunächst skeptisch gegenüber. Er hatte zwar vernommen, dass die portugiesische Prinzessin ein reizendes Mädchen sein sollte, was aber wäre, wenn sie sich nur verstellte, um an seiner Seite Kaiserin zu werden? Misstrauisch wie er von Jugend auf war, bezweifelte er auch das Aussehen Eleonores auf den Medaillons, die ihm überbracht worden waren. Für die Maler war es sicherlich ein Leichtes, ein hübsches Mädchen darzustellen, wer garantierte ihm schon, dass die Prinzessin nicht verwachsen oder gar verkrüppelt war?

Friedrich, der auf Nummer sicher gehen wollte, beauftragte daher zwei Geistliche, auf die er sich verlassen konnte, mit einer delikaten Mission: Sie sollten sich auf den weiten Weg durch das unsichere Europa machen, um die Braut inkognito in Augenschein zu nehmen und zu berichten, wie Eleonore wirklich war. Der knauserige König stellte den Boten so wenig Geld zur Verfügung, dass die beiden ganz und gar nicht wie königliche Brautwerber, sondern eher wie Strauchdiebe auftraten. Schmutzig und zerlumpt, wie sie schon nach kurzer Zeit waren, kamen sie endlich in Portugal an und wurden dort aufgrund ihres verdächtigen Äußeren zunächst ins Gefängnis geworfen. Als sie sich schließlich zu erkennen gaben, dauerte es geraume Zeit, bis man ihnen glaubte, dass sie Abgesandte des königlichen Bräutigams wären, die die Aufgabe hätten, den Ehevertrag zwischen König Friedrich und Prinzessin Eleonore per procurationem zu unterzeichnen.

Die Nachrichten, die Friedrich aus Portugal bekam, hätten ihn sehr froh stimmen müssen, denn seine Mittelsmänner beschrieben die kleine Braut aufs Vorzüglichste, einzig und allein, dass sie so klein war, hätte ein gewisses Manko sein können. Denn in der damaligen Zeit bevorzugten die Herrscher robuste Frauen, die jedes Jahr ein Kind zur Welt bringen konnten, ohne Schaden zu nehmen. Vielleicht war es auch zu viel des Lobes, das Friedrich über Eleonore hörte, in seiner zweiflerischen Art suchte er ein Haar in der Suppe. Für ihn schien es geradezu unmöglich, dass ausgerechnet er ein vollkommenes Geschöpf heiraten sollte. Eilig ließ er deshalb den Hofastrologen kommen, der die Sterne befragen sollte. Und was er hörte, beruhigte ihn einigermaßen, denn die portugiesische Prinzessin schien tatsächlich die richtige Frau für ihn zu sein.

Trotz ihrer Euphorie, in absehbarer Zeit den zukünftigen deutschen Kaiser zu heiraten, fiel Eleonore der Abschied von Lissabon schwer. Man hatte die Vorbereitungen für die große Reise mit aller Sorgfalt getroffen, jedes Stück, das die Prinzessin mit in die neue Heimat nehmen sollte, wurde liebevoll ausgewählt, es sollte ihr an nichts mangeln. Ein Heer von Schneidern fertigte kostbare Kleider an, seidene Schuhe und Täschchen sollten die junge Frau schmücken. Auch Teppiche und weiche Kissen wurden auf die Schiffe verladen, denn man konnte nicht wissen, ob die Braut diese Dinge in ihrer neuen Heimat vorfinden würde. Die beiden Abgesandten Friedrichs hatten in ihrer schäbigen Kleidung einen schlimmen Verdacht aufkommen lassen.

Solange Eleonore noch in Lissabon weilte, folgte ein Fest auf das andere. Die Heimat machte ihr den Abschied nicht gerade leicht, denn auf Schritt und Tritt zeigten ihr die Menschen, wie sehr sie hier geliebt wurde. Dichter verfassten neue Theaterstücke, in denen Mohren und Drachen die Hauptrollen spielten, wilde Männer einander bekämpften und mit mächtigen Stieren rangen, allegorische Gestalten versinnbildlichten die Zukunft der Prinzessin und symbolisierten die hohe Ehre, die ihr beschieden war, da sie den zukünftigen Kaiser zum Mann bekommen würde. Eleonore, auf dem Balkon des Palastes stehend, genoss den Jubel und die Hochrufe.

Aber schon bald nahte der endgültige Abschied von ihrer trauten Umgebung, die kleine Flotte, die eigens für sie ausgerüstet war, lag abfahrbereit im Hafen. Als die Anker gelichtet wurden, konnte die Prinzessin nicht ahnen, welch unbarmherzigem Schicksal sie entgegenging.

Die Fahrt über das Meer war alles andere als eine Luxusreise. Die Stürme im Mittelmeer waren gefährlich, außerdem war jederzeit mit Überfällen von Seeräubern zu rechnen, die natürlich längst über ihre Mittelsmänner darüber informiert waren, welch kostbare Beute für sie auf den Schiffen lagerte – nicht gerechnet das Lösegeld für die hohe Braut!

Die Seereise war für das junge Mädchen ein einziger Albtraum. Wie Nussschalen schaukelten die Schiffe in den schweren Stürmen, wurden von meterhohen Wellen hin und her geworfen, bis die Segel in Fetzen von den Masten hingen. Eleonore und ihr Gefolge liefen nicht nur einmal Gefahr, von einer Riesenwelle ins Meer gespült zu werden. Kaum hatte der Wind nachgelassen, tauchten am Horizont die gefürchteten Piraten auf, vor denen man zwar die Braut verstecken, allerdings nicht verhindern konnte, dass sie einen Großteil der Schätze, die als Mitgift gedacht waren, an sich rissen.