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Gabriele
Praschl-Bichler

»Gott gebe,
daß das Glück
andauere.«

Liebesgeschichten
und Heiratssachen
im Hause Habsburg

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Alles im Buch veröffentlichte Bildmaterial
entstammt einem Privatarchiv

Schutzumschlagmotiv:

Die österreichische Kaiserkrone mit einem
symbolisch ausgebrochenen Zacken

© 1997 by Amalthea
in der F. A. Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH,
Wien · München
Alle Rechte vorbehalten
Umschlaggestaltung: Bernd und Christel Kaselow,
München, unter Verwendung eines Fotos aus dem
Archiv für Kunst und Geschichte Berlin
Herstellung und Satz: VerlagsService Dr. Helmut Neuberger
& Karl Schaumann GmbH, Heimstetten
Gesetzt aus der 12 Punkt Simoncini Garamond
Druck und Binden: Wiener Verlag, Himberg bei Wien
Printed in Austria
ISBN 3-85002-392-3
eISBN 978-3-902998-33-0

Inhalt

Vorwort

»Wir hätten vor Zeiten kaum gedacht,
daß unser erstes Urenkelkind eine Baronin
Seefried sein würde.«

(Brief Kaiser Franz Josephs an seine Frau)

1
Kaiser Franz II./I. und seine Kinder

»Ich werde versuchen, Dir zuliebe
sehr dick zu werden, um die Reize
der Spintin zu verdunkeln.«

(Brief Maria Ludovikas an Kaiser Franz II./I.)

2
Marie Louise, Kaiserin der Franzosen

»Was woll’n S’, liebe Fürschtin, dös is halt das
Schicksal von die Prinzessinnen!«

(Marie Louise anläßlich ihrer Heirat mit Napoleon)

3
Kaiser Franz Joseph und seine Brüder

»Diese kleine Pforte könnte Ihnen köstliche
Geständnisse machen über die Personen,
die sie benutzten.«

(Kammerdiener Grill über den heimlichen Eingang
zum Haus Kaiser Max’ von Mexiko)

4
Kronprinz Rudolf

»Ich finde … es wäre recht hübsch, wieder einmal
im Bett zusammen herumzunutscherln …«

(Kronprinz Rudolf an seine Frau Stephanie)

5
Erzherzogin Elisabeth, die Tochter
Kronprinz Rudolfs

Kaiser Franz Joseph als Vermittler einer Mesaillance

6
Erzherzog Carl Ludwig und seine Söhne
Franz Ferdinand, Otto und Ferdinand

»Wie gut verstand ich nun, daß der Erzherzog
auf seine Liebesheirat bestanden hatte …«

(Fürst Clary-Aldringen über Thronfolger
Franz Ferdinand)

7
Kaiser Leopold II., der Stammvater
der Großherzoge von Toskana

»Madeleine Bianchi gelang es, sogar den flatterhaftesten
aller Männer zu fesseln …«

(Weckbecker über Kaiser Leopold II.)

8
Die Brüder Erzherzoge Ludwig Salvator
und Johann Salvator (alias Johann Orth)

»… die aus zwei Damen bestehende
Reisegesellschaft Sr. K. u. K. Hoheit (erregte) …
nicht unbedeutendes Aufsehen…«

(Graf Crenneville über die Ankunft
Erzherzog Ludwig Salvators in Korfu)

9
Die Kinder Großherzog
Ferdinands IV. von Toskana

»Uniform passé, Liebchen sagt adieu!
Schöne Welt, du gingst in Fransen!«

(Textzeile des Schlagers »Schöner Gigolo«,
dessen Vorbild Erzherzog Leopold Salvator war)

10
Die Brüder Kaiser Franz’ II./I.:
Erzherzog Karl, Erzherzog Josef, Erzherzog
Johann, Erzherzog Rainer und ihre Nachkommen

»Treibt er’s wie der gute Ohm hinter
den Coulissen, wird der treue Ordenssohn
Ehestand nie vermissen.«

(Kaiserin Elisabeth über die Erzherzoge
Wilhelm und Eugen)

11
Erzherzog Johann

»Hab ich mirs denkt, jetzt ist mit dem Herrn
gar nichts anzufangen!«

(Ausspruch, den Erzherzog Johann einer Hausangestellten
anläßlich der Ankunft Anna Plochls in den Mund legt)

Anhang

Kurzbiographien

Quellen und Literatur

Personenregister

Vorwort

»Wir hätten vor Zeiten kaum gedacht,
daß unser erstes Urenkelkind
eine Baronin Seefried sein würde.«

(Brief Kaiser Franz Josephs an seine Frau)

