Titelseite

Erwin F. Lindenau

Medizin zum Totlachen


Die besten Witze









Amalthea

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www.amalthea.at

© 2016 by Amalthea Signum Verlag, Wien

Alle Rechte vorbehalten

Covergestaltung: Kurt Tutschek

Coverzeichnung: Markus Szyszkowitz

Herstellung: Hannes Strobl, Satz·Grafik·Design, Neunkirchen

Gesetzt aus der Minion Pro

eISBN 978-3-903083-25-7

Vorwort

Unsere Lebenserwartung steigt jährlich um 90 Tage. Je älter wir werden, desto wahrscheinlicher bedürfen wir des Arztes. Die Untersuchungsmethoden werden immer feiner; bald wird es keinen gesunden Menschen mehr geben …

Jeder wünscht jedem – ob mündlich oder schriftlich – Gesundheit und wieder Gesundheit. Gesprochen wird aber über Krankheiten, wobei einer den andern noch übertreffen will. Und das in vollem Ernst.

In den Arztpraxen sitzen die Patienten stumm in sich gekehrt und blättern in Illustrierten. Eines haben sie gemeinsam: den ernsten Blick. Zeitungen und Illustrierte sind voll von Gesundheitsspalten und ernsten Ratschlägen. Rundfunk und Fernsehen strotzen von Berichten über Gesundheit zur Vermeidung von Krankheit. Natürlich in vollem Ernst.

Da reizt es den Humoristen und Optimisten umso mehr, das Ganze einmal von der humoristischen Seite anzugehen, zumal viel mehr im Kopf beginnt, als man gemeinhin meint. Übrigens hat der Optimist jeden Tag gleich oft recht wie der Pessimist, nur lebt der Optimist angenehmer.

Die Ärzte sind einerseits feinfühlend, sprechen aber auch fallweise eine derbere Sprache, was als Entschuldigung im Voraus zu werten ist.

Was sich auf der Couch abspielt, mag ja noch hingehen. Mehr oder weniger Skrupel muss man da schon bei Betrachtungen rund um die Anstalt haben. Es erhebt sich nur die Frage: Was ist schon normal? Die Grenzen sind fließend. Oft haben die Insassen der Anstalt sogar ein sorgenfreieres Leben als die draußen, weil sie nicht alle Unannehmlichkeiten des Lebens mitbekommen oder sie ihnen egal sind …

Nehmen Sie es leicht. Lachen Sie. Wenn geht, so oft wie möglich, und das jeden Tag. Dann geht vieles leichter. Sie werden sehen!

Das wünscht den verehrten Lesern

herzlichst

Ihr Lindenau

Medici in spe und ihre Professoren

Alter Idiot

Eine reizende alte Dame kommt zum Internisten einer Universitätsklinik. „Wie soll ich zu Ihnen sagen?“, fragt sie. „Herr Doktor oder Herr Professor?“

„Ganz wie Sie wollen“, meint der Arzt lächelnd. „Hintenherum nennen mich meine Studenten einfach den alten Idioten.“

„Nun ja“, meint die alte Dame, „das können aber nur Leute sein, die Sie sehr gut kennen.“

Analyse und Anatomie

Ein ehrbarer Vater besucht seinen Medizin studierenden Sohn in der Universitätsstadt und interessiert sich vor allem für den Stundenplan des Äskulap-Jüngers.

„Des Morgens“, sagt dieser, „gehe ich zur Ana-lyse – und am Nachmittag kommt die Ana-to-mie.“

„Junge, Junge“, sagt der Alte, „gib dich bloß nicht so viel mit den Weibern ab.“

Anatomie-Prüfung

Die hübsche Kollegin wird nach dem pH-Wert der menschlichen Vagina gefragt: „Sauer!“

„Richtig! Und wodurch wird das Milieu erhalten?“

„Durch Ameisensäure!“

Der Prüfer biegt sich vor Lachen: „Das Kribbeln hätten Sie wohl gerne!“

Arzt und Facharzt

Der Professor doziert: „Was ist der Unterschied zwischen einem praktischen Arzt und einem Facharzt? Der Facharzt braucht nur halb so viel zu wissen wie der praktische Arzt und kann das doppelte Honorar verlangen.“

Auge riskiert

Der Professor entdeckt, dass seine Assistentin den Alkohol nicht nur für Laborzwecke verwendet. Er klebt einen Zettel an die Flasche: ‚Vorsicht, bei Genuss Erblindungsgefahr.‘

Am nächsten Morgen findet er seinen Zettel ergänzt: ‚Habe ein Auge riskiert.‘

Begabt

Dr. Schmidt soll ein außerordentlich begabter Wissenschaftler sein. Es heißt, dass er jetzt sogar ein Medikament gegen eine Krankheit entdeckt hat, die überhaupt nicht existiert.

