image

KATHARINA SCHNEIDER

1001
Gründe
ÖSTERREICH
zu lieben

KATHARINA SCHNEIDER

1001
Gründe
ÖSTERREICH
zu lieben

image

Mit 58 Illustrationen von
WOLFGANG SCHÜSSEL

image

image

1001 Gründe Österreich zu lieben – Sie werden sich vielleicht fragen, wie ich auf die Idee kam, dieses Buch zu schreiben. Ich zog aus, um die Welt zu entdecken und habe letztendlich mein Heimatland entdeckt. Meine Reisen, die mich oft auch in Entwicklungsländer führten, machten mir deutlich, dass der österreichische Lebensstandard mit seiner politischen und sozialen Sicherheit nicht selbstverständlich ist. Aber auch die vielen liebenswerten Eigenheiten, Facetten und Kuriositäten, die Österreich ausmachen, wurden mir bewusst. Viel zu selten schenkt man dem Naheliegenden und den Schönheiten, die einen umgeben, genügend Aufmerksamkeit. Irgendwann fing ich an all das zu Sammeln – ich ging mit offenen Augen durch meine Heimat, las Bücher über Österreich und interviewte ausländische Freunde. Und es kamen tatsächlich 1001 Gründe zusammen, warum Österreich besonders liebenswert ist.

Ich möchte mich bei all jenen Menschen bedanken, die mich von der Geburt der Idee bis hin zum fertigen Buch begleitet und unterstützt haben: Als Allererste sind Frau Veronika Borbath-Vanko sowie ihrer Mutter Maria Theresia Reisky von Dubnitz zu nennen, die mich unter der tropischen Sonne Brasiliens, überhaupt erst auf diese Buch-Idee brachten.

Der größte Dank gebührt Herrn Dr. Wolfgang Schüssel, der als langjähriger Bergfreund meiner Eltern bereits deren Tourenbücher zeichnerisch adelte und dessen kunstvolle Illustrationen jetzt mein Buch bereichern. Keiner könnte die österreichische Seele besser zu Tage »zeichnen« als er. Auch inhaltlich war er mir ein wertvoller Unterstützer.

Ich danke Frau Mag. Stefanie Zimmermann für die Vermittlung ihres umfangreichen Österreich-Wissens sowie Herrn Dr. Robert Hackl, bei dessen Buchprojekt ich meine erste professionelle Schreiberfahrung sammeln durfte.

Meiner Familie, die für mich neben dem intensiven beruflichen Alltag ein unerschöpfliches Kraftfeld darstellt und mir Geborgenheit verleiht, sei ebenso gedankt.

Last but not least bedanke ich mich beim Team des Amalthea Verlags, das mich vom ersten Kontakt bis zur Finalisierung des Buches mit großer Begeisterung und vor allem Professionalität begleitete.

Das vorliegende Buch ist für Österreich-Fans im In- und Ausland gedacht: es soll Österreicher dabei unterstützen die Schönheiten ihrer Heimat kennenzulernen und allen ausländischen Interessierten Lust auf »mehr Österreich« machen.

Nun wünsche ich Ihnen eine unterhaltsame Lektüre und hoffe, dass Sie viele große und kleine Dinge im Buch entdecken, für die man Österreich lieben kann.

Herzlichst, image

Ottokar von Hornek – Rede über Österreich

Oh, nehmt Euch sein, nehmt Euch des Landes an!

Es ist ein guter Herr, es ist ein gutes Land,

Wohl wert, daß sich ein Fürst sein unterwinde!

Wo habt Ihr dessengleichen schon gesehen?

Schaut rings umher, wohin der Blick sich wendet,

Lacht’s wie dem Bräutigam die Braut entgegen.

Mit hellem Wiesengrün und Saatengold,

Von Lein und Safran gelb und blau gestickt,

Von Blumen süß durchwürzt und edlem Kraut,

Schweift es in breitgestreckten Tälern hin –

Ein voller Blumenstrauß soweit es reicht,

Vom Silberland der Donau rings umwunden –

Hebt sich’s empor zu Hügeln voller Wein,

Wo auf und auf die goldne Traube hängt,

Und schwellend reift in Gottes Sonnenglanze;

Der dunkle Wald voll Jagdlust krönt das Ganze.

Und Gottes lauer Hauch schwebt darüber hin

Und wärmt und reift und macht die Pulse schlagen,

Wie nie ein Puls auf kalten Steppen schlägt.

Drum ist der Österreicher froh und frank,

Trägt seinen Fehl, trägt offen seine Freuden,

Beneidet nicht, läßt lieber sich beneiden!

Und was er tut, ist frohen Mutes getan,

’S ist möglich, daß in Sachsen und am Rhein

Es Leute gibt, die mehr in Büchern lasen;

Allein, was not tut und was Gott gefällt,

Der klare Blick, der offne, richt’ge Sinn,

Da tritt der Österreicher hin vor jeden,

Denkt sich sein Teil und läßt die andren reden!

O gutes Land! O Vaterland! Inmitten

Dem Kind Italien und dem Manne Deutschland

Liegst du, der wangenrote Jüngling, da;

Erhalte Gott dir deinen Jugendsinn

Und mache gut, was andere verdarben!

Franz Grillparzer – »König Ottokars Glück und Ende«

image

1 Die »ziehende Musik« wurde unter anderem in Wien begründet. Am 23. Mai 1829 meldete der auf der Mariahilfer Straße wohnende Instrumentenbauer Cyrill Demian ein zweijähriges Patent auf das von ihm und seinen Söhnen entwickelte »Accordion« an. Äußerlich hatte es noch wenig Ähnlichkeit mit dem heutigen Akkordeon, gilt aber als dessen einziger Vorläufer. »Dieses Instrument hat die Gestalt eines kleinen Kästchens mit einem Blasebalg«, heißt es in den Patentunterlagen. Danach ging es Schlag auf Schlag: Diverse Wiener Instrumentenbauer begannen sich für das neue Musikinstrument zu interessieren. Im Technischen Museum befindet sich das älteste Accordeon von Joseph Müller aus dem Jahr 1839. In den nächsten Jahren eroberte das »Wiener Accordeon« die Welt.

2 Der Wahlspruch der Habsburger: A.E.I.O.U. Austriae est imperare orbi universo = Alles Erdreich ist Österreich untertan. Kaiser Friedrich III. ließ die fünf Buchstaben als Signatur auf seinem Wappen und auf Bauwerken anbringen. Sogar bis heute tragen die Siegelringe für die Absolventen der Wiener Neustädter Militärakademie dieses Monogramm. Glaubt man kabarettistischen Deutungen, verheißen die Buchstaben »Am End’ is ollas umasonst«.

3 Der A1-Ring (vormals Österreichring) ist eine Rennstrecke in der Gemeinde Spielberg. Bis 1987 wurde die Strecke für Formel-1-Rennen (Großer Preis von Österreich) verwendet. Nach zwei Startkollisionen mit Millionenschaden verabschiedete sich der Formel-1-Zirkus 1987 für zehn Jahre. Zwischen 1997 und 2003 fanden sieben Formel-1-Rennen statt. Danach nahm die Formel 1 ein zweites Mal Abschied von der Steiermark. Aber Spielberg brummt wieder: die Formel 1 geht 2014 auf dem – dann Red-Bull-Ring – an den Start.