Wenn man in einer Umfrage die Lebensumstände der Habsburger erfragen wollte, würde man viel über imperiale Würde, Glanz und Reichtum erfahren und über Ehepaare, die sich mit wohlgefälligem Benehmen dem eigenen Glück und der Erziehung ihrer Kinder hingaben. Viele haben tatsächlich nach diesem Schema gelebt. Etliche huldigten aber wesentlich bürgerlicheren Genüssen und ließen Staatsräson Staatsräson und Würde Würde sein. Sie heirateten und liebten nach ihrem eigenen Geschmack. Sogar der biedermeierlichste unter ihnen, Kaiser Franz II./I., der seinen Philisterpflichten eifrig nachkam und viermal standesgemäß heiratete, lebte während der dritten Ehe seine Männlichkeit bei ›losen Frauenzimmern‹ aus, da er die kränkelnde Ehefrau, Kaiserin Maria Ludovika, nicht schwängern durfte. Seine Tochter Marie Louise gestaltete ihr Liebesleben noch freizügiger als der Vater: Sie gebar – noch mit dem in Verbannung lebenden Kaiser der Franzosen, Napoleon I., verheiratet – ihrem Ehrenkavalier Graf Adam Neipperg sehr unkonventionell außereheliche Kinder.

Auch einige Brüder Kaiser Franz II./I. und viele der Nachkommen seines Bruders Ferdinand III., des Großherzogs von Toskana, produzierten etliche Familienskandale. Während unter den einen Erzherzog Johann durch seine Heirat mit der bürgerlichen Anna Plochl die kaiserlichen Gemüter erhitzte oder der wegen seiner Ordenszugehörigkeit zu Keuschheit und Ehelosigkeit verpflichtete Erzherzog Wilhelm seine Gefühle im mehr oder minder Verborgenen aufarbeitete, liebten und heirateten auf der anderen – Toskana – Seite die Mitglieder von kunterbunt bis weniger als bürgerlich. Die Hauptdarsteller hießen Marie Luise von Toskana, spätere Kronprinzessin von Sachsen, noch spätere Frau Toselli, Ludwig Salvator, der gelehrte Bisexuelle, Johann Orth, der Familienrevolutionär, Leopold Wölfling, der Freund und Ehemann von Dirnen usf.

Auch unter den Nachkommen Kaiser Franz II./I. fanden sich etliche Anhänger der freien Liebe, wobei seine Kinder (mit Ausnahme der Tochter Marie Louise) ausnahmslos gute und biedere Ehen führten und das heißblütige Element erst eine Generation später wieder zum Durchbruch kam. So versorgte Kaiser Franz Joseph die Nachwelt mit Hintertreppenromanzen, und auch seine Brüder Ferdinand Maximilian und Ludwig Victor gaben sich den verschiedenartigsten Genüssen hin. Kronprinz Rudolf zog Prostituierte jeder feinen Damengesellschaft vor, und auch seine Tochter Elisabeth brachte es auf eine satte Zahl von skandalösen Heirats-, Liebes- und Scheidungsgeschichten. Die Liste der freizügigen Habsburger ist bis zum Jahr 1918 (dem Todesjahr der österreichisch-ungarischen Monarchie) beliebig fortzusetzen. An Spannung hat das Liebesleben der kaiserlichen Familie bis heute nichts eingebüßt. Das Buch ist diesem ›außergeschichtlichen‹ Kapitel des österreichischen Kaiserhauses gewidmet.

Der Serie über das Privatleben der Habsburger entsprechend wurde für den Titel des Buchs abermals ein authentischer Ausspruch eines Familienmitglieds gewählt. Er entstammt dem Mund Kaiser Franz Josephs und bezieht sich auf eine der vielen skandalösen Liebesgeschichten, die die kaiserliche Familie im 19. Jahrhundert erschütterten.