Bestes Alter

Ein Professor behauptete in einer Vorlesung, der Mensch sei im Alter von 20 bis 30 Jahren am besten imstande, schwere Mühen und Leiden zu ertragen. Er fügte hinzu, dies wäre auch der Grund, weshalb die meisten Menschen in diesem Lebensalter heirateten.

Bisweilen, Frau Kollegin

Prüfung auf der medizinischen Fakultät.

„Frau Kollegin, können Sie mir sagen, ist dieses Skelett ein Mann oder eine Frau gewesen?“

Schweigen.

„Na, Frau Kollegin, waren da männliche oder weibliche Geschlechtsorgane drinnen?“

„Männliche!“

„Bisweilen, Frau Kollegin, bisweilen!“

Corpus delectans

Im Anatomiekursus wird einer jungen Studentin ein histologisches Schnittpräparat des männlichen Gliedes unter das Mikroskop gelegt. Gefragt, worum es sich handelt, antwortet sie leicht verlegen: „Na ja, das ist halt ein Stück vom – vom … na, halt vom corpus delectans.“

Dankbarkeit

Ein berühmter Professor hat einen reichen Patienten wieder gesund gemacht.

„Herr Professor, ich weiß gar nicht, wie ich Ihnen danken soll.“

Darauf entgegnet er Arzt: „Seit die Phönizier das Geld erfunden haben, hat diese Frage eigentlich ihren Sinn verloren.“

Doktor studieren

Zwei Nachbarn unterhalten sich. Sagt der eine: „Ich lasse meine drei Buben auf Doktor studieren, und wenn das ganze Dorf ausstirbt!“

Fast fertig

„Was macht Ihr Sohn, Frau Windschild? Studiert er noch Medizin oder ist er schon fertig?“

„So gut wie fertig. Ganz kleine Kinder darf er schon behandeln.“

Fehlende Gehirnerschütterung

Ein nicht übermäßig begabter Medizinstudent hat sich das Bein gebrochen. Nach der Heilung meldet er sich bei seinem Professor.

„Wie geht es dem Bein?“, fragt der Professor.

„Ausgezeichnet“, berichtet der Student. „Ich habe das Gefühl, dass ich jetzt besser gehen kann als früher.“

„Wenn das so ist“, sinniert der Professor, „dann fehlt Ihnen jetzt nur noch eine kräftige Gehirnerschütterung!“

Fidel zugegangen

Zwei Medizinstudenten gehen sinnierend im Park spazieren. „Wie hat der Professor gesagt? Oben wird der Mensch grau, unten nicht.“

Da kommt ihnen eine total ergraute Frau entgegen. Sie geben sich als Medizinstudenten zu erkennen, bieten ihr einen Geldschein, wenn sie sie schauen ließe, ob die Aussage des Professors stimmt. Tatsächlich: oben grau, unten kein graues Haar.

„Wie erklären Sie sich das?“

„Ja mei, oben hab ich immer die Sorgen g’habt, aber unten ist es immer hübsch fidel zugegangen …“

Gleichen Friedhof

Ein Professor, der etwas vergesslich ist, trifft auf der Straße eine alte Bekannte, die er lange nicht gesehen hat. „Oh, grüß Gott, gnädige Frau“, ruft er, „wie geht’s Ihnen denn; und dem Herrn Gemahl?“

Als er das bestürzte Gesicht der Frau sieht, fällt ihm ein, dass ihr Mann schon vor Jahren gestorben ist. Geistesgegenwärtig rettet er die Situation: „Immer noch auf dem gleichen Friedhof?“

Gutachten

Aus der Zeit der Eröffnung der ersten Eisenbahnstrecke von Nürnberg nach Fürth 1835 stammt folgendes Gutachten:

„Die schnelle Bewegung muss bei den Reisenden unfehlbar eine Gehirnkrankheit, eine besondere Art des delirium furiosum erzeugen. Wollen aber dennoch Reisende dieser grässlichen Gefahr trotzen, so muss der Staat wenigstens die Zuschauer schützen; denn sonst verfallen diese beim Anblick des schnell dahinfahrenden Dampfwagens genau derselben Gehirnkrankheit. Es ist daher notwendig, die Bahnstrecke auf beiden Seiten mit einem hohen, dichten Bretterzaun einzufassen.“

Hosenscheißer

„Was kann ich für Sie tun?“, fragt der Arzt die weinende Frau Müller.