4 Mögen schon die alten Ritter einen »Affen« gehabt haben, so handelt es sich im Folgenden um über 100 Japan-Makaken aus Minoo City am Affenberg bei der Burgruine Landskron. Sie entstammen einer 50 Jahre alten Zucht. Eine besondere Attraktion sind die schwimmenden Affen. Sie haben zwei Teiche, in denen sie sogar nach ihrem Futter tauchen, sich abkühlen oder einfach nur darin spielen. Nicht schwimmen, aber fliegen, können die Greifvögel bei der Flugschau, die ebenfalls bei der Burgruine stattfindet.

5 Aguntum ist eine in der Nähe von Lienz gelegene bedeutende römische Siedlung, die unter Kaiser Claudius (41–54 n. Chr.) zur autonomen Stadt, zum Municipium Claudium Aguntum, erhoben wurde. Seit dem 18. Jahrhundert finden hier Ausgrabungen statt. Heute kann man die Ruinen der Stadtmauern, eines Atriumhauses, einer Therme und des Handwerksviertels besichtigen.

6 Wenn der »Ahnl« dem »Guckahnl« den »Balg umaschatzt«, dann hat im Zweifelsfall der Großvater dem Urgroßvater das Enkerl gegeben. Bei Risiken und Nebenwirkungen der Erbschleicherei fragen Sie den oberösterreichischen Stammdichter Franz Stelzhammer!

7 Die neueröffnete Albertina: Als größtes Habsburgisches Wohnpalais thront die Albertina an der Südspitze der Hofburg auf einer der letzten Basteimauern Wiens. Die Albertina beherbergt eine der größten und wertvollsten grafischen Sammlungen der Welt, die über eine Million Druckgrafiken und 60.000 Zeichnungen umfasst. Darunter befinden sich unter anderem Dürers »Feldhase«, Rubens’ Kinderstudien und Klimts Frauenstudien. Außerdem besitzt die Albertina eine Architektur- und eine neu gegründete Foto-Sammlung. Sie wurde von Herzog Albert von Sachsen-Teschen, einem Schwiegersohn Kaiserin Maria Theresias, gegründet.

8 Peter Alexander – Haxen auseinander. Der Inbegriff des Charmeurs der alten Wiener Schule: garantiert familienfreundlich, absolut jugendfrei und stets gut gelaunt. Schauspieler, Sänger und Entertainer. Sprössling des Reinhardt-Seminars, Theater-, Film- und Musikkarriere.

9 Der erlösende Moment für die Debütanten und -innen: »Alles Walzer!« Mit dieser Aufforderung des Zeremonienmeisters wird auf den großen Wiener Bällen das Parkett zum Tanz freigegeben. Die exakten Reihen der eröffnenden Menuetttänzer lösen sich im wirbelnden Tumult der walzertanzenden Masse auf. Dann tanzen »alle« »Alles Walzer«.

10 Erwin Klein hatte die Idee, die damals moderne Redewendung »auf der Alm dudeln« in Brauseform zu verpacken – entstanden daraus ist der Almdudler. Ein uringelbes Kracherl, aber gleichzeitig auch die kultigste Kräuterlimonade Europas. Das Nationalgetränk der Österreicher besteht aus 40 verschiedenen Kräutern. Almdudler ist nach Coca-Cola die beliebteste Limonade im Land und liegt auch im Verkauf nach dem koffeinhaltigen Limonadenmischgetränk an zweiter Stelle. Gilt doch stets: »Wenn die kan Almdudler hab’n, geh’ i wieder ham!« Oder zum Almdudler Trachtenpärchenball im Wiener Rathaus.

11 Der Almrausch ist nicht der Schwips auf einer Bergwanderung und auch kein Höhenrausch, sondern der volkstümliche Name für Alpenrose und somit eine Pflanzenart.

12 Die Alpen, der größte zusammenhängende Naturraum Europas, den wir uns mit Deutschland, Frankreich, Italien, Liechtenstein, Monaco, Schweiz und Slowenien teilen. 65 Prozent der Fläche Österreichs liegen in den Alpen und somit verfügt Österreich – im Verhältnis zu seiner Fläche – über das größte Berggebiet Europas. Der österreichische Anteil an den Alpen umfasst den größten Teil der Ostalpen, die Karnischen Alpen und die Südkarawanken; auch nördliche Teile der Südalpen. Am Aufbau der Ostalpen sind Gesteine aller Art aus allen Erdzeitaltern beteiligt, die in komplizierten Prozessen während der alpinen Gebirgsbildung durch Deckentektonik zu einem Hochgebirge wuchsen. Während man die Alpen lange nur als Sitz böser Geister oder als Verkehrshindernisse betrachtete, wurden sie im 19. Jahrhundert zum Spielplatz für Geografen, Entdecker, Bergsteiger und Alpinisten. Der Alpenverein sorgte für Schutzhütten, markierte Wanderwege und gesicherte Klettersteige. Die Längstäler sind meist breit und offen, siedlungs-, wirtschafts- und verkehrsbegünstigt, während die Quertäler enger und schwerer besiedelbar sind. 40 Prozent der österreichischen Bevölkerung leben in den Alpen.

13 Alpengold: Die Goldgewinnung im österreichischen Raum erfolgte bereits in historischer Zeit im Donaugebiet und im Zentralalpengebiet zwischen Drau und Salzach sowie im Lavanttal und Zillertal. Schon zur Zeit der Römer wurde aus den Tauernbächen Gold gewaschen, die Kelten haben das Edelmetall in den österreichischen Alpen geschürft und bis in die 1930er Jahre wurde das Alpengold noch kommerziell abgebaut. Ein Neubeginn erfolgte 1937 durch den Londoner Eldron Trust, allerdings mit geringem Erfolg – der 2,5 Kilometer lange Stollen dient heute nur noch als Heilstollen. Kommerziell ist die Goldgewinnung in Österreich heutzutage zwar bedeutungslos, doch als Ferienvergnügen der besonderen Art feiert die Goldwäsche eine wahre Renaissance: So war Rauris 2007 sogar der Austragungsort der Europameisterschaften im Goldwaschen.

14 Haben Sie schon einmal einen Alpenskorpion gesehen? Er ist mit seinen ein bis eineinhalb Zentimetern Körperlänge schwer zu finden, nachtaktiv und kommt nicht häufig vor. Aber es gibt ihn, den »euscorpius germanicus«, von Osttirol bis Kärnten. Der Alpenskorpion ist beim Einsatz seines Stachels zurückhaltend. Für Menschen ist sein Stich nicht bedrohlich und in seiner Intensität geringer einzustufen als ein Wespenstich.

15 In Österreich kommt der Alpensteinbock als Unterart des Steinbocks vor. Sein Lebensraum ist auf die Alpen beschränkt. Anfang des vorigen Jahrhunderts war er bis auf ungefähr 60 Tiere im Nationalpark Gran Paradiso (Italien) ausgerottet.

16 Das Alphorn, ein langes Blechblasinstrument, gilt als ein Nationalsymbol Österreichs und der Schweiz. Weit gebräuchlicher war hierzulande die Bezeichnung Wurzhörner (Wurz = Weidenbast, mit dem die Instrumente umwickelt waren). Die tiefen und kraftvollen Klänge dienten früher zur Verständigung von Hirten zwischen den Almen, aber auch dem Beruhigen der Kühe, sodass diese mehr Milch produzierten.