Die Person, die den Kaiser in Aufregung versetzte, hieß Elisabeth und war eine Enkelin von seiner (mit Prinz Leopold von Bayern verheirateten) Tochter Gisela. Durch die Heirat ihrer Schwester Auguste auf den Geschmack des Ehelebens gekommen, wollte auch sie sich ehestbaldig verheiratet wissen. Allerdings hatte sie wesentlich origineller als ihre Schwester gewählt, die eine Familientradition fortsetzte und sich als geborene Wittelsbacherin zum x-ten Mal in der Geschichte der beiden Dynastien mit einem Habsburger verband. Elisabeth liebte Otto Baron von Seefried auf Buttenheim, gegen den als Ehemann die meisten Heiratsregeln südeuropäischer Fürstenhäuser sprachen: er war nicht katholisch und schon gar nicht ebenbürtig. Da sie wußte, daß weder ihr Vater geschweige denn ihr Großvater der Legalisierung des Verhältnisses zustimmen würde, verließ sie heimlich das Elternhaus und floh mit dem Geliebten nach Italien. Als das Geheimnis von der Familie aufgedeckt wurde, entspann sich eine eifrige Korrespondenz zwischen Bayern, Italien und Wien, an der auch Kaiser Franz Joseph mit regem Interesse teilnahm. Er leitete alle Neuigkeiten an seine auf Reisen weilende Ehefrau weiter. Die Geschichte zieht sich – im Dezember 1893 beginnend – wie ein roter Faden durch die Briefe der folgenden Monate: »Vorgestern bekam ich ein Telegramm Giselas aus Mailand folgenden Inhalts: ›Bitte Inhalt des anliegenden Briefes vorerst womöglich geheim zu halten, neuer Brief unterwegs.‹ Ich konnte mir nicht vorstellen, was das zu bedeuten habe, und war sehr gespannt auf die angekündigten Briefe. Der erste aus Genua kam Gestern, und ich lege ihn hier bei, den zweiten erwarte ich Heute und ich habe noch eine schwache Hoffnung, daß er eine Milderung der Situation bringt. Ich war niedergeschmettert, um so mehr, als ich keine Ahnung von Elisabeths Liebe hatte, ich bin sehr betrübt und schäme mich. Ich muß immer an die arme Gisela denken, die doch so eine brave, sorgsame Mutter ist und wie schön und klar und mit welcher festen Schrift ist ihr Brief geschrieben. In meinem Schmerze fand ich aber doch, daß Elisabeth einen Karakter und einen Muth bewiesen hat, welcher einer bessern Sache würdig wäre. Natürlich werde ich Giselas, in ihrem Briefe ausgesprochenen Wünsche erfüllen und überhaupt Alles thun, was etwa helfen kann. Wir haben doch viel Unglück!« (Sammelbrief Kaiser Franz Josephs, 5.–7. Dezember 1893, aus Wien an Kaiserin Elisabeth in Gibraltar) Das zuletzt angesprochene »viele Unglück« bezieht sich vor allem auf den vier Jahre zuvor verstorbenen Sohn Rudolf, der gemeinsam mit einer Geliebten in den Freitod gegangen war, und auf eine Menge Ärger, die dem Kaiser im Laufe der Zeit als Familienoberhaupt erwachsen war: wie die zahlreichen unstandesgemäßen habsburgischen Mesalliancen, in deren Folge er etliche Verwandte aus dem Familienverband ausschließen mußte. Und er hatte sich bei ihnen wenig geneigt gezeigt, ihre ›Wünsche (zu) erfüllen und überhaupt Alles thun, was etwa helfen kann‹. Aber diesmal handelte es sich um eine seiner Enkelinnen, die er als Großvater natürlich milder beurteilte als Vettern dritten Grades, die zufällig auch Habsburg hießen. Wenn Kaiser Franz Joseph zu diesem Zeitpunkt geahnt hätte, welche Skandale durch die Tochter seines Sohnes Rudolf, eine andere Enkelin mit Namen Elisabeth, auf ihn zukommen würden, wäre seine Aufregung sicherlich noch geringer ausgefallen.

Trotz aller Versuche, die Ausreißergeschichte Prinzessin Elisabeths von Bayern geheimzuhalten, ist sie schon bald an die Presse gelangt, durch deren Vermittlung die Affäre öffentlich bekannt wurde. Der witzigste Nebeneffekt war, daß in diesen Artikeln die Rolle Kaiser Franz Josephs eine Note erhielt, die ihn selbst viel weniger unterhielt als die Leser: »… alle Zeitungen (stellen) die traurige Angelegenheit (zwar) im gewünschten Sinne dar … (schreiben) eine Menge Romantik dazu und (überschütten) mich als vermeintlichen Protektor des Herzensbundes mit Lobeshymnen. Wie ich zu dieser Rolle kam, weis (sic) ich nicht, aber ich wiederrufe (sic) sie auch nicht, da alle diese Lügen zur nothwendigen und erwünschten Comödie passen. Heute schrieb ich an Gisela und rieth ihr, nachdem sie öffentlich ihre Zustimmung zur Heirath gegeben haben, nun die Sache auch ganz in Ordnung zu bringen und Elisabeth nach ihrer Hochzeitsreise in Gnaden aufzunehmen, aber freilich muß man sie vor Allem finden und darüber weis ich noch nichts. Hoffentlich ist sie nicht gar zu weit weg.« (ebenda)

In der Zwischenzeit war es den Eltern gelungen, Näheres über den Aufenthalt der Tochter zu erfahren. Sie reisten nach Wien, um dem besorgten Großvater genauere Meldung zu erstatten. »… vor dem Essen waren beide (seine Tochter und ihr Ehemann, Prinz Leopold von Bayern) und nach demselben Gisela allein bei mir. Ich fand Gisela weniger angegriffen und heiterer, als ich erwartet hatte, es that ihr sichtlich wohl, mit mir sprechen zu können und sie fand, daß ich auch auf Leopold besänftigend eingewirkt hätte, der die Sache sehr ernst nimmt und sehr aufgebracht ist, was eigentlich begreiflich ist. Am bösesten soll der alte Pfui (Leopolds Vater, Prinzregent Luitpold von Bayern) sein, und der soll Leopold, der früher ruhiger war, erst mehr aufgeregt haben … Das junge Paar soll jetzt nach Mailand kommen … wo beim deutschen Consul die Civiltrauung stattfinden soll. Wenn etwas Gras über die Geschichte gewachsen sein wird und wenn der junge Mann will, so bin ich bereit, ihn in unsere Armee zu nehmen. Er soll ein ordentlicher, anständiger Mensch und guter Offizier sein.« (ders., 11. Dezember 1893) Elisabeths Eltern hatten erfolgreich Kontakt mit der Ausreißerin aufgenommen, und langsam beruhigten sich die Gemüter. Kaiser Franz Joseph, der zunächst nicht gewußt hatte, wie er auf den Streich reagieren sollte, erwies sich mehr als besänftigender Großvater denn als patriarchalischer Richter, den er bei den meisten Mesalliancen innerhalb der Familie markierte. Als Otto Seefried zuletzt akzeptierte, daß künftige gemeinsame Kinder im katholischen Glauben erzogen würden, wuchs die Sympathie des Kaisers für ihn: »Dieser neue Schwiegerenkel scheint wirklich ein charmanter Mensch zu sein.« (ders., 15. Dezember 1893) Kaiser Franz Joseph ging an die Planung der Zukunft seiner Enkelin, wenn ihn auch Zweifel bezüglich des neuen Standes, den sie künftighin einnehmen würde, überfielen: »Ich werde nun den jungen Mann in die Armee nehmen und hoffe, daß sich Elisabeth in die für sie nicht ganz leichte Stellung einer einfachen Offiziersfrau finden wird.« (ders., 29. Dezember 1893) In der Zwischenzeit war die Stimmung Prinz Leopolds von Bayern, des Vaters von Elisabeth, abermals auf ein Tief gesunken, und er begann, sich über den Vorfall schrecklich zu ärgern. Wieder war es der Kaiser, der die Rolle des beschwichtigenden Vermittlers einnahm. »Gisela scheint noch recht betrübt zu sein, besonders da Leopold … sehr aufgebracht ist. Beiliegender Brief von Elisabeth, den ich ihm zu lesen gab, scheint ihn versöhnlicher gestimmt zu haben, denn er sagte mir, er werde nun Elisabeth schreiben, ihr ausführlich seinen Standpunkt klar machen, aber verzeihen. Seefrieds Ernennung zum Lieutenant beim 1. Infanterie Regimente in Troppau (Mähren) wird nächstens erfolgen, und schon früher wird das junge Ehepaar von Venedig hierher kommen, um Einkäufe für ihre häusliche Einrichtung zu machen und dann wollen sie nach Troppau gehen, um eine Wohnung zu suchen. Ich werde Elisabeth jetzt nicht sehen, da ich am 16. für einige Zeit nach Ofen gehe … und werde ich sie erst später sehen, wenn ihr Mann sich nach seiner Ernennung bei mir melden wird …« (ders., 7. Januar 1894) Als einige Wochen später die erste Begegnung mit der Enkelin bevorstand, überwog schon die Wiedersehensfreude über den Ärger, der – zur »dummen Geschichte« reduziert – viel an Intensität eingebüßt hatte. »Ich freue mich doch, sie wieder zu sehen und bin neugierig, ihren Mann kennen zu lernen. Eine dumme Geschichte bleibt es aber doch.« (ders., 13. Februar 1894) Als der neue Schwiegerenkel beim Kaiser in Audienz erschien, um sich für die militärische Amtsdienststelle zu bedanken, hinterließ er beim Kaiser bereits den besten Eindruck. Sein korrektes Auftreten beeindruckte ihn, wenn er mit seinem Aussehen auch nicht sehr zufrieden war. »(Seefried) ist ein bescheidener, blonder, eher blaß und kränklich aussehender Jüngling mit blondem Schnurbarte, scheint mir weichen Gemüthes und ist gewiß ein guter Mensch, nur begreife ich nicht ganz, wie man sich so für ihn montiren kann, doch das ist Geschmackssache. Vor 3 Uhr kam Elisabeth zu mir … und ich freute mich wirklich sehr, sie wieder zu sehen. Sie sieht gut aus, war sehr élégant gekleidet, war sehr gerührt, hatte beständig die Tränen in den Augen, weinte auch mitunter, sagte aber, sehr glücklich zu sein … Sie scheint sich mit Takt und Bescheidenheit bereits eine gute und ihren jetzigen Verhältnißen entsprechende Stellung eingeleitet zu haben. Das schrieb auch der Oberst Maier … der sich, von mir genau instruirt, des jungen Paares sehr angenommen hat.« (ders., 16. Februar 1894) Kaiser Franz Joseph nahm regen Anteil am gesellschaftlichen Leben seiner Enkelin, die offensichtlich ohne ihr Wissen beobachtet und beschützt wurde. Er interessierte sich für das militärische Fortkommen Seefrieds, weshalb er beim Oberst des Regiments, in dem er diente, stets nachfragen ließ. Daß er nur Zufriedenstellendes über ihn erfuhr, scheint nicht nur mit dessen Diensteifer zusammenzuhängen. Es hätte sicherlich auch niemand gewagt, dem Kaiser über seinen Schwiegerenkel Negatives zu berichten.

Das Ehepaar Seefried wurde im Januar 1895 Eltern eines Mädchens, und Kaiser Franz Joseph kommentierte das Ereignis mit dem ihn mitunter auszeichnenden Humor: »Also wir können uns gegenseitig gratuliren, daß wir (er und seine Frau) Urgroßeltern geworden sind; eigentlich hauptsächlich ein Zeichen unseres vorgeschrittenen Alters. Wir hätten vor Zeiten kaum gedacht, daß unser erstes Urenkelkind eine Baronin Seefried sein würde. Aber so geht es eben in der Welt!« (ders., 5. Januar 1895) Als das kleine Mädchen wenige Tage nach der Geburt starb, trauerte er aus tiefstem Herzen um die Urenkelin.

Kaiser Franz Joseph interessierte sich auch später für alles, was das Leben seiner unstandesgemäß verheirateten Enkelin und ihrer Familie betraf. Die Entwicklung erreichte ihren Höhepunkt im Jahr 1904, elf Jahre nachdem der heimliche Bund geschlossen worden war, als er ein verspätetes Hochzeitsgeschenk nachreichte und Baron Seefried und seine Familie in den Grafenstand erhob.

Prinzessin Elisabeth von Bayern

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1

Kaiser Franz II./I. und seine Kinder

»Ich werde versuchen, Dir zuliebe
sehr dick zu werden, um die Reize der Spintin
zu verdunkeln.«

(Brief Maria Ludovikas an Kaiser Franz II./I.)

Sicherlich gibt es sie zumindest genauso lang wie die standesgemäßen, einwandfreien und ›guten‹ Verbindungen: die morganatischen und illegitimen Beziehungen, die den verschieden Betroffenen viel Lebensfreude, aber auch Leid und Ärger bescherten. Wenn man sich das Habsburger Hausgesetz vor Augen führt – demzufolge man künftige Ehepartner nur aus bestimmten regierenden Dynastien erwählen durfte –, kann man sich leicht vorstellen, daß nicht jedes Mitglied den Partner erhielt, der eine gute Beziehung gewährleistete.

Der Grund, warum man sich nach diesem Heiratsgesetz richtete, ist einfach: Man wollte Macht und Frieden zwischen den Familien und Staaten erhalten; im besten Fall sogar mehren. Dieser Grundsatz war für die meisten Geschlechter der Grundstein ihrer Politik. Um Verallgemeinerungen über diese aus Staatsräson geschlossenen, mehr oder minder erfolgreichen Ehen vorzubeugen, sei darauf hingewiesen, daß zumindest ebensoviele gute und schlechte zustande kamen wie bei den auf Liebe gegründeten.

Aus welchen Gründen auch immer solche Verbindungen geschlossen wurden, sie sind meist ebenso verlaufen wie bürgerliche oder bäuerliche Vergleichsbeispiele, die übrigens nach denselben Grundsätzen zustande kamen: denn kein vermögender Bürger oder Bauer hätte geduldet, daß eines seiner Kinder unstandesgemäß heiratete. Machtmehrung und soziale Verbesserung galten in allen Gesellschaftsschichten und Jahrhunderten als das überzeugendste Argument, eine Verbindung einzugehen. Nach diesem Rezept arrangierten die Bourbonen, die Hohenzollern, die Fugger, die Rothschilds und auch die Habsburger die Heiraten ihres Nachwuchses. Unter letzteren stach jener Kaiser hervor, der in die österreichische Geschichte mit zwei Numerierungen einging: Als Franz II. markiert er den Schlußpunkt einer langen, beinahe lückenlosen Reihe von Habsburgern als römisch-deutsche Kaiser. Als Franz I. steht er am Anfang einer kurzen und tragischen Episode von österreichischen Kaisern, die nur noch drei Amtsnachfolger hervorbringen sollte: seinen Sohn Ferdinand, seinen Enkel Franz Joseph und seinen Ururenkel Karl. Besonders ›vorbildlich‹ verhielt er sich als Dynastieerhalter, als welcher er es auf insgesamt vier standesgemäße Ehen und dreizehn ebensolche Kinder brachte. Seine ersten drei Frauen starben jung, und erst die vierte, die um 24 Jahre jüngere Caroline Auguste, überlebte den Ehemann.

Die erste Frau Kaiser Franz II./I., Elisabeth Wilhelmine, war die Tochter Herzog Friedrich Eugens von Württemberg. Sie war bei der Eheschließung 21 Jahre alt. Nach zwei Jahren gebar sie das erste Kind und gab – wie viele ihrer Zeitgenossinnen – mit der Geburt der Tochter auch ihr Leben hin. Das Mädchen, das man Ludovika nannte, folgte seiner Mutter nur ein Jahr später ins Grab. Die zweite Ehefrau, Marie Therese, die Tochter König Ferdinands I. beider Sizilien, gebar dem Kaiser nach Habsburger Art zwölf Kinder, von denen allerdings nur sieben erwachsen und fünf älter als 31 Jahre alt wurden. Das Leben dieser Gemahlin verlosch ebenfalls kurz nach der Geburt des letzten Kindes, das noch vor der Mutter sein Leben ließ. Um der großen Kinderschar eine neue Mutter zu geben, heiratete Kaiser Franz II./I. sieben Monate nach dem Tod seiner zweiten Frau Maria Ludovika, die Tochter Erzherzog Ferdinands von Österreich aus der Linie der Herzoge von Modena. Unter allen Gemahlinnen des Kaisers sprach man ihr die höchste Intelligenz zu. Sie wurde seinen zahlreichen Kindern eine liebevolle Mutter, nahm sich interessiert ihrer Erziehung an und sorgte vor allem dafür, daß der kränkliche und seiner Entwicklung nachhinkende Thronfolger Ferdinand in die Hände der richtigen Lehrer kam. Ihrem Einfluß ist es zu verdanken, daß aus dem beinahe aufgegebenen Kind ein normaler Erwachsener wurde. Denn abgesehen von seinen körperlichen Leiden (Epilepsie und Wasserkopf) war er psychisch gesund. In der Zeit der folgenden Studien, die von seiner Stiefmutter geleitet wurden, holte er alles Versäumte nach und entwickelte sich von einem apathischen Kind zu einem immer fröhlicher heranwachsenden Menschen.

Wie viele geistige Gaben Kaiserin Maria Ludovika auch besaß, so konnten sie allesamt ihre angegriffene Gesundheit nicht aufwiegen. Sie litt seit ihrer Jugend an Tuberkulose, mußte sich körperlich ständig schonen und durfte ihrem Mann vor allem keine Kinder gebären. Wenn man sich vor Augen hält, daß Kaiser Franz von den beiden ersten Frauen schon dreizehn Kinder geboren worden waren und daß beide dafür ihr Leben gegeben hatten, würde man annehmen, daß der Mann genug Verständnis für das Leiden seiner dritten Frau aufgebracht hätte. Weit gefehlt. Nicht nur, daß er ihre schwere Krankheit als weibliche Überempfindlichkeit abtat, schien er nichts dringender im Sinn gehabt zu haben, als seine Männlichkeit – wenn nicht im Ehebett, dann auf anderen Lagern – unter Beweis zu stellen. Maria Ludovika litt unsäglich darunter. Wenn sie in Briefen an den Ehemann darauf zu sprechen kam, klangen die Anspielungen allerdings so leise und zart und im besten Fall selbstironisch, daß der Kaiser gar nicht auf die Idee kam, sie durch sein Verhalten zu kränken. »Ich (Maria Ludovika) würde Dich doppelt und dreifach voll Zärtlichkeit küssen, wenn ich es könnte, doch ich darf den Trost, Dich zu sehen, nicht so bald erhoffen; einerseits ist es ganz gut so, denn wenn Du sehen könntest, wie ich jetzt aussehe, würdest Du Dich vielleicht dazu entschließen, mich auf dem Tandelmarkt zu verkaufen, und statt meiner die Spintin (eine der Nebenbuhlerinnen) in Deine Gunst aufzunehmen (…) Ich werde versuchen, Dir zuliebe sehr dick zu werden, um die Reize der Spintin zu verdunkeln. Hast Du sie wieder aufsuchen müssen, Du Lump?« (undatierter Brief, zitiert in: Holler, Ferdinand, S. 82)

Das rücksichtslose Verhalten Kaiser Franz’ seiner dritten Frau gegenüber war damit aber nicht abgetan. Denn sogar der sich ständig verschlechternde Gesundheitszustand Maria Ludovikas veranlaßte ihn nur zu spöttischen Bemerkungen. Die ›sogenannte‹ Krankheit, die er nicht als solche anerkannte, schrieb er der weiblichen Hysterie zu. Anläßlich einer gemeinsamen Reise nach Italien kam sie endgültig zum Durchbruch. Maria Ludovika kollabierte, ihre Kräfte ließen nach. Die mitgereiste Hofgesellschaft ahnte, daß es mit der Kaiserin zu Ende ging. Nicht so der Kaiser, der von Verona aus, wo seine Ehefrau sterbend im Bett lag, Inspektionsreisen durch die Region machte. Marie Louise, die älteste Tochter des Kaisers, die zu dieser Zeit schon als Herzogin in Parma regierte, eilte ans Krankenbett der geliebten Stiefmutter. Dem Vater berichtete sie in täglichen Briefen vom Zustand seiner Frau. »… Heute ist unsere geliebte Kranke um etwas beßer, obwohl sie mir aufträgt, Ihnen zu sagen, daß sie heute gar nicht gut ist. Obwohl sie die ganze Nacht ohne Schlaf war, so konnte sie immer fort liegen, der Auswurf und der Husten sowie das Fieber sind geblieben, auch finde ich ihre Laune heiterer. Sie hat noch nichts zu sich genommen als die Hälfte von einem gekochten Apfel, welchen sie schien mit Appetit zu eßen. Sie trägt mir auf Ihnen zu sagen daß sie kaum den morgigen Tag erwarten kann, um Sie zu sehen …« (Brief Marie Louises an ihren Vater, 5. April 1816) Ob Marie Louise den Vater nicht beunruhigen wollte oder ob sie den Zustand der Stiefmutter tatsächlich nicht richtig einschätzen konnte, bleibe dahingestellt. Denn zwei Tage nach diesem Brief starb Maria Ludovika. Die Kranke hatte um den Fortschritt ihrer Krankheit besser Bescheid gewußt und den Ehemann zum letzten Abschied ans Sterbebett herbeigesehnt.

Nach einer kurzen Trauerzeit um die verstorbene dritte Gemahlin heiratete Kaiser Franz II./I. im November 1816, sieben Monate nach dem Tod Maria Ludovikas, Prinzessin Charlotte von Bayern. Sie war zum Zeitpunkt der Heirat mit dem Kaiser von Österreich 24 Jahre alt – für damalige Verhältnisse als Braut sehr alt –, aber sie hatte auch schon eine äußerst unglückliche Ehe mit dem Kronprinzen von Württemberg, dem späteren König Wilhelm I., hinter sich. Der damalige Thronfolger betrog und demütigte seine junge Frau vor den Augen der Hofgesellschaft, die traurig und einsam vor sich hinlebte. Die nachfolgende Ehescheidung bedeutete für Charlotte die Befreiung von einem Mann, der sie nie geliebt hatte. All diese Voraussetzungen und der Umstand, daß Kaiser Franz mittlerweile ein Alter von 48 Jahren erreicht hatte, begünstigten die neue Verbindung, die für beide Partner zu einer glücklichen Ehe werden sollte. Die neue Kaiserin, die man in Österreich Caroline Auguste nannte, übernahm wie ihre Vorgängerin die zahlreichen Kinder des Kaisers – soweit sie noch im Hause lebten – in liebevolle Pflege. Von den dreizehn Töchtern und Söhnen waren zum Zeitpunkt der vierten Eheschließung Kaiser Franz’ sechs verstorben. Das älteste erwachsen gewordene Kind, die Tochter Marie Louise, war rechtlich noch mit dem in Verbannung lebenden Kaiser der Franzosen, Napoleon I., verheiratet. Sie lebte aber – von ihm getrennt – als selbständige Regentin im Herzogtum Parma. Unter allen ihren Geschwistern, die ausnahmslos gute und biedere Ehen führten, sollte sie die einzige sein, die unzählige Affären und Skandale produzierte, weshalb ihrem Leben – dem Thema des Buches entsprechend – ein eigenes, das nächste Kapitel gewidmet wird.

Der älteste Sohn Kaiser Franz II./I., Ferdinand, sein Amtsnachfolger, galt lange Zeit als zu krank, als daß man daran dachte, ihn zu verheiraten. Durch den günstigen Einfluß seiner ersten Stiefmutter, Maria Ludovika, erfuhren seine geistigen und körperlichen Schwächen eine derart positive Entwicklung, daß aus ihm nicht nur ein normal lebender Mensch, sondern auch eine zufriedene Persönlichkeit wurde, die man mit ruhigem Gewissen verheiraten konnte. An Krankheiten, unter denen er tatsächlich litt, waren nur der Wasserkopf und eine in der Familie stark verbreitete Epilepsie verblieben. Ersteres wirkte sich auf die Physiognomie unvorteilhaft aus, weshalb der Volksmund den großen Schädel mit einer Geisteskrankheit in Zusammenhang brachte.

Doch Ferdinand war alles andere als geistesschwach. Er war ein sprachlich, musisch und wirtschaftlich hochbegabter Mann, der außerdem über eine große Seele verfügte. Als er 1831 gegen die Erwartungen vieler Menschen Prinzessin Maria Anna von Sardinien heiratete, wurde er seiner Frau ein liebevoller Ehemann, der zunächst gar nicht wagte, sie körperlich zu begehren. Erzherzogin Sophie, die Schwägerin Ferdinands und Mutter des späteren Kaisers Franz Joseph, meinte dazu in einem Brief an ihre Mutter. »Ich glaube, wenn man Ferdinand nicht sagte, er solle von seinem Gattenrecht Gebrauch machen, er niemals daran denken würde, es zu tun.« (Schreiben vom 8. März 1831) Daß er die Ehe eines Tages doch vollzog, verdankte er nicht zuletzt dem einfühlsamen Wesen seiner Frau, die ihm sein Leben in jeder Beziehung erleichterte und verschönte. Die Achtung und der Respekt der beiden Eheleute voreinander führten zu einer der glücklichsten Verbindungen im Hause Habsburg. Maria Anna stand dem Ehemann in seinen Leiden bei und blieb ihm bis ins hohe Alter eine liebevolle Pflegerin.

Als Ferdinand 1848 zugunsten seines Neffen Franz Joseph die Regentschaft zurücklegte, zog sich das Paar nach Prag zurück, wo es bis an sein Lebensende den Hradschin bewohnte. Hier verbrachten beide die ruhigste und glücklichste Zeit ihres Lebens. Für Ferdinand begann eine fruchtbare Epoche, die er mit Studien der Botanik, mit wissenschaftlichen Zirkeln und vor allem mit der Aufwirtschaftung der heruntergekommenen Besitzung Reichstadt in Böhmen verbrachte. Sie war nach der Verbannung Napoleons seinem nach Österreich verbrachten Sohn aus der Ehe mit Marie Louise zugesprochen worden. Obwohl er den Titel eines Herzogs von Reichstadt trug, kam er nie in den Genuß der Wirtschaftserträge, da er als junger Mann in Wien starb. Das Herzogtum fiel nach seinem Tod seiner Mutter zu, die inzwischen als Herzogin in Parma regierte. Sie vermachte es ihrem Bruder, Kaiser Ferdinand, der nach seiner Abdankung die Verwaltung der Güter selbst übernahm. Und der von der Geschichte so verkannte Mann erreichte in kürzester Zeit eine Ertragssteigerung von einem kaum nennenswerten Gewinn auf zwei Millionen Gulden.

1856 feierten Kaiser Ferdinand und seine Ehefrau in Prag Silberne Hochzeit. Sie hatten zu dem Zeitpunkt ein Alter von 63 bzw. 53 Jahren erreicht, und die Liebe und Achtung hatte sich mit jedem Jahr ihrer Ehe gesteigert. Erst 1875 fand diese reiche Beziehung, die insgesamt 44 Jahre gewährt hatte, mit dem Tod Ferdinands ihr Ende.

Mit Ausnahme von Marie Louise zählte die Gattenliebe zu den hervorstechendsten Eigenschaften aller Kinder Kaiser Franz II./I. Die mit zwanzig Jahren nach Brasilien an den dortigen Thronprätendenten Pedro verheiratete Erzherzogin Leopoldine verliebte sich schon in Wien in das Porträt, das man ihr von ihrem künftigen Ehemann geschickt hatte, und sie konnte sich nichts sehnlicher vorstellen, als so schnell wie möglich mit ihm zu leben und gemeinsam mit ihm einer eigenen Familie vorzustehen.

Wenn dieser Ehe auch nur geringe Zeit gemeinsamen Glücks beschieden war, da Pedro sich nur an der Seite mehrerer Frauen gleichzeitig entfalten konnte, so blieb Leopoldine in der Zeit ihres kurzen Lebens dem Ehemann nicht nur eine treue Geliebte, sondern wurde ihm auch eine mutige Mitstreiterin im von politischen Wirrnissen geplagten Brasilien. Als Ehefrau mußte sie die schlimmsten Demütigungen hinnehmen, die von der steten Launenhaftigkeit des Ehemanns geprägt waren. Zunächst wurden alle ihr lieben und vertrauten Personen vom Hof verbannt. Das hinderte Dom Pedro aber nicht, den gemeinsamen Haushalt immer häufiger zu verlassen und seinen zahlreichen Liebesabenteuern nachzugehen. Er gab sich nicht nur keine Mühe, seine Romanzen zu verheimlichen, sondern fand es auch ganz natürlich, eine seiner Langzeitgeliebten, Domitila de Castro Canto e Melo, zur »Ersten Hofdame der Kaiserin« zu machen, die daraufhin im Familienpalast ständig mit seiner Frau und seinen Kindern verkehrte. Leopoldine ertrug die Gegenwart der Rivalin mit aller erdenklichen Würde, sodaß die Höflinge glauben mochten, sie wüßte nichts von der Affäre. Im stillen hoffte sie, Dom Pedro würde sich nach einer gewissen Zeit wieder der eigenen Familie zuwenden. Doch stattdessen verschlimmerte sich die Lage sogar. Den tiefsten Einriß in ihrem Gefühlsleben hinterließ die Erhebung einer illegitimen Tochter Dom Pedros aus der Beziehung zu Donna Domitila in den Adelsstand, was zur Folge hatte, daß das Mädchen gemeinsam mit Leopoldines Kindern erzogen wurde.