„Ach, Herr Doktor, mein Sohn macht sich immer die Hosen voll und rutscht dann so drauf herum.“

„Machen Sie sich deswegen doch keine Sorgen. Das tut jedes Kind.“

„Das schon, aber im Hörsaal auf der Uni will keiner mehr neben ihm sitzen.“

Humanreflektor

Ein wissenschaftliches Institut hatte einen Toilettenspiegel gekauft und die Rechnung der zuständigen Kasse übersandt. Bekanntlich ist der Institutshaushalt in verschiedene „Titel“ gegliedert. Ein Toilettenspiegel war aber unter keinen „Titel“ einzuordnen. Also wurde das Geld für diese Anschaffung nicht gewährt.

Daraufhin deklarierte man den Spiegel unter „Apparate“ als „Humanreflektor“ – und siehe, die Ausgabe ward genehmigt. Oh sancta Bürocratia!

Kant und Bach

Ein Student zum anderen: „Weißt du, warum Immanuel Kant keine Kinder hatte und Johannes Sebastian Bach so viele? – Kant kannte nur das Ding an sich, aber Bach kannte die Fuge!“

Leichter gebären

Geheimrat Bumm, der berühmte Gynäkologe, hielt eine Vorlesung.

„Wenn ich Sie richtig verstanden habe“, sagte eine Zuhörerin nach dem Vortrag, „dann sind Sie der Ansicht, dass die jungen Frauen von heute durch den Sport leichter gebären als die Frauen früherer Jahrzehnte?“

„Nein, nein!“, rief der Mediziner lachend. „Davon habe ich nichts gesagt! Ich sagte lediglich, dass die Mädchen von heute durch den ungezwungeneren Umgang mit jungen Männern beim Sport leichter schwanger werden.“

Medizinische Forschung

Die medizinische Forschung hat so enorme Fortschritte gemacht, dass es praktisch überhaupt keinen gesunden Menschen mehr gibt.

Aldous Huxley

Medizinmänner

Nach Jahren ärztlicher Pflichterfüllung im afrikanischen Busch ist der berühmte Professor in seine englische Heimat zurückgekehrt. Im Klub fragt ihn ein ehemaliger General: „Sagen Sie, Doc, was halten Sie von der Kunst der eingeborenen Medizinmänner?“

„Alles nur fauler Zauber und Schwindel“, sagt der angesprochene Professor.

„So?“, fragt der andere zurück und zieht ein winzig kleines, aber quicklebendiges Männchen aus der Tasche. Er stellt das Kerlchen auf den Tisch und sagt: „Und nun, Sergeant Linklater, erzählen Sie mal dem Professor, was passierte, als Sie damals den Medizinmann der Ubi-Ubi einen saudummen Hund nannten …“

Mehr Vertrauen

„Herr Müller, studiert Ihr Sohn immer noch Medizin? Er muss doch jetzt schon ein sehr altes Semester sein.“

„Ja, er lässt sich Zeit, weil die Patienten zu einem älteren Arzt mehr Vertrauen haben.“

Messer schleifen

Der Münchner Anatom Rüdinger war ursprünglich Bader und Landchirurg gewesen. Erst später wurde ihm durch eine kleine Erbschaft ermöglicht, die Universität zu besuchen. Die Studenten wussten von diesem absonderlichen Bildungsgang. Eines Tages rügte er in einem Sektionskurs einen Studenten, seine Messer seien nicht ordentlich geschärft.