Ende des 17. Jahrhunderts entwickelte sich aus der französischen trompe de chasse und dem Alphorn das österreichische Jagdhorn. Die Einflussnahme der Alphornmusik führte auch zu einer eigenständigen österreichischen Jagdmusik. 2008 wurde in Salzburg der Start der Fußball-EM vom Dach des Festspielhauses »alp-geblasen«.

17 Alpine Wellness in Austria: In kaum einem anderen Land der Welt wird so viel gekneippt, gemoorbadet, massiert und sauniert wie in Österreich. Der Wellnessboom ist die nasse Alternative zum Schiboom. Viele selbsternannte Therapeuten legen bei den Alltagskranken Hand an. Bei der Schoko- oder der Honigmassage werden die Kalorien direkt in den Körper einmassiert. Bei blauen Flecken und anderen Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Masseur oder Therapeuten.

18 Franz Antel: Filmregisseur, Produzent, Drehbuchautor. Antel war Regisseur von über 70 österreichischen und deutschen Unterhaltungsfilmen (vor allem Heimatfilme und k. u. k.-Filme), wie »Hallo Dienstmann«, »Der Bockerer I–III« oder »Liebesgrüße aus Tirol«.

19 Unser Tanz-Export: Fred Astaire (eigentlich Frederick Austerlitz). Der Sohn österreichisch-deutschstämmiger Eltern begann bereits als Kind zu tanzen. Seine Filmkarriere bestritt er zum größten Teil mit Ginger Rogers. In neun Filmen tanzte er ausschließlich mit ihr. Astaire arbeitete nicht nur alle seine Choreografien selber aus, er brachte auch neue Ideen in Hinblick auf Kamerafahrten während seiner oft halsbrecherischen und schwerkraftauflösenden Tanzeinlagen ein. Er hat einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame. Die 2. Assoziation zum Begriff Austerlitz ist die Dreikaiserschlacht im Jahre 1805, in der Napoleon die österreichischen und russischen Truppen schlug. Da erinnert man sich doch lieber an Fred Astaire.

20 Altausseer Drucke: Eine besondere Rarität, bei der im Handdruckverfahren seit Generationen überlieferte Muster auf Baumwolle, Seide und Bauernleinen gedruckt werden. Tücher und Dirndlschürzen sind die begehrtesten Stücke. Maschinell hergestellten Drucken fehlt die »Handschrift« des Druckers.

21 Altbau (Parkett, Flügeltüre und hoher Raum) und Neubau (Plastik, 08/15 und ungemütlich) oder einfach der 7. Bezirk (der »Neubau« heißt).

22 Die älteste Schipiste Österreichs liegt – wider Erwarten – nicht im westlichen Hochgebirge, sondern in der Mauerbachstraße 172–174, 20 Minuten westwärts vom Wiener Stephansplatz, im 14. Gemeindebezirk, am Anfang des Wienerwaldes. Die Hohe-Wand-Wiese verfügt über einen 400 Meter langen Schilift, ein Gefälle von 25 Prozent, Flutlicht- und Beschneiungsanlagen und ruppige Angestellte – wie in jedem österreichischen Schigebiet.

23 Altwiener Tafelspitz, im Kupfertopf serviert mit Wurzelgemüse und Markscheibe in Begleitung von Rahmspinat, Rösti, Apfelkren und Schnittlauchsauce: Die zarteste Versuchung, seit es Rindfleisch gibt. Die Entscheidung zwischen »Magerem Meisel«, »Schulterscherzel«, »Kruspelspitz«, »Hüferschwanzel« und »Fledermaus« beeinflusst mitunter den gesamten Sonntag.

image

24 Die rot-weiß-rote Garantie: Das AMA-Gütesiegel gewährleistet unabhängige Kontrollen und steht für konventionell erzeugte Lebensmittel, die überdurchschnittliche Qualitätskriterien erfüllen und deren Herkunft nachvollziehbar ist.

25 Der österreichische Liedermacher Wolfgang Ambros schlug sich zunächst als Plattenverkäufer durch. Seine Debüt-Single »Da Hofa« stieg 1971 von null auf Platz eins in die österreichischen Charts ein und hielt sich acht Wochen an der Spitze. Geschlagen wurde »da Hofa« nur von seinem All-time Après-Ski-Hit »Schifoan«. 1978 erscheint sein »verwienertes« Bob-Dylan-Album »Wie im Schlaf«.

26 »An der schönen blauen Donau« von Johann Strauß Sohn – seit 1867 die 2. österreichische Bundeshymne. 101 Jahre nach ihrer Uraufführung wurde sie von Stanley Kubrick als Filmmusik in seinem Sci-Fi-Klassiker »2001: Odyssee im Weltraum« verwendet. Innerchinesische Fluglinien nutzen den Walzer als Beruhigungsmusik nach der Landung.

27 Die Ankeruhr am Hohen Markt in Wien entstand zwischen 1911 und 1917 nach den Plänen des Jugendstilmalers Franz von Matsch. Sie ist ein Tribut an berühmte Wiener vergangener Zeit und soll an die Vergänglichkeit des Lebens erinnern. In den zwölf Stunden des Tages bewegen sich zwölf historische Persönlichkeiten über die Brücke, darunter Kaiserin Maria Theresia, Prinz Eugen von Savoyen und Josef Haydn. Jeden Tag zur Mittagsstunde paradieren sie bei Musikbegleitung.

28 Wenn es an der Tür klingelt und nicht die Zeugen Jehovas davorstehen, sind es wohl die Anklöckler. Der Begriff stammt vom mittelhochdeutschen Wort »klocken« – klopfen oder schlagen. Zeugnisse für den Volksbrauch des Anklöpfelns sind seit Mitte des 15. Jahrhunderts aus Losbüchern belegt. Das Anklöpfeln in den Klöpfelnächten ist dort als ein auf den Jahreswechsel bezogener Orakelbrauch dokumentiert. Durch Anklöpfeln wollte man die Zukunft erforschen. In der Folge kam es immer wieder zu Verboten des Brauchs, weil er entweder gegen die öffentliche oder die kirchliche Ordnung zu verstoßen schien. Bis heute haben sich im Wesentlichen vier Elemente gehalten: das Glück- und Segenwünschen (Jahreswechsel, gute Ernte), das Heischen beziehungsweise die Beschenkung und Bewirtung, die Anlehnung an das Weihnachtsgeschehen und an manchen Orten das Aufsagen von Versen und Gegenversen zwischen Anklöpfler und Hausvater. In jüngerer Zeit gehen öfters auch Maria und Josef und ein weißbeschürzter Wirt, eigentlich die Gestalten des Herbergsuchens, mit. Das seit 1980 nur mehr alle zehn Jahre durchgeführte Anklöpfeln in Stans bei Schwaz weist Gestalten auf, die teilweise aus den Nikolausspielen übernommen sind.

29 Austrian dresscode on Mars: »Aouda.X« – benannt nach der indischen Prinzessin aus Jules Vernes »In 80 Tagen um die Welt« und X für den experimentellen Charakter – wird seit 2007 vom Österreichischen Weltraumforum entwickelt. Es ist ein 45 Kilo schwerer Weltraumanzug, der allen Temperatur- und Druckschwankungen auf dem Roten Planeten trotzen soll. Wie und wann auch immer eine reale Marsexpedition ausgetragen wird, ein kleines Stück davon wird rot-weiß-rote Handschrift tragen.

30 Der Brauch des Aperschnalzens: »Aper« heißt schneefrei und das Wort »schnalzen« bezieht sich auf das Knallen der Peitsche. Mit dem Lärm möchte man den Winter vertreiben und das Frühjahr und die guten Geister wieder wecken. Neben körperlicher Kraft ist Gespür und Geschick unabdingbar. Wohl jeder Schnalzer hat als Anfänger schon »hautnahen« und schmerzhaften Kontakt mit seinem Requisit gehabt. Die Montur der Schnalzer ist der Anstrengung angepasst: schwarze Stoffhose, weißes Hemd mit Bündel, ärmellose Samtjacke und eine schwarze Zipfelmütze mit gelber Quaste. Geschnalzt wird in kleinen Gruppen (»Passen«) zu je neun Personen. Die Geissel (»Goaßl«) besteht aus einem kurzen Stiel und einer drei bis vier Meter langen geflochtenen Schnur, die mit Fett eingelassen ist. Am Ende der Schnur befindet sich ein den Ton erzeugendes Baststück oder eine Perlonschnur. Die besten »Schnalzer« messen sich beim sogenannten Preisschnalzen.

31 Apfelstrudel, Topfenstrudel, Marillenstrudel, Mohnstrudel, Zwetschkenstrudel, Milchrahmstrudel, Nussstrudel, Rhabarberstrudel, Weintraubenstrudel, und alles, was man sonst noch einrollen und »ver-backen« kann … der Strudelteig muss so lange ausgezogen werden, bis man durch die dünne Teigschicht eine darunterliegende Zeitung lesen könnte.

32 Arlberg: Pass, Straßentunnel und weltbekanntes Schigebiet. Lech und Zürs zählen zu den begehrtesten Schiorten, und das nicht nur, weil die gekrönten und ungekrönten Häupter des europäischen Hochadels vor Ort kurven und carven. Bei 14.000 Stück Pistenbevölkerung wird das Schigebiet übrigens gesperrt, gemäß dem Werbeslogan »mehr Raum – mehr Zeit«. Hannes Schneider erfand hier einst die Abfahrtsschitechnik der sogenannten Arlbergschule, Stefan Kruckenhauser führte als Erster das Wedeln vor und Schiolympiasieger und -weltmeister wurden hier in Serie geboren.

33 Das Museum der Zukunft, das Ars Electronica Center in Linz. Junge Menschen studieren hier die neuesten Technologien, Trends in der Arbeitswelt, in der Stadtplanung und in der Virtual Reality. Ebenso zukunftsweisend ist das Museum für moderne Kunst namens Lentos. Der lang gezogene Stahl-Glas-Bau ist ein Museum der Spitzenklasse am südlichen Donauufer.

34 Aschenmänner waren Leute aus der Unterschicht, die das Einsammeln der Asche besorgten, als man in Wien ausschließlich noch mit Holz heizte. Jeder von ihnen ging einen bestimmten Rayon ab und machte mit dem Ruf »An’ Oschn! An’ Oschn!« auf sich aufmerksam. Die armselig gekleideten Männer füllten die Asche in eine hölzerne Butte, die sie auf dem Rücken trugen. Sie verkauften die Asche hauptsächlich an Seifensieder und Leinwandbleicher, was ihnen ein bescheidenes Einkommen bescherte. Ferdinand Raimund setzte dem Aschenmann in seinem Zaubermärchen »Der Bauer als Millionär« ein Denkmal.

35 Zwar hatten österreichische Forscher und Techniker, wie Ludwig Boltzmann, Wolfgang Pauli, Viktor Hess und Ernst Schrödinger, stets entscheidenden Anteil an der atomaren Forschung, ihr eigenes Land blieb aber stets Atomkraftwerk-frei. Zwischen 1956 und 1963 wurden Versuchsreaktoren errichtet, die aber eingestellt wurden. 1972–77 erfolgte der Bau des Atomkraftwerks Zwentendorf, dessen Inbetriebnahme allerdings durch eine knappe Volksabstimmung im Jahr 1978 verhindert wurde. 1998 wurde das Bundesgesetz über die zivilrechtliche Haftung für Schäden durch Radioaktivität zum Schutze der Interessen der ÖsterreicherInnen gegenüber ausländischen Atomkraftwerken beschlossen. 1999 folgte das Bundesverfassungsgesetz für ein atomkraftfreies Österreich.

36 Christian Ludwig Attersee verband stets Kunst- und Alltagsobjekte. Ein illustrer Output ist das Attersteck, bestehend aus »Suppenschwammlöffel«, »Zeichengabel« und »Speisepflug«. Der 1965 designte Prototyp wurde aus Tafelsilber, Kupfer, Bleistiften und einem Naturschwamm gefertigt. Attersees Werke vermitteln stets sinnlich-opulenten und erotisch-expressiven Lebenshunger. Die selbst postulierte »Atterseeisierung« zelebrierte er, indem er singend in einer überdimensionalen Suppenschüssel über den gleichnamigen See ruderte.

37 Pflege von Traditionen, Einbringen von Zeitgemäßem und Auseinandersetzung mit den Entwicklungen in der Musikbranche. So entstand die Idee von »aufhOHRchen«. Sie wird seit 1993 jährlich von 1.500 Einzelkünstlern, Ensembles, Chören, Blasmusiken, Vereinen und Musikschulen in der niederösterreichischen Gemeinde Gloggnitz umgesetzt. 15–25 Teilveranstaltungen stehen in vier Tagen auf dem Programm. Das Konzept beinhaltete von Anfang an die Innovation und den Wechsel – auch im Ort. Ein weiteres Prinzip ist die Nachhaltigkeit mit dem Ziel, Volksmusik als Kommunikationsmittel für die dauerhafte Aktivierung eines Orts oder einer Region einzusetzen.

38 »Aufsteirern« gilt als das größte Volkskulturfest Österreichs. Tracht, Musik und Mundart, Tanz, Handwerk und Brauchtum stehen drei Tage lang im Mittelpunkt des 100.000 Besucher zählenden Events, das jedes Jahr Mitte September in Graz auf zwölf Bühnen stattfindet. Die Veranstaltung ist ein beachtlicher Wirtschaftsfaktor. Mehr als 2,5 Mio. Euro werden täglich umgesetzt, die Hotels sind so gut wie ausgebucht.

39 »Ausg’steckt is«: 1784 verordnete Kaiser Josef II. jedem Winzer das Recht, »seinen Wein und Obstmost zu allen Zeiten des Jahres, wie, wann und zu welchen Preisen er will, zu verkaufen und auszuschenken«. So entstanden die Heurigenwirte, wo der Wein der letzten Ernte, der sogenannte »Heurige«, ausgeschenkt wird. Man geht also zum Heurigen und trinkt Heurigen. Der echte Heurige ist daran zu erkennen, dass ein Föhrenbuschen – daher auch der Name Buschenschank – über dem Lokaleingang darauf hinweist, dass der betreffende Weinhauer Wein ausschenkt. Die Nähe der Weingärten zur Stadt hat speziell in Wien diese besondere Form des Weinkonsums entstehen lassen. Grinzing, Nußdorf, Heiligenstadt, Sievering, Neustift, Stammersdorf, Strebersdorf und Oberlaa sind die Wiener Heurigengrätzl. Dort schaut der Wiener von Welt melancholisch ins Glaserl, sieht, wie schlecht es ihm eigentlich geht und dass nichts mehr so ist, wie es einmal war. In Heurigenorten gibt es üblicherweise Absprachen, wer wann »aussteckt«, damit die Wirte ökonomischer arbeiten können und sich die Saison verlängert. Oft ist ein kunstvoll geschmiedetes Gebilde aufgestellt, der sogenannte »Rauschbaum«, in den der einzelne Heurige seine eigene Tafel einschiebt, solange er »ausg’steckt« hat.

40 Im Jahre 1930 entwarf der österreichische Kabarettist Paul Morgan einen »Ausredenkalender für schlechten Theaterbesuch«. Dieser besagt für Jänner »Silvester hat zu viel gekostet. Das Publikum ist noch müde«. Im März »sprießen die ersten Veilchen, es ist Schluss mit Theater. Die Tage werden länger. Es ist schon abnormal warm. Es ist noch zu kalt«. Im Oktober wurde man vom Theatermonat September »zu oft enttäuscht. Nach den vielen Premieren wollen die Leute ausschnaufen. Die Frauen haben nichts anzuziehen«. Gut, dass die Schauspieler selbst noch an diesen Ausreden vorbeizukommen scheinen.

41 Die Ausseer Huetterer – der »Ausseer Hut« ist international längst zu einem Markenzeichen besonderer Art geworden. Und was ist das Geheimnis dieses Erfolges? Gediegene Handwerkskunst, ununterbrochen ausgeübt seit dem Jahre 1532 und weitergereicht über Generationen. Der klassische schwarze Ausseerhut ist aus Kaninchenhaarfilz gefertigt. Die »Hutkaninchen« kommen mittlerweile aus Australien. Der Stumpen wird gefärbt und dann auf Harzbasis versteift. Anschließend wird er unter einer Glocke gedämpft, wobei er so weich wird, dass er geformt werden kann. Über eine Holzform gestülpt, kommt er in die Trockenkammer. Anschließend wird der Krempenrand umgebügelt, ferner kommen die verschiedenen Accessoires, wie Band oder Kordel, dazu.

42 Ausseer Lebkuchen: Die Herstellung des Ausseer Lebkuchens hat eine lange Tradition. Bereits Ende des 16. Jahrhunderts scheint in der Ausseer Geschichte der erste Lebzelter auf. Verhältnismäßig früh wurde Lebkuchen aus den noch heute verwendeten Grundzutaten – Honig, Roggenmehl, Nüsse, Früchte, Gewürze – hergestellt und in kunstvoll geschnitzten Formen aus Birnenholz gebacken und reich verziert.

43 Im Miozän hatte Österreich offensichtlich noch einen Meerzugang. Denn das größte Austernriff der Welt befindet sich in Korneuburg. Vor rund 17 Mio. Jahren war die Gegend um Korneuburg ein tropisches Meer. Es herrschten ideale Bedingungen für Pflanzen- und Tierwelt. Diese Gegebenheiten und auch so manche Naturkatastrophe sowie ein Absinken des Untergrundes und der letztendliche Rückzug des Meeres schafften die Voraussetzungen für die Entstehung des einmaligen Austernriffs. Die erste Grabung 2005 fand unter freiem Himmel statt. Die Austern wurden nur oberflächlich freigelegt. Erst 2008, unter dem schützenden Hallendach, erfolgte die endgültige Freilegung. Die Idee zur Fossilienwelt Weinviertel war geboren. Dort gibt es heute unter anderem ein Schürffeld zur Fossilien-Selbstsuche.

44 Austria 3: Die perfekte »Melange« aus DEN drei österreichischen Pop-Größen Wolfgang Ambros, Reinhard Fendrich und Georg Danzer, die sich zum Selbstläufer und Dauerbrenner entwickelt hat. Aus einem einmalig geplanten Benefizkonzert entwickelte sich ein 9-jähriges Musikprojekt der drei Ausnahmekünstler, die vor allem zahlreiche Benefizkonzerte gaben und den Stadionrock in unbekannte Höhen trieben – mit überwältigendem Erfolg. Im Juli 2006 gaben sie ihr vorerst letztes Konzert – das geplante Comeback 2008 erlebte Georg Danzer leider nicht mehr mit.

45 Austriazismus: Österreichische Umgangssprache, die viel von den Dichtern Franz Grillparzer, Hugo von Hofmannsthal und Josef Weinheber verwendet wurde. Viele Austriazismen sind wegen der dialektalen Nähe auch in Bayern in Verwendung. Andere, wie beispielsweise die zahlreichen kulinarischen Spezifika, sind auf die historische Verbindung mit Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Kroatien und anderen Ländern innerhalb der Habsburgermonarchie zurückzuführen.

46 Die Nummer Eins vom Wienerberger, die Rache an Bogdan Roscic und der billigste Mercuryverschnitt ever: Austrofred. Österreichs Antwort auf Freddie Mercury kombiniert die ins kollektive Gedächtnis eingebrannten Songs von Queen mit den hier zu Lande nicht weniger bekannten Texten von Ambros und STS. Weil Austrofred aber auch gern redet, hat der Kabelkanal Okto ihm seine eigene Sendung »Hello Austrofred – Hello Vienna« gegeben. Sein Styling ist von ausgesuchter Danebenheit, seine Rotzbremse mehr als offensiv und trotzdem ist Austrofred möglicherweise der österreichischste aller Künstler?

47 »Kennen Sie den Unterschied zwischen Deutschland und Österreich? Die Deutschen leben, um zu arbeiten. Die Österreicher arbeiten, um zu leben.« Dennoch haben die Ösis wirtschaftlich die Nase vorn – sei es in Sachen Wirtschaftswachstum, Arbeitslosenquote oder Neuverschuldung. Jahrzehntelang galt Österreich als Wurzelsepp-Republik und ökonomisches Anhängsel Deutschlands. Mittlerweile sind die Österreicher von kleinen Brüdern zu starken Nachbarn geworden und der Austro-Kapitalismus bei den Deutschen zum Erfolgsmodell. Während im Norden Frust grassiert, Geiz zur Nationaltugend wird und die Arbeitslosigkeit steigt, geht es in der Alpenrepublik voran. Dazu die Coverstory im »Manager Magazin«: »Österreich – das bessere Deutschland?«, Titelstory des deutschen »Stern«: »Weniger Arbeitslose, mehr Wirtschaftswachstum, bessere Stimmung. Warum Österreich spitze ist. Was können die, was wir Deutschen nicht können?« und ein weiterer Artikel im »Manager Magazin«: »Was Frau Merkel von den Nachbarn lernen kann«. Warum? Das Alpenland verfügt aus Investorensicht über ein deutlich günstigeres Preis-Leistungs-Verhältnis als Deutschland, einen deutlichen Reformvorsprung und erleichterten Zuzug von ausländischen Spitzenkräften.

48 Austropop hat weder mit Pop-ups noch mit Popcorn noch mit Poppen zu tun, sondern ist vielmehr eine musikalische Strömung, die in Österreich ab Mitte der 1960er Jahre entstand und in den 90er Jahren weitgehend wieder verschwand. Die Ursprünge des Austropop können bis ins 19. Jahrhundert zu Johann Nestroy und Ferdinand Raimund verfolgt werden – die Vorväter des gesellschaftlich kritischen und im Dialekt vorgetragenen Gesangs. Weitere Einflüsse kommen aus dem Bereich des Wienerlieds. Unter den ersten landesweit populären Aufnahmen waren Marianne Mendts »Wia a Glock’n« und Wolfgang Ambros’ »Da Hofa«. Die Entwicklung dieser Strömung war zum Teil auch auf die Dominanz englischsprachiger Musik in der Popkultur zurückzuführen, was Texter und Interpreten dazu brachte, ihre Texte auf Deutsch vorzutragen. Die Sprache bildete allerdings auch die Grenze für internationale Erfolge. Die wohl erfolgreichste Band, die auf Englisch sang, war Kurt Hauensteins Supermax. Mit der aufkommenden New-Wave-Szene kamen neue Künstler zu Popularität: Falco, Reinhold Bilgeri, Opus. Rund um Hubert von Goisern, die Ausseer Hardbradler und die Seer entwickelte sich allmählich der Alpenrock.

Die Austropop-Welle erlebte erst durch Starmania und den Star der Stunde, Christina Stürmer, ein kleines Revival. Auch supported by Ö3 mit dem Format »Die neuen Österreicher«, die aber oft schon nicht mehr Deutsch singen.

Weitere Austropop-Größen seien hier noch genannt: Alexander Goebel, Andy Baum, Bluatschink, Boris Bukowski, Georg Danzer, Drahdiwaberl, Monti Beton, Original Alpinkatzen, Peter Cornelius, Querschläger, Simone Stelzer, Stefanie Werger, Thomas Forstner, Waterloo & Robinson.

image

image

49 Die Babenberger waren eine österreichische Herrscherfamilie zwischen 976–1246. Otto von Freising leitete das Geschlecht von dem 906 hingerichteten Adalbert von Bamberg ab; danach fand die Bezeichnung »Babenberger« Ende des 15. Jahrhunderts Eingang in die Literatur. Bis zur Mitte des 11. Jahrhunderts hatten die Babenberger als Grafen auch in Bayern Herrschaftsfunktionen inne. Später waren sie nur noch in Österreich verankert. Alle Babenberger trugen Beinamen wie der Erlauchte, der Tugendhafte, der Katholische, der Streitbare oder der Glorreiche. In den 270 Jahren ihrer Herrschaft wurde aus der Mark ein Herzogtum und Land im rechtlichen Sinn. Mit der Entwicklung des Landes stieg auch das Ansehen der Babenberger, wozu familiäre Verbindungen beitrugen. Die Untersuchung der Skelette ergab, dass die Babenberger bis Leopold VI. für ihre Zeit relativ große Menschen (1,80 m) waren. Der letzte Babenberger, Friedrich II., wurde wegen seiner Eigenmächtigkeit von Kaiser Friedrich II. mit der Acht belegt, konnte seine Position jedoch halten. Er fiel 1246 in einer Schlacht gegen die Ungarn; das Herzogtum fiel an das Reich zurück. 1260 traten die Przemysliden die Herrschaft in der Steiermark an, danach die Habsburger.

50 Die häufigsten Babynamen in Österreich: Lukas führt seit 1996 die Hitliste bei den kleinen Männern an. Ähnliche Häufigkeiten weisen Florian, Tobias, David, Simon, Fabian, Daniel, Michael, Alexander, Thomas, Andreas und Sebastian auf. Sarah, Anna, Julia, Leonie, Lena, Lisa, Sabrina, Katharina, Hannah, Sophie und Laura sind die weiblichen Spitzenreiter.

51 Wenn Sie etwas von Ruth Keller lesen, steckt niemand Geringerer dahinter als Ingeborg Bachmann (1926–1973). Sie gilt als eine der bedeutendsten deutschsprachigen Prosaschriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Der literarische Durchbruch gelang ihr bei einer Lesung ihrer Lyrik der »Gruppe 47« an der Ostsee. Im Anschluss lebte Bachmann als freie Schriftstellerin in Italien, wo sie anfangs als politische Korrespondentin der »Westdeutschen Allgemeinen Zeitung« schrieb. 1963 begann ihre Beziehung mit dem Schweizer Schriftsteller Max Frisch. Ingeborg Bachmann starb in Rom an den Folgen eines Brandunfalls. Ihr 6.000 Blätter umfassender Nachlass befindet sich seit 1979 in der Österreichischen Nationalbibliothek. Seit 1977 wird der Ingeborg-Bachmann-Preis jährlich auf dem Klagenfurter Literaturwettbewerb verliehen; er gilt als einer der bedeutendsten Literaturpreise im deutschsprachigen Raum. Ihr Credo: »Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar!«

52 Schon der Poet Moritz Gottlieb Saphir bedichtete den Ort an den Ausläufern des Wienerwalds: »Ein Städtchen, aus der Luft gesponnen, ein kleines Wien in Aquarell.« Die Rede ist von der Biedermeier-Idylle Baden bei Wien. Bekannt durch seinen Kurpark und sein Casino, aber auch für einen seiner Einwohner: Ludwig van Beethoven. Der Bonner Komponist lief keuchend und schlecht gekleidet durch den Wienerwald, schrieb Noten auf Steine und sang laut, bis die Gendarmen ihn festnahmen. In Baden vollendete er seine neunte Sinfonie. Ihm wurde der Beethoventempel im Kurpark gewidmet. Auch der letzte Habsburgerkaiser, Karl I., war in Baden auf Sommerfrische und die russische Besatzungsarmee hatte dort ihr Hauptquartier.

53 Für jeden Anlass und für jeden Menschen gibt’s einen Ball. Wiener Opernball, Philharmonikerball, Techniker Cercle, Jägerball, Kaffeesiederball, Kaiserball, Ball der Wirtschaftsuniversität, Blumenball, Offiziersball, Pharmazieball, Ärzteball, BOKU-Ball, Bonbonball, Juristenball, Rudolfina-Redoute, Elmayer-Kränzchen, Concordiaball, Kärntnerball, Johann-Strauß-Ball, Rosenball, Flüchtlingsball, Drogistenball, Seniorenball, Postlerball, Tschechenball, U-Bahn Ball, Wiener Krankenpflegerball, Ball des Sports, Unterweltenball, Schuhball, Gewichtheberball, Weiberball, Boogie Woogie Ball, Ball der Pfadfindergruppe 13, Wiener Brautkleiderball und zahlreiche Schulbälle und anderer Schabernack. Wien ist mit 450 Bällen pro Jahr die unumstrittene Ballhauptstadt der Welt.

54 Die Bandelkrämer waren eine eigentümliche Erscheinung in den Straßen Wiens. Sie trugen entweder ein ledernes oder hölzernes Tabulett am Bauch, von dem Bänder, Zwirn, Schnüre und Languetten (Hemdärmelbesätze) in allen Farben und Sorten herabhingen. Sie wanderten von Haus zu Haus und riefen: »Bandel-Zwirn kaufts!«

55 Hademar Bankhofer: Der grauhaarige Kavalier, der sein Alter seit der k.u.k. Zeit nicht mehr geändert hat, hat die Österreicher dazu gebracht, gemahlene Kieselsteine zu essen. Er ist kein Arzt, sondern Journalist und längst austriakischer Generalbotschafter in aller Welt. Er ist der Experte des »Gesund«-Redens. Bankhofer fusioniert das katholische Prinzip mit modernem Marketing und NLP. Seine »Melissen-Masche« sowie sein selbst verliehener »Berufsprofessorentitel« wurden allerdings oftmals bekrittelt. Sein Sohn »Hadschi Bankhofer« predigt unterdessen auf Ö3.

56 Felix Baumgartner – der moderne Ikarus – ist Objektspringer und Extremsportler. Am 1. Dezember 1999 sprang er vom rechten Arm der Christusstatue in Rio de Janeiro per Fallschirm ab. Am 31. Juli 2003 überquerte Baumgartner als erster Mensch in freiem Fall den Ärmelkanal von Dover bis Calais. Ein Objektsprung am 10. September 2004 von der 108 Meter hohen Puente de las Américas, die Nord- und Südamerika verbindet, führte zu einer kurzen Inhaftierung in Panama. Im Dezember 2007 sprang Baumgartner als erster Mensch von dem Wolkenkratzer Taipeh 101 in Taiwan in die Tiefe. Sein größter Sprung gelang ihm im Rahmen des Projekts Stratos, als er aus 39.000 Meter Höhe, die Schallgeschwindigkeit durchbrechend, Richtung Erde segelte. Mit den Worten »I’m going home now« brach der Salzburger drei Weltrekorde: der höchste Fallschirmsprung, das erstmalige Durchbrechen der Schallmauer durch einen Menschen und der längste freie Fall.

57 Das Beugerl ist eine dem Steigbügel nachempfundene Süßspeise. Ein Wiener Bäcker hat dem polnischen König und Reitnarr Jan Sobieski als Dank für den Schutz während der Türkenbelagerung das, die Form eines Steigbügels imitierende, »Beijgel« erfunden. Die internationale Weiterentwicklung dieses, aus dem jiddisch-wienerischen Dialekt geformten, »Beugerls« ist übrigens der »Bagel«.

58 Ein Italiener auf vier Pfoten auf Österreich-Urlaub: »Bruno«, »JJ1« oder einfach nur Braunbär war im Frühling 2006 wochenlang durch Tirol und Bayern gewandert. Sämtliche Schafe, Hühner, Hasen, Bienen und auch Menschen in Brunos Einzugsgebiet waren nervös. Nach wochenlangen vergeblichen Versuchen, das Tier lebend zu fangen, wurde »Bruno« letztendlich zum Abschuss freigegeben. Nicht mit der Fotokamera wohlgemerkt.

59 Die Bauernrepublik innerhalb der Bananenrepublik. Der Bregenzerwald ist Österreichs westlicher Alpenausläufer. Rund um die Bregenzer Ache und das Bregenzerwald-Gebirge hat sich bis heute viel echte Volkskultur in den hier »Tobeln« genannten Seitentälern erhalten. Malerische 22 Dörfer zwischen Bodensee und Arlberg, wo so viele Menschen wie Kühe leben: je rund 20.000. Noch dazu beherbergt die Gegend die längste Sommerrodelbahn der Welt: 1.650 Meter Länge und 70 Kurven. Weitere Attraktionen: die Käsestraße oder die Bregenzerwaldbahn – »’s Wälderbähnle«. Die Bregenzerwälder gelten als sehr selbstbewusst und eigenwillig. Das kommt von ihrer Geschichte. Die Bauern des Bregenzerwaldes entwickelten schon früh ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl. Die politische Struktur Vorarlbergs – nach 1380 ein Habsburger Land mit weitgehenden Volksrechten – ließ es zu, dass sich die Bauernrepublik Bregenzerwald bilden konnte: Mit eigener freier Landgemeinde, eigener Verfassung und Gerichtsbarkeit. Der Landmann wurde in freier Wahl bestellt, sein Rathaus stand auf der Bezegg zwischen Bezau und Andelsbuch. Heute erinnert dort eine steinerne Säule an das frühere Rathaus.

60 Der Dichter Bauernfeld drückte es so aus: »Zittre, du großes Österreich, vor deinen kleinen Beamten!« Der landestypische Vielbeamtenstaat hat seine Wurzeln in der Geschichte. Im 15. Jahrhundert beschäftigten sowohl die Landesfürsten als auch die Stände Beamte zur Besorgung der Verwaltungsgeschäfte. Unter Kaiser Joseph II. und Kaiser Franz I. erhielten die Staatsbeamten neue Rechte wie Unkündbarkeit und Pensionen. In der 1. Republik bekamen weitere Bereiche Beamtenstatus; während der 2. Republik vergrößerten neue Aufgaben der öffentlichen Verwaltung die Zahl der Beamten stark. Die »Dienstpragmatik« entstand im Jahre 1914. Heute haben rund 12,8 Prozent der arbeitenden Österreicher Beamten-Status (circa 518.000). Gänsehaut erregt der Vergleich der Kern-Beamtentruppen: Deutschland hängt mit 130.000 Beamten fast an der Herz-Lungenmaschine, während sich Österreich 160.000 Beamte leistet. Ein weiteres österreichisches Gustostückerl: Der Übertritt in den Ruhestand bedeutet keine Beendigung, sondern eine Umgestaltung des Dienstverhältnisses. Und das alles frei nach dem Arbeits-Motto »Hamma net!«, »Tamma net!« und »Samma net!«. Conclusio: »Woll ma net!«

image

61 Die österreichischen Beeren (oder Bären?): Erdbeere, Himbeere, Heidelbeere, Brombeere, Holunderbeere, Stachelbeere, weiße und rote Johannisbeere, Preiselbeere, Weinbeere und sogar der Kürbis wird von den Botanikern zu den Beeren gezählt. Er ist die größte der Welt!

62 Das Beinhaus in Hallstatt: An der Nordseite der Kirche steht im Friedhof der »Karner« mit dem kleinen Beinhaus, dessen Entstehen ins 16. Jahrhundert datiert ist. Mehrere hundert Totenschädel sind auf den Knochen der Verstorbenen übereinander gestapelt. Nach etwa 20 bis 30 Jahren werden die Gebeine exhumiert, gebleicht und anschließend verziert: Auf der Stirn steht über Geburts- und Sterbedatum meist der Name der Person, bemalt mit dunklen Kränzen von Eichen, Efeu oder Blumen. Ein schauriger, aber schöner Anblick!

63 Beisl = die österreichische Version des Wirtshauses. Das echte Beisl ist urwüchsig, rustikal und voll mit echten Wienern. Der Begriff Beisl stammt vom jiddischen Baiz – kleines Haus. Während der Zuwanderungswellen in Wien im 19. Jahrhundert konnte sich so mancher Ankömmling kein Hotel leisten und somit avancierte das Wirtshaus zum Wohnzimmerersatz. Auf Schiefertafeln sind die Tagesgerichte geschrieben, der Raum ist holzvertäfelt- und das Essen nicht ästhetisch aufgerüstet, aber schmack- und nahrhaft. Im Beisl ist die Welt eben noch in Ordnung!

64 Das Benediktiner Frauenstift Nonnberg in Salzburg ist das älteste, dauernd bestehende, christliche Frauenkloster der Welt. Das Stift wurde um 711/712 von Hruodpert, dem heiligen Rupert, auf der gleichnamigen Terrasse des Festungsberges gegründet. Bis 1451 war das Kloster nur adeligen Frauen vorbehalten. Das Kloster beherbergt heute eine bedeutende Sammlung mittelalterlicher Handschriften und Malerei. Bemerkenswert ist das »Faldistorium« – ein Faltstuhl für die Äbtissin, nach 1100 entstanden mit figürlichen Reliefs und Figuren aus Walrossbein. Auch einige der damaligen Besitzungen gehören noch heute zum Stift, u. a. die »Erentrudisalm«.

65 Land der Berge – Die Bergbauern nehmen in Österreich, das von den Alpen durchzogen wird, eine bedeutende Stellung innerhalb der ländlichen Wirtschaftsformen ein, von denen sie 35 Prozent repräsentieren. Sie haben gegenüber den Flachlandbauern mit härteren Lebens- und Arbeitsbedingungen, die sich aus der Kürze der Vegetationszeit, den Unbilden des Klimas, der Hanglage der Grundstücke und der ungünstigen Verkehrslage ergeben, zu kämpfen. Übersetzt: nicht immer romantisch! Durch Direktzahlungen des Staates erfolgt eine Abgeltung. Haupteinnahmequellen sind Milchwirtschaft, Rinderzucht und Forstwirtschaft sowie Fremdenverkehr. Wenn staatliche Quellen versiegen, wird auf supranationaler Ebene bezahlt. Nun fördert die EU im Rahmen der »Ausgleichszulag«. Die Zonierung erfolgt in Berghöfekataster. Von 2007–2013 wird Österreich im Rahmen des »Grünen Paktes« mit 5,661 Mrd. Euro gefördert.

image

66 Bergblumen (entweder zum Nicht-Pflücken oder zum Nicht-Essen): Ährige Teufelskralle, Alpenaster, Alpenglöckchen, Alpenrose, Alpenfettkraut, Alpenkratzdistel, Alpenkuhschelle, Akelei, Arnika, Aurike, Alpenleinkraut, Bachnelkenwurz, Blauer Eisenhut, Buschwindröschen, Distel, Enzian aller Art, Edelweiß, Feuerlilie, Frauenschuh, Frühlingskrokus, Fuchsgreiskraut, Gelber Eisenhut, Gemeine Berg-Nelkenwurz, Gemeiner Augentrost, Geflecktes Knabenkraut, Gewöhnliche Kuhschelle, Großblütiger Fingerhut, Himmelsherold, Huflattich, Leberblümchen, Mehlprimel, Rotes Seifenkraut, Rotes Waldvöglein, Sumpfdotterblume, Schattenblume, Schneerose, Schlüsselblume, Schwarzes Kohlröschen, Seidelbast, Stengelloses Laimkraut, Spinnwebige Hauswurz, Stinkende Nieswurz, Traubensteinbrech, Trollblume, Türkenbundlilie, Wildes Alpenveilchen, Zottiger Klappertopf, Zweiblütiges Veilchen.

67 Der Bergisel ist eine 746 Meter hohe Erhebung bei Innsbruck. 1809 war er Schauplatz von vier Kämpfen der Tiroler Bauern unter Andreas Hofer gegen Franzosen und Bayern. 1817 Schießstätte der Tiroler Kaiserjäger. Die 1925 errichtete Schanzenanlage wurde für die Olympischen Spiele 1976 ausgebaut und adaptiert. Sie gilt als technisch vollkommenste Sprunganlage der Welt. Sportlicher Höhepunkt ist das zur Vierschanzentournee zählende alljährliche Bergisel-Springen im Jänner, das in Zukunft durch ein Matten-Springen im September ergänzt wird.

68 Vor einer Bergbesteigung sollte man auf alle Fälle die Bergnamen und ihre dazugehörigen Formen nach Besteigungseignung inspizieren: Bischofsmütze, Schlafender Riese, Schafberg, Teufelshörner, Biberkopf, Königstuhl, Schlafende Löwin, Strahlkogel, Hörndle und die vier Zaiger, Zuckerhütl, Wilder Pfaff, Marchsäule, Pfaffenstein, Schlafende Griechin am Traunsee, Ofen, Übergossene Alm, Hühnerkrallkopf, Totenköpfel, Langstein, Katzenstein, Katzenkopf, Wilder Kaiser, Die drei Zinnen, Rossarsch, Glockturm, Kirchenkogel, Schaufelspitze, Das böse Weibele, Kotzegg, Misthaufen, Pyramidenkogel und viele »Nocke«, Spitzen, Gupfe und Ecke mehr.

69 Inmitten der wildromantischen Bergwelt des Ennstaler Gesäuses liegt die 200 Seelen Gemeinde Johnsbach. Mehr als dort leben, sind dort schon verstorben. 524 Schicksale von verunglückten Bergsteigern birgt der Bergsteigerfriedhof Johnsbach, der damit einer der größten der Welt ist. Es besteht wohl eine besondere Beziehung zwischen Himmel und Erde am Berg – auch für die Toten.

70 Das österreichische Bermuda-Dreieck. Wiens Nachtmeile für Anfänger. Die Bezeichnung erfolgte möglicherweise im Nachhinein, nach Bekanntwerden der magnetisch-anziehenden Effekte oder nach dem mysteriösen Verschwinden so mancher Partygänger.

71 Thomas Bernhard wird 1931 als uneheliches Kind in Heerlen (Niederlande) geboren und wächst bei seinen Großeltern in Wien auf. Bereits 1950 veröffentlicht Bernhard unter einem Pseudonym mehrere Kurzgeschichten. Neben seiner tragikomischen Perspektive auf Krankheit und Schmerz, Leben und Tod steht die Kritik an Österreich im Mittelpunkt. All dies bewirkt, dass viele seiner Veröffentlichungen und Theaterpremieren Skandale und Tumulte auslösen. Vor allem mit seinem Drama »Heldenplatz« (1988) bestätigt Bernhard seinen Ruf als »negativer Staatsdichter« und »Nestbeschmutzer«. Bei der Uraufführung wird eine Ladung Jauche vor dem Burgtheater verteilt. Ab 1965 zieht sich Bernhard in einen Vierkanthof bei Gmunden zurück, wo er als »Thomas Bernhard vulgo Bauer zu Nathal« firmiert. Ein letztes Mal sorgt Bernhard noch nach seinem Tod im Februar 1989 mit seinem Testament für Aufregung, in dem er allgemeines Aufführungs- und Publikationsverbot eines jeglichen seiner Werke innerhalb der Grenzen Österreichs verfügt hatte. Bernhard erhielt unzählige Auszeichnungen, die er nicht immer billigte, nachzulesen unter »Meine Preise«.

72 Best of »Öschtarreichisch«