Dieser entgegnete hochfahrend: „Ich verstehe mich auf das Messerschleifen nicht; woher sollt’ ich’s können? Ich war nie Bader.“

„Das glaub ich gern“, entgegnete der Professor ohne die geringste Erregung, „wenn Sie Bader gewesen wären, Sie wären’s heute noch.“

Mit Prügel

„Meine Damen und Herren! Ich beginne heute meinen Vortrag über die Krankheiten des Menschen: Wenn der Mensch krank ist, so liegen Natur und Krankheit miteinander im Streit. Der Arzt kommt dazu und schlägt mit einem Prügel drein: Trifft er die Krankheit, so wird der Mensch gesund; trifft er aber die Natur, so stirbt der Kranke.“

Neugier

Professor Müller, dessen Spezialität es ist, aus den Formen des Kopfes die Charaktereigenschaften herauszuknobeln, führt seinen Hörern einen Mann vor und sagt: „Sehen Sie, meine Damen und Herren, diese beulenartige Ausbuchtung auf der Vorderseite ist ein untrügliches Zeichen von Neugier.“

„Ja, das stimmt“, sagt der Mann, „da habe ich nachgesehen, ob der Fahrstuhl herunterkommt.“

Plenus venter

Eine Medizinstudentin befand sich in guter Hoffnung und hat deshalb das Studium an den Nagel gehängt.

Ein Professor, der seine ehemalige Schülerin im Präparierkurs vermisst, fragt einen Studenten nach der Ursache dieser Vakanz und erhält die klassische Antwort: „Herr Professor, Sie wissen doch: Plenus venter non studeat libenter!“ (Ein voller Bauch studiert nicht gern.)

Quantität

Der Professor doziert: „Wir haben also soeben gelernt, dass das männliche Gehirn schwerer ist als das weibliche. Was schließen wir daraus?“

Eine Studentin meldet sich: „Dass es nicht auf die Quantität ankommt, Herr Professor.“

Schraubstock

Ein alter Professor, der an Reißen leidet, doziert im Hörsaal: „Wir wollen jetzt den Unterschied zwischen Rheuma und Gicht festhalten. Stellen Sie sich vor, Sie stecken in einem Schraubstock, der zugedreht wird, bis es schmerzt. Das ist Rheuma. Und wenn dann noch ein bisschen weitergedreht wird – dann ist’s Gicht.“

Sehr zerstreut

Ein Mathematikprofessor stürzt ins Sprechzimmer und zieht sofort Rock, Weste und Hose aus: „Untersuchen Sie mich! Untersuchen Sie mich gründlich! Sie ahnen nicht, wie zerstreut ich in letzter Zeit bin.“

„Doch, ich ahne es“, lächelt der hinter dem Schreibtisch, „und jetzt ziehen Sie sich mal wieder an. Sie sind hier nämlich im Schweizerischen Generalkonsulat.“

Von den Socken

Der Primarius erzählt seinem Freund: „Ich hatte vorige Woche mein zehnjähriges Dienstjubiläum als Primarius und Professor. Keine Blumen, niemand gratuliert mir. Vor dem Heimgehen sagt unsere hübsche blonde Schwester, ich solle mit ihr auf einen Kaffee in ihre Schwesternbude kommen. Ich gehe mit, sie lässt mich in der Küche warten, bis sie mich rufen würde. Na, endlich ruft sie. Ich mache die Schlafzimmertüre auf, steht da meine gesamte Mannschaft, vom Oberarzt bis zur Hilfsschwester, und singt ‚Congratulations‘.“

„Na, da warst du wohl von den Socken?“

„Was heißt von den Socken; das war das einzige, was ich noch anhatte.“

Vorstellungen

Der Professor prüft eine Kandidatin: „Welches Organ kann in bestimmtem Zustand ein Mehrfaches seiner Größe annehmen?“ – Die Studentin errötet.

„Wissen Sie es, Herr Kollege?“

„Die Pupille, Herr Professor!“

„Richtig. Und Sie, Frau Kollegin, machen sich bitte keine falschen Vorstellungen von der Ehe.“

Zu spät

Beim Examen fragt der Professor den Kandidaten: „Welche Dosis geben Sie dem Kranken in diesem Falle?“

„Zwei Esslöffel voll“, schmettert der kühn.

Entsetztes Schweigen warnt den Prüfling, darum sagt er kurz darauf: „Ich möchte meine Antwort korrigieren.“

Schüttelt der Professor den Kopf und sieht auf die Uhr: „Zu spät, mein Lieber, der Patient ist bereits vor 50 Sekunden gestorben